Die „Kreuzigungswoche“ – Widersprüche in den vier Evangelien?

Erstellt: Freitag, 18. April 2014 Zuletzt aktualisiert: Montag, 12. März 2018

 

Maria vor dem leeren GrabBibelkritiker weisen gerne darauf hin, dass sich die Angaben über die Kreuzigungswoche der vier Evangelien widersprechen. Tatsächlich scheinen die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas auf den ersten Blick anzudeuten, dass das letzte Abendmahl das Passahmahl selbst sei, während Johannes darauf schließen lässt, dass es vor dem Passahmahl stattfand. Nach Johannes wird der Messias zur „sechsten Stunde“ für die Hinrichtung von Pilatus freigegeben, nach Lukas wird Er jedoch zur „dritten Stunde" bereits gekreuzigt. Können diese vermeindlichen Widersprüche aufgelöst werden?

Die Unterschiede in den vier Evangelien sind kein Beweis für die Ungenauigkeit der Bibel, sondern vielmehr eine Bestätigung der Unabhängigkeit der Berichtschreiber. Untersucht man die einzelnen Berichte genauer, so stellt sich heraus, dass jeder Evangelist aus seinem individuellen „Blickwinkel“ schreibt und Details aus eigenen Quellen einfließen lässt. Der eine Schreiber erklärt mehr Einzelheiten eines Ereignisses, die der andere nur mit einem Satz erwähnt oder auch gar nicht. Das ist kein Widerspruch.

Die Bibel widerspricht sich nicht, wir müssen nur genau studieren. Um bestimmte, fragliche Aussagen oder Ausdrücke der Evangelisten zu verstehen, sollten wir diese grundsätzlich mit den Schriften des Alten Bundes vergleichen. Denn dort ist immer noch die „ursprünglichste“ Sprache und Darlegung der Ereignisse sowie der Anweisungen JAHUWAHs zu finden. Es sind diejenigen Schriften, auf die der Messias und die Apostel verweisen, denn zu jener Zeit gab es die Zusammenstellung des Neuen Testaments noch nicht.

Es müssen unbedingt auch die Bedeutung (Vorschatten/Typus) der Feste beachtet werden. Jedes einzelne Fest oder Ereignis (z.B. Passah) ist ein Typus für ein buchstäbliches Ereignis der Erlösung durch JAHUSCHUAH für die Menschen. Unser Erlöser, der Messias, erfüllt jedes einzelne Detail, das im Alten Testament vorgeschattet ist, nicht nur hinsichtlich des Ereignisses, sondern auch perfekt in der Zeit.

 

INHALT

 

Typus und Antitypus


Was im Alten Bund durch Vorschatten und Typus (Vorbild des Originals) dargestellt ist, erfüllt sich im Neuen Bund im Wesen. Diese Typologie in der Bibel ist von entscheidender Bedeutung, um das Evangelium richtig zu verstehen. Der Antitypus ist immer größer als sein Typus und die Wirklichkeit der Erfüllung stets größer als die Symbolik der Vorausschattung. Diese Wirkung von Typus (Alter Bund) und Antitypus (Neuer Bund) verbindet die Schriften des Alten und Neuen Bundes zu einer wunderbaren Einheit und macht das Evangelium der Erlösung erst greifbar und verständlich.

Das Opfersystem im Alten Bund prophezeit JAHUSCHUAHs Sieg über die Sünde am Kreuz. Wenn die treuen Israeliten Passah hielten, so blickten sie nicht nur in der Geschichte zurück, als JAHUWAH sie aus der Knechtschaft Ägyptens befreite (2. Mose 12,6), sondern das Volk des Bundes sollte auch nach vorne schauen, auf den kommenden Messias, der Sein Volk von der Knechtschaft der Sünde und den Banden des ewigen Todes befreien würde.

So wie im Alten Bund gesunde und makellose Lämmer geopfert werden mussten, so ist der reine und sündlose Sohn JAHUWAHs im Neuen Bund das Passahlamm, das für die Sünden der Menschen geschlachtet wurde:

„Am folgenden Tag sieht Johannes JAHUSCHUAH auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm … [JAHUWAHs], das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Johannes 1,29)

Der Apostel Paulus schreibt:

„Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: der Messias.“ (1. Korinther 5,7)

LammBevor nun im Alten Bund das Passahlamm am 14. des ersten biblischen Monats geschlachtet werden konnte, musste es erst ausgewählt und untersucht werden, damit dem Lamm kein Makel anhaftete. Denn es durfte nur ein völlig gesundes Lamm geopfert werden.

„Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus. … Dieses Lamm aber soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen, und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten.“ (2. Mose 12,3.5-6)

Dieses Lamm wurde von den Priestern genau untersucht, damit es ein perfektes Opfer war, denn ein fehlerhaftes Opfer wäre JAHUWAH ein Gräuel gewesen (5. Mose 17,1). Es wurde dann vom 10. Tag bis zum 14. Tag des Monats ausgesondert und so konnte es auch das Volk begutachten.

Der Messias als der Antitypus des Passah-Lammes wurde ebenso begutachtet und untersucht, bevor Er getötet wurde. Genau am 10. Tag des ersten Monats Abib/Nisan zog Er auf einem Esel in Jerusalem ein (Sacharja 9,9; Johannes 12,12-18). Die Menschen bejubelten Ihn und schrien: „Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen … [JAHUWAHs], der König von Israel!“ (Psalm 118,26; Johannes 12,13). Der Sohn JAHUWAHs präsentierte sich während dieses Ereignisses der jüdischen Nation als der Messias. Es war der 10. Nisan, an dem die Juden über Jahrhunderte hinweg dass Passah-Lamm aussonderten.

infoLeider haben die Juden geglaubt, der Messias würde ein irdisches Königreich aufrichten. Sie haben den Erlösungsplan JAHUWAHs, der in den Schriften des Alten Bundes niedergeschrieben wurde, nicht verstanden und haben sie völlig falsch ausgelegt.

An diesem 10. Nisan reinigte JAHUSCHUAH auch den Tempel, indem Er die Käufer und Verkäufer hinaustrieb, denn diese Handlungen waren nicht in Übereinstimmung mit den Geboten Seines Himmlischen Vaters. Dies ist eine Parallele zu dem Säubern der Häuser vom Sauerteig und jeder Art von Hefe, das die Israeliten alljährlich im Alten Bund durchführen mussten, damit kein Sauerteig vom 14. Nisan am Abend bis zum 21. Nisan mehr vorhanden war (2. Mose 12,14-15; 13,7). Der Sauerteig ist ein Symbol für die Sünde (1. Korinther 5,8). Sünde wiederum ist die Übertretung der Anweisungen JAHUWAHs (Römer 5,13). Das Ungesäuerte Brot versinnbildet den Messias JAHUSCHUAH, der ohne Sünde war. Er sagt von Sich, dass Er das Brot des Lebens ist (Johannes 6,33.35). Lies hierzu bitte den Artikel: „Das Fest der Ungesäuerten Brote“.

Besonders aber beobachteten die Priester und Schriftgelehrten sehr genau, was der Messias sagte und tat, denn sie wollten Ihn „mit List ergreifen“ (Markus 14:1). Bei Seiner Verhandlung ein paar Tage später, wurde Er nicht nur von dem jüdischen Hohen Rat untersucht, sondern auch von den Römern Herodes und Pilatus. Nach eingehender Untersuchung des Messias kam Pilatus zu dem Ergebnis: „Ich finde keine Schuld an ihm!“ (Johannes 18,38). Wie die untersuchten Lämmer ohne Makel sein mussten, so war der Messias ohne Sünde. Daraufhin wurde der Messias hingerichtet. Er wurde zur selben Zeit “geopfert”, wie alljährlich das Lamm, das auf Ihn hindeutete, geschlachtet wurde.

infoAbendzeit ist in der Bibel ein Begriff, der die zweite Hälfte des Tages anzeigt und hat nichts mit der Nacht zu tun. Die Abendzeit beginnt, wenn sich die Sonne, nachdem sie den Zenit um ca. 12:00 Mittags erreichte, wieder neigt. Es gibt viele Bibelstellen, die zeigen, dass „Abendzeit“ oder „Abend“ jede Stunde zwischen Mittag und Abenddämmerung bedeuten kann. Siehe hierzu: Was sagt die Bibel, wann der Tag beginnt?“ Das Abendopfer muss um die 9. Stunde (ca. 15:00 Uhr) stattgefunden haben, und das Morgenopfer ca. zur 3. Stunde (ca. 9:00 Uhr).

Der Messias wurde zwischen der dritten und sechsten Stunde ans Kreuz genagelt (zwischen Neun und zwölf Uhr Mittag) und Er starb in der neunten Stunde (Matthäus 27,46). Es war genau die Zeit, in der die Priester das Abendopfer und auch das jährliche Passahopfer schlachteten (2. Mose 12,18; 3. Mose 23,5; 4. Mose 28,16). Genau zu dem Zeitpunkt des Todes zerriss auch der Vorhang im Tempel, während der Priester gerade das Opfer darbrachte. 

