Erstellt: Freitag, 01. November 2013 Zuletzt aktualisiert: Montag, 08. Oktober 2018

Was ist die Lehre der Dreieinigkeit / Trinität? Was ist ein dreieiniger Gott?

 

INHALT

 

Definition und Ursprung
Die Dreieinigkeit

Gemäß der Trinitätslehre besteht „Gott“ aus drei Personen oder drei „Hypostasen“. Somit gibt es den „Gott Vater“, den „Gott Sohn“ und den „Gott Heiliger Geist“. Alle drei sind dennoch eins. Das Brockhaus Konversations-Lexikon gibt folgende Definition der Dreieinigkeit unter dem Stichwort „Trinität“ (gekürzt):

„Trinität (vom lat. Trinitas), deutsch Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit, in der Kirchensprache die Dreiheit göttlicher Personen in der Einheit des göttlichen Wesens. Die Kirchengeschichte lässt das in der rezipierten Lehre aller größeren christl. Kirchengemeinschaften festgehaltene Dogma von der T. erkennen als ein nur sehr allmählich zustande gekommenes Kompromiss zwischen dem ursprünglichen monotheistischen Gottesglauben unter immer festere Formen annehmenden Betrachtung Christi als eines göttlichen Wesens. Alle Möglichkeiten, beides zusammen zu denken, sind in den kirchlichen Kämpfen um dieses Dogma versucht worden. Schließlich hat die Form den Sieg behalten, die sowohl Christi Gottheit als den monotheistischen Gottesbegriff dadurch festhielt, dass sie in letzterem eine Mehrheit einander völlig gleichstehender Personen unterschied und den damit sich ergebenden Widerspruch für ein im Wesen der Gottheit liegendes Mysterium erklärte. Das älteste Judenchristentum hielt an der göttlichen Einheit oder „Monarchie“ und der wesentlichen Menschheit Christi fest. Auch der Apostel Paulus kennt die Trinitätslehre noch nicht.

… Im Laufe des 3. Jahrh. gewann diese Meinung [die Lehre vom Logos als „ewige Zeugung“ des Sohnes von seiten des Vaters] alltenthalben die Oberhand, und nur darüber war Streit, ob der Sohn in demselben Sinne Gott heißen könne wie der Vater … Die zu Nicäa [325 n. Chr.] noch nicht ausgesprochene Gleichstellung des Heiligen Geistes mit Vater und Sohn wurde auf der Synode zu Konstantinopel (381) angebahnt und dann bald zur herrschenden kath. Lehre erhoben. Der im vollendeten Trinitätsdogma liegende Widerspruch wurde schließlich durch die abendländ. Theologie zur vollsten Bestimmtheit entwickelt. Am schärfsten im sog. Athanasianischen Symdolum (s.d) zusammengefasst und von der mittelalterlichen Kirche als göttliche Offenbarung hingenommen. Zwar versuchte die Scholastik eine Zeit lang das Geheimnis dem Denken begreiflich zu machen, gelangt dabei aber nur bald zu völliger Dreigötterei, bald zur sabellianischen Aufhebung wirklicher Unterschiede in Gott. Die Reformation des 16. Jahrh. nahm die Trinitätslehre als das Fundament alles Christenglaubens in ihre sämtlichen Bekenntnisschriften herüber und verfolgte jede Abweichung davon als ärgste Ketzerei selbst mit blutiger Gewalt. (S. Servet). Dennoch ging schon in der Reformationszeit aus der neubelebten Kritik der überlieferten Kirchenautorität die Gründung einer eigenen „unitarischen“ Kirchengemeinschaft hervor, die die T. verwarf. …“1

Demgemäß hat sich die Trinitätslehre erst im 3. bis 4. Jahrhundert nach Chr. entwickelt. Es war die Zeit, als die apostolische und die heidnische Lehre miteinander vermischt wurden. Das Konzil von Nicäa wurde 325 n. Chr. von dem römischen Kaiser Konstantin einberufen, der 321 v. Chr. bereits mit seinem Sonntagsgesetz den falschen Sabbat einführte und per Gesetz den heidnischen Sonnenkalender festsetzte, wonach dieser falsche Sabbat bestimmt wurde.

 

Das kirchliche Dogma der Trinität

Die Trinität hat keine biblische Grundlage, sondern ist vielmehr ein Dogma. Was ist ein Dogma? Das Brockhaus Lexikon und Wörterbuch definiert ein Dogma wie folgt:

„Dogma (griech.: ‚Meinung‘), Lehrsatz, Glaubenssatz; übertragen: Eine Überzeugung, die nicht durch einen Beweis, sondern durch autoritative (Konzil, Kaiser, Papst) Erklärung gesichert ist.“2

Das Dogma ist ein religiöser Grundsatz, der innerhalb der Kirche absolute Gültigkeit hat. Mit Dogmen wird der Gläubige angehalten, das selbständige Denken abzuschalten und den Kirchenmännern und Päpsten zu überlassen. In dem Werk Kompendium der Kirchengeschichte von Karl Heussi werden unter § 17 Dogmen im Zusammenhang mit der Trinität erklärt:

„Dogmen im engeren Sinn sind die von der Kirche feierlich (auf Synoden) zur Norm erhobenen Glaubenslehren, ohne deren Anerkennung der einzelne des ewigen Heils verlustig geht. Das NT kennt keine eigentlich trinitarischen Aussagen, keine Spekulation über das gegenseitige Verhältnis der drei „Personen“ der Gottheit. Matthäus 28,19 ist kein echtes Herrenwort!“

Im Katholischen Katechismus wird dargelegt, wie es zur Formulierung des Trinitätsdogmas kam:

"Um das Trinitätsdogma zu formulieren, musste die Kirche mit Hilfe von Begriffen aus der Philsophie - 'Substanz', 'Person' oder 'Hyostase', 'Beziehung' - eine geeignete Terminologei entwickeln. Dadurch unterwarf sie den Glauben nicht menschlicher Weisheit, sondern gab diesen Begriffen einen neuen, noch nicht dagewesenen Sinn, damit sie imstande wären, das unaussprechliche Mysterium auszudrücken."3

Der Ursprung des Dogmas der Dreieinigkeit ist die Katholische Kirche. Es basiert auf dem Athanasianischen Glaubensbekenntnis, benannt nach dem Kirchenvater Athanasius (295-381). Eine noch präzisere Formulierung wurde im 7. Jahrhundert vorgenommen. Dieses athanasianische Glaubensbekenntnis ist bis heute bindend, nicht nur für Katholiken, sondern für alle Protestanten, die die der ökumenischen Bewegung zugehörig sein wollen. Es lautet:

"Wer da selig werden will, der muss vor allem den katholischen Glauben festhalten. Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen. Dies aber ist der katholische Glaube:

Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermischung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit.

Denn eine andere ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes; eine andere die des Heiligen Geistes. Aber der Vater und der Sohn und der Heilige Geist haben nur eine Gottheit, die gleiche Herrlichkeit, gleichewige Majestät. Wie der Vater ist, so ist der Sohn und so der Heilige Geist: Ungeschaffen der Vater, ungeschaffen der Sohn, ungeschaffen der Heilige Geist. Unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist. Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger, wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind, sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher. Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott. Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott. So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr. Und doch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr. Denn wie uns die christliche Wahrheit zwingt, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen. Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht gemacht noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend. Es ist also ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister. Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind einander gleichewig und gleichrangig, so dass in allem, wie bereits oben gesagt worden ist, die Dreifaltigkeit in der Einheit und die Einheit in der Dreifaltigkeit zu verehren ist.

Wer also selig werden will, soll diese Auffassung von der Dreifaltigkeit haben.4

Im Handbook for Today’s Katholic (Handbuch für den Katholiken von Heute) heißt es auf Seite 16:

„Das Geheimnis der Dreieinigkeit ist die zentrale Lehre des katholischen Glaubens. Auf ihr basieren all die anderen Lehren der Kirche.“