„Und es war schon um die sechste Stunde; und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, da sich die Sonne verfinsterte; der Vorhang des Tempels aber riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist! Und als er dies gesagt hatte, verschied er.“ (Lukas 23:44-46)

Dornenkrone und NagelGenau um 15:00 Uhr am Nachmittag (neunte Stunde) starb unser Erlöser. Es war der 14. des ersten biblischen Monats (Nisan/Abib). Das Abendmahl musste der Messias mit seinen Jüngern bereits davor abgehalten haben, denn danach starb Er selbst als „wahres Passahlamm“. Es konnte auch nicht der 15. gewesen sein. Denn am 15. war nach der Torah der erste Tag des Festes der Ungesäuerten Brote (der Tag nach dem Abend des Passah). 

„Die Juden nun baten den Pilatus, damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz blieben, weil es Rüsttag war - denn der Tag jenes Sabbats war groß - dass ihre Beine gebrochen und sie abgenommen werden möchten.“ (Johannes 19,31)

Dieser Siebente-Tag Sabbat war ein „großer Sabbat“ weil es gleichzeitig der erste Tag des Festes der Ungesäuerten Brote war, der 15. Tag des Monats. Der Rüsttag ist immer der sechste Tag der Woche.

Am darauffolgenden Tag, dem ersten Tag der Woche (am zweiten Tag des Festes), musste im Alten Bund die „Erstlingsfrucht“ oder „Erstlingsgarbe“ vor JAHUWAH dargebracht werden, „zu Seinem Wohlgefallen“ (3. Mose 23,9-11). Ein Omer Gerste musste vor Ihm „gewebt“ oder „hin-und-her geschwenkt“ werden, bevor das Volk die Gerste ernten oder essen dufte. Das Volk Israel sollten die Erstlingsfrüchte der Gerstenernte zum Priester bringen, um es  JAHUWAH darzubringen, damit es von Ihm für Sein Volk angenommen werden konnte.

Dieser Tag ist ein Vorschatten auf die Auferstehung des Messias. Am selben Tag wurde Er von Seinem Vater von den Toten auferweckt. Er selbst ist der Erstling der Ernte der Gläubigen (Offenbarung 14,14-16; 14,3-5).

„Nun aber ist der Messias aus den Toten auferweckt; Er ist der Erstling der Entschlafenen geworden. Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch im Messias alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling der Messias; danach die, welche dem Messias angehören, bei Seiner Wiederkunft.“ (1. Korinther 15,20-23)

Das Getreide repräsentiert den Tod des Messias anstelle des sündigen Menschen, denn nur dadurch ist eine Auferstehung möglich (1. Korinther 15,35-38). Das Opfer des Messias ist mit dem „Sterben“ des Weizenkorns direkt verbunden mit der zukünftigen Ernte - die Erlösung aller treuen Gläubigen (Johannes 12,23-24).

So wie der Tag der Erstlingsgarbe am Tag nach dem großen Sabbat (7-Tags-Sabbat und 1. Tag des Festes) stattfand, so war es bei JAHUSCHUAHs Auferstehung. Als die Frauen früh morgens ans Grab kamen, war der Messias bereits auferstanden. Der Allmächtige Vater muss ihn deshalb sehr früh am Morgen auferweckt haben.

Manche bezweifeln, dass es tatsächlich nach dem Siebenten-Tag Sabbat war, an dem der Messias auferstand. Dies belegt jedoch die Anweisung der Zählung bis zum Fest der Wochen (Pfingsten). Am Tag nach dem Sabbat, von dem Tag der Webegarbe, sollten "Sieben volle Wochen" (im hebräischen heißt es „sieben Sabbate“) abgezählt werden und am Tag nach dem 7. Sabbat soll das Fest der Wochen stattfinden (3. Mose 23,15-16; 5. Mose 16,9). Damit muss der Tag der Auferstehung (16. Abib) nicht nur der Tag der Erstlingsgarbe gewesen sein, sondern auch der Tag nach einem Siebenten-Tag Sabbat, sonst gäbe es damit einen großen Widerspruch. (Wer hier nicht ganz folgen kann, sollte es sich aufzeichnen oder am Kalender sieben Sabbate vom Tag der Erstlingsgarbe (nach dem Sabbat) abzählen. Wäre der Tag vor der Webegarbe kein Siebenter-Tag Sabbat, so geht die Zählung ins Leere - denn welche "vollen Sabbate" oder "vollen Wochen" sollen von einem "jährlichen Sabbat" abgezählt werden? Es tauchen dann ein paar zusätzliche Tage auf!)

Die Beachtung der alttestamentlichen Datumsangaben und Einzelheiten des Passah und des anschließenden Festes der Ungesäuerten Brote, einschließlich des Tages der Erstlingsfrucht am zweiten Tag des Festes, ist sehr wichtig. Dadurch können solche eigenartigen Konstruktionen, wie z.B. eine „Mittwochskreuzigung“, vermieden werden.


 

Die Verwendung des Begriffes „Passah“ in der Bibel


Viele Missverständnisse und Verwechslungen bezüglich der letzten Tage des Messias kommen auch zustande, weil man zum einen die genau umrissenen Zeitangaben der Tage „Passah“, „Fest der Ungesäuerten Brote“ und „Tag der Erstlingsgarbe“ der Schriften des Alten Bundes nicht beachtet (siehe oben). Und zum anderen, weil man nicht erkennt, dass man in der jüdischen Tradition in der Zeit des Neuen Testaments diese Tage im alltäglichen Sprachgebrauch oft in einem Wort zusammenfasste: „Passah“, „Zeit des Passah“ oder „Passahfest“. Im Neuen Testament scheint damit der Ausdruck “Fest der Ungesäuerten Brote” und “Passah” austauschbar zu sein. So schreibt Lukas:

„Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das man Passah nennt.“ (Lukas 22,1)

Der römisch-jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus, der im 1. Jahrhundert lebte, bestätigt dies, wenn er schreibt: „Das Fest der Ungesäuerten Brote … wird von den Juden Passah genannt“.1 „Das Fest der Ungesäuerten Brote, das wir Passah nennen, ist nahe“.2

Wenn es deshalb z.B. in Johannes 6,4 heißt: „Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden“, so ist hier nicht nur der Abend des Passahopfer gemeint, sondern auch das anschließende 7-tägige Fest der Ungesäuerten Brote.

Opferaltar im Vorhof der StiftshütteDas „Passah“ selbst, das heißt, das Passahopfer am Abend des 14. Nisan, war kein Fest im eigentlichen Sinne. Es steht ja vor allem für das Opfer des Lammes und im Antitypus für das Leiden und Sterben des Messias. Im Alten Testament wird das Passah deshalb auch nicht als „Passahfest“ bezeichnet. Das Fest fängt offiziell am Tag nach dem Passah an, mit dem Fest der Ungesäuerten Brote.

Allerdings sollte bereits zu Passah, am 14. Tag des Monats, ungesäuertes Brot gegessen werden. Somit wurde zum Teil der 14. Tag des Monats bereits als der erste „Tag der Ungesäuerten Brote“ genannt (aber nicht der erste „Tag des Festes der Ungesäuerten Brote“!).Das zeigt, dass die Tage der Ungesäuerten Brote schon am 14. Tag des Monats begannen, das eigentliche Fest jedoch erst am 15. des Monats.

„Im ersten Monat, am 14. Tag des Monats, am Abend, sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum 21. Tag des Monats, am Abend.“ (2. Mose 12,18)

Wie oben gesehen, wird im Neuen Testament teilweise auch das Fest der Ungesäuerten Brote mit „Passahfest“ bezeichnet. So heißt es beispielsweise in Lukas 2,41:

„Und seine Eltern gingen alljährlich am Passahfest nach Jerusalem.“ (Lukas 2,41) 

Es wird sehr schnell klar, dass es sich hierbei um das Fest der Ungesäuerten Brote, einschließlich des Passah am Abend davor, handelt. Es gab drei „Feste“ zu deren Anlass die Israeliten dreimal im Jahr nach Jerusalem kommen sollten:

Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten: sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur festgesetzten Zeit im Monat Abib, denn in diesem bist du aus Ägypten gezogen. Und man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen. Ferner das Fest der Ernte, der Erstlinge vom Ertrag deiner Arbeit, dessen, was du auf dem Feld säen wirst; und das Fest des Einsammelns am Ende des Jahres, wenn du deinen Arbeitsertrag vom Feld einsammelst.“ (2. Mose 23,14-16)

Es handelt sich hierbei also um das Fest der Ungesäuerten Brote, das Fest der Ernte (auch Pfingsten oder Wochenfest genannt) und das Laubhüttenfest. Das Passah wird hier gar nicht genannt. Weil es kein Fest im eigentlichen Sinne ist, jedoch dem Fest der Ungesäuerten Brote vorangeht. Auch der „Tag der Erstlingsgabe“ oder „Tag der Erstlinge“ (4. Mose 28,26) ist kein eigenes Fest, sondern findet am zweiten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote statt. Es ist der 16. Tag des ersten Monats, der Tag nach dem Sabbat (3. Mose 23,15).

„Und im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, ist Passah für JAHUWAH. Und am fünfzehnten Tag dieses Monats ist ein Fest; sieben Tage sollen ungesäuerte Brote gegessen werden.“ (4. Mose 28,16-17)

Während in den Büchern Mose, wo das Passah und das Fest der Ungesäuerten Brote beschrieben werden