Gegenstimmen - von der Inquisition verfolgt

Die Trinität hielt sich das ganze düstere Mittelalter hindurch. Die Protestanten haben diese Lehre übernommen oder haben diesbezüglich versäumt zu reformieren. Erst lange Zeit nach der Festsetzung des Dogmas machten einige Theologen Zweifel an dieser Lehre öffentlich. Ein bekannter Gegner der Dreieinigkeit war der Arzt und Isaak Newton Theologe Miguel Servet (Servetus, Serveto). In Straßburg erschien 1531 sein erstes gegen die Trinität gerichtetes Werk „De trinitatis erroribus“. Um der Inquisition zu entgehen, tauchte er in Frankreich unter und studierte ab 1536 in Paris Medizin. Er wurde wegen Leugnung der Trinität angeklagt und auf den Scheiterhaufen gebracht. Seit dieser Hinrichtung wurden die Antitrinitarier von der "heiligen" Inquisition verfolgt, besonders in Italien. Die Ablehnung dieser Dreieinigkeitslehre war dort besonders stark bei den Befürwortern der Erwachsenentaufe verbreitet, die sich „Täufer“ nannten. Deutsche Täufer, wie Sebastian Franck (1499-1542), waren auch größtenteils überzeugte Antitrinitarier. Auch Wissenschaftler wie Giordano Bruno (1548-1600) und Sir Isaak Newton (1642-1726) glaubten nicht an die Dreieinigkeit. Der Astronom Carl Sagan schrieb über Sir Isaak Newton:

„Außerdem war er bereits früh zu dem Schluss gelangt, der konventionelle christliche Glaube an die Dreieinigkeit sei eine Missdeutung der Heiligen Schrift. … Er war eher ein jüdischer Monotheist aus der Schule des Maimonides. Zu diesem Schluss war er nicht aufgrund so genannter vernünftiger oder skeptischer Erwägungen gelangt, sondern lediglich durch die Lektüre alter Autoritäten. Er war überzeugt, dass die offenbarten Schriften für die durch spätere Fälschungen entstandenen trinitarischen Doktrinen keinen Anhaltspunkt boten. Aber das war ein Geheimnis, das zu hüten er sich verzweifelt mühte.“5

Von der Katholischen Kirche und fast allen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften besteht die Gottheit aus dem Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist: Ein Gott in drei Personen. Und auch wenn bestimmte Glaubensgemeinschaften gerne betonen, sie würden zwar an die Trinität glauben, jedoch nicht an die Katholische Trinität, so entspricht dies nicht der Wahrheit. (Siehe hierzu: „Verschiedene Kirchen, Ökumene und die Lehre der Dreieinigkeit“ und Was ist der Unterschied zwischen Modalismus und Trinität/Tritheismus). Auch wenn die Katholische Kirche diese Gottheit häufig als Dreifaltigkeit bezeichnet, so ist sie doch in völliger Übereinstimmung mit obiger Definition „Ein Gott in drei Personen“. In einem katholischen Wörterbuch heißt es zur Trinität:

„Die gepriesene Trinität (Dreieinigkeit): Der ein und derselbe Gott in drei göttlichen Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Es ist ein Gott, der sich aus drei getrennten Personen zusammensetzt. Jede dieser Personen ist göttlich, weil jede einzelne Gott ist. Sie alle haben die ein und dieselbe göttliche Natur. Der Vater ist Gott und die erste Person der gepriesenen Trinität. Der Sohn ist Gott und die zweite Person der gepriesenen Trinität. Der Heilige Geist ist Gott und die dritte Person der gepriesenen Trinität.“6

 

Zwei Schriftstellen für die Trinität?

Der Begriff „Dreieinigkeit“ oder „Trinität“ taucht in der Bibel nicht auf. Es gibt keinen einzigen Vers in der Bibel, der auf drei Götterpersonen schließen lässt. Es gibt zwei Bibelstellen, die Trinitarier gerne anführen, die das Dogma der Dreieinigkeit beweisen sollen. Diese Verse wurden jedoch entweder erst nach dem dritten Jahrhundert eingefügt (das sog. Komma Johanneum, 1. Johannes 5,7) oder verändert (der Taufbefehl, Matthäus 28,19).

 

Keine biblische Lehre

Katholische sowie protestantische Theologie-Professoren geben zum Teil ganz offen zu, dass das Trinitätsdogma keine biblische Lehre ist:

Die Bibel lehrt die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes nicht. Weder das Wort ‚Dreieinigkeit‘ selbst, noch Begriffe wie ‚einer in dreien‘, ‚drei in einem‘, ‚eines Wesens‘ (oder ‚einer Substanz‘) und ‚drei Personen‘ in Bezug auf GOTT gehören zu dem Wortschatz der Bibel. Die Sprache dieser Lehre ist die Sprache der alten Kirche, die diese aus der klassischen griechischen Philosophie übernommen hat.“7

„Es ist verständlich, dass die Wichtigkeit, die dieser Lehre beigemessen wird, bei vielen Laienchristen und Theologiestudenten für Verwirrung sorgt. Sie ist an keiner Stelle der Schrift klar und eindeutig bezeugt. Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes entwickelte sich stufenweise in der Hitze von Auseinandersetzungen, lange nachdem das Neue Testament bereits abgeschlossen war. Die voll entfaltete Lehre von der Dreieinigkeit wurde im vierten Jahrhundert auf zwei großen ökumenischen Konzilien durchbuchstabiert; in Nicäa (325 n. Chr.) und Konstantinopel (381 n. Chr.).“8

„In der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts verliehen drei Theologen aus der Provinz Kapadokien im östlichen Kleinasien der Lehre der Dreieinheit eine klare Formulierung.“9

Auch Cyril C. Richardson, Professor der Theologie und überzeugter Trinitarier gibt ehrlich zu:

Ich komme demnach zum Schluss, dass die Lehre von der Dreieinigkeit ein konstruiertes Gedankengebäude ist. Sie versucht verschiedene Probleme zu verknüpfen und sie in eine konstruierte und überlieferte Dreiheit einzupassen. Sie verursacht mehr Verwirrung als Klärung ...   Sie hat für viele Christen dunkle und geheimnisvolle Aussagen aufgeworfen ... Der christlichen Theologie könnte geholfen werden, wenn sie diese Vorgehensweise aufgeben würde und die Unzulänglichkeit dieser mehrdeutigen Begriffe und der Dreiheit klar herausstellen würde, in die sie ihre Lehren traditionsbedingt gezwungen hat. Es gibt aber keine notwendige Dreiheit in der Gottheit.10

 

Ein katholischer Theologieprofessor über das Trinitätsdogma

Karl-Heinz-Ohlig - Ein Gott in drei Personen?Ein weiterer bekannter katholischer Theologieprofessor ist Dr. Karl-Heinz Ohlig, der sehr kritisch über die Trinitätslehre in seinem Buch „Ein Gott in Drei Personen – Vom Vater Jesu zum ‚Mysterium‘ der Trinität“ schreibt. Er war bis 2006 Professor für Religionswissenschaft und Geschichte des Christentums an der Universität des Saarlandes. Das Buch ist mittlerweile vergriffen und wird wohl nicht mehr aufgelegt. Deshalb nachfolgend einige Aussagen daraus:

„Trinität ist die Bezeichnung der in altchristlicher Zeit entwickelten Lehre von dem einen Gott, der zugleich ‚Vater‘, ‚Sohn‘ und ‚Geist‘ und somit triadisch ist- in drei Hypostasen oder Personen – , ohne durch diese Dreiheit seine Einheit und Einfachheit zu verlieren. Das Neue Testament kennt noch keine trinitarischen Vorstellungen --- Den ersten ‚lehramtlichen‘ Meilenstein setzte das erste Ökumenische Konzil von Nizäa im Jahre 325, das die Gleichwesenheit des ‚Sohnes‘ mit dem Vater definierte; das zweite ökumenische Konzil, das erste von Konstantinopel im Jahre 381, prädizierte auch dem ‚Heiligen Geist‘ göttliche Würde. Die noch heute verwendete begriffliche Umschreibung der Trinität stammt aus der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts, als der Bischof und Theologe Basilius von Cäsarea die Form von dem Wesen (Usia) in drei Hypostasen schuf…“ 11

Professor Ohlig zeigt klar und deutlich auf, dass die heutige, von der Mehrheit der Kirchen übernommene Trinitätslehre von einem römisch-katholischen Bischof kreiert wurde. Dies geschah erst im vierten Jahrhundert! Weiter schreibt er zu den späteren Theologen, die ohne zu hinterfragen ihre späteren Lehren immer wieder auf diesem Dogma aufbauen:

„Wie zu Zeiten der Scholastik und der Orthodoxien aller Spielarten werden die altkirchlichen Begriffsbestimmungen behandelt, als seien sie nicht hinterfragbar, sondern einfach nur positivistisch zu ‚setzen‘ und dann mit dem Verstand systematisch zu vertiefen. Noch nicht einmal die sattsam bekannten Ergebnisse der Exegese des Neuen Testaments seit der Aufklärungszeit können die Trinitätstheologen stutzig machen; im Gegenteil, sie interpretieren oft das Neue Testament von den späteren Dogmen her. Ähnlich scheinen die unzähligen und oft recht gründlichen Untersuchungen zur Geschichte der Ausbildung des trinitarischen Dogmas noch nicht einmal zu Fragen anzustoßen. Alle Entwicklungen, Sprünge, Brüche werden harmonisierend von den (scheinbar) mit Nizäa und dem Ersten Konzil von Konstantinopel, mit Basilius oder Augustinus feststehenden Resultaten her interpretiert.
Jedenfalls läßt sich beobachten, dass beinahe alle bekannteren Theologen dieses Jahrhunderts und vor allem der neueren Zeit fraglos von dem Glaubenssatz ausgehen, der christliche Gott sei einer in drei Personen. Sie unterscheiden sich untereinander darin, daß bei manchen eine gewisse Verlegenheit in Bezug auf die Zahl Drei zu spüren ist, während andere sie derart ungehemmt herausstellen, daß sachgerecht von einem – wenn auch innerhalb eines Wesens sich abspielenden – Tritheismus, von einem Dreigötterglauben, geredet werden müßte.“ 12

Ohlig zeigt auch das Verständnis-Chaos unter den Trinitäts-Begründern und –Verfechtern auf, die ihre Theorien selbst nicht erklären können.

„Seltsamerweise wird kaum einmal gefragt, wie es denn dazu kommen konnte, dass sich der ererbte jüdische Monotheismus (Ein-Gott-Glaube), den Jesus von Nazareth zweifellos teilte, im Christentum zu einer trinitarischen Auffassung verwandelte, wieso und mit welchem Recht das Christentum vom – angeblich doch normativen – Gottesverständnis Jesu und ‚der zwölf Apostel‘ abgewichen ist. Zwar wird immer wieder beklagt, dass die Trinitätslehre – auf Grund ihrer Kompliziertheit – von den weitaus meisten Christen nur sehr defizient zur Kenntnis genommen werde. Ein Teil der Christen lebe, ohne das Dogma zu bestreiten, so als sei Gott unitarisch einer, die meisten aber seien wohl verkappte Tritheisten. Zwar würden sie, daraufhin befragt, mit Leidenschaft ihren Glauben an den einen Gott hervorheben; in der Praxis aber wenden sie sich im Gebet, je nach Situation, an Vater, Sohn oder Geist wie an drei verschiedene Adressaten oder Subjekte.13

 

Schlusswort

Atheisten behaupten: „Es gibt keinen Gott“ und verwerfen damit den allmächtigen Schöpfer des Universums. Der Großteil der Christenheit behauptet: „Es gibt keinen alleinigen Gott, sondern drei gleiche Gottpersonen“ und verwerfen damit JaHuWaHs Gebot, das besagt:

„Ich bin der JaHuWaH, dein Gott der Ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben! Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn Ich, der JaHuWaH, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die Mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2. Mose 20.2-6)

„Das ist aber das ewige Leben, dass sie Dich, den allein wahren Gott [JaHuWaH], und den Du gesandt hast, … [Jahuschuah, den Messias] erkennen.“ (Johannes 17,3)

„…denn Ich bin vom Himmel herniedergekommen, nicht auf dass Ich Meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat.“ (Johannes 6,38)

Die Trinitätslehre ist ein Spott auf den einen wahren und allmächtigen Schöpfer JaHuWaH, den Vater und Seinen eingeborenen Sohn, der unsere Sünden auf sich nahm und dadurch den Tod erleiden musste. Diese Lehre macht aus dem Himmlischen Vater JaHuWaH und Seinem Sohn drei Götzen, indem zu den beiden gleichrangigen Göttern, noch eine dritte Götterperson „Gott Heiliger Geist“ hinzugefügt wird. Zu Recht fragt sich der katholische Theologieprofessor Karl-Heinz Ohlig, der die Trinität sehr kritisch sieht:

„Wie also ist eine Lehrentwicklung zu legitimieren, die eigentlich erst im zweiten Jahrhundert begann, erst im dritten die Wendung zu einer – gänzlich neuen – immanenten triadischen Aussage fand, im vierten Jahrhundert – mehr schlecht als recht – in Formeln gebracht und im lateinischen Westen wiederum eine gegenüber der bisherigen Geschichte andersartige Variante hervorgebracht hat? Wenn man die Trinitätslehre auf ‚Offenbarung‘ gründet, muß man auch sagen können, wo und auf welcher Stufe denn um alles in der Welt diese Offenbarung erfolgt sei: durch Jesus, durch neutestamentliche Aussagen, durch die Apologeten oder gar Origenes oder Augustinus? Wie auch die einzelnen Etappen zu interpretieren sein mögen, so steht doch fest, daß die Trinitätslehre, wie sie sowohl im Osten wie – erst recht – im Westen am Ende ‚Dogma‘ wurde, keinerlei biblische Grundlage besitzt und auch keine ‚unterbrochene Aufeinanderfolge‘ (continua successio) kennt. Die Behauptung einer Übereinstimmung der verschiedenen Gottesvorstellungen, die mittels der Anwendung des Schemas ‚implizit – explizit‘ gesucht würde hat mit den Tatsachen nichts mehr zu tun. Auch helfen bloß verbale Vorschläge – etwa daß die immanente die ökonomische Trinität einfachhin sei - nicht weiter. Allmählich muß sich die Theologie den Fakten stellen.“14

Den Fakten wird sich die Katholische Kirche wohl nicht stellen, ebenso wenig die protestantischen Kirchen, welche nicht nur den Sonntag oder Samstag als Sabbat und den päpstlich-heidnischen Sonnenkalender für die Festsetzung ihrer Gottesdienste übernahmen, sondern sich zusammen mit den Katholiken dem Trinitätsdogma beugen. Das Dogma der Dreieinigkeit ist jedoch die einzige Voraussetzung, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) oder dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) zu werden, und so unter dem Schutz der Mutterkirche zu bleiben. Die einfache Lehre, wie sie noch die Apostel predigten, wird missachtet:

„So gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater [JaHuWaH], von Dem alle Dinge sind und wir für Ihn; und einen … [Erlöser Jahuschuah, den Messias], durch Den alle Dinge sind, und wir durch Ihn.“ (1. Korinther 8,6)

„Du glaubst, dass Gott einer ist, du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern.“ (Jakobus 2,19)

 

Weitere Fragen und Antworten zur Trinität/Antitrinität




1 Brockhaus' Konversations-Lexikon, Band 15, Leipzig/Berlin/Wien, F.A. Brockhaus, 1892, S. 996-997 Up

2 Brockhaus Lexikon und Wörterbuch, Band 1, S. 614 Up

3 Katholischer Kathechismus, Nr. 251, 1997, www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1E.HTM Up

4 H. Denzinger, Enchiridion, Nr. 75f; kann auch hier heruntergeladen werden: www.theologische-links.de/downloads/bekenntnisse/0500%20Das%20Athanasianum.rtf ; auch auf der Webseite der Selbständigen Reformierten Kirche Heidelberg: www.serk-heidelberg.de/unser-glaube/das-athanasianische-glaubensbekenntnis/ Up

5 Unser Kosmos“, Carl Sagan, Bechtermünz-Verlag, S. 79 Up

6 A Practical Catholic Dictionary, S. 32 Up

7 Shirley C. Guthrie, Jr., Theologieprofessor in seinem Bestseller „Christian Doctrine“, S. 76-77 Up

8 Roger Olson und Christopher Hall, „The Trinity“, S. 1-2 Up

9 Charles C. Ryrie, Theologieprofessor und anerkannter evangelikaler Bibellehrer in seinem sehr bekannten Werk „Die Bibel verstehen“ (Basic Theologie), S. 87 Up

10 „The Doctrine of The Trinity:   A   clarification of what it attempts to express”, S.148-149 Up

11 Karl-Heinz Ohlig, Ein Gott in Drei Personen - vom Vater Jesu zum 'Myterium' der Trinität, 2000, S. 10 Up

12 ebenda, S. 11 Up

13 ebenda, S. 18 Up

14 ebenda, S. 125 Up


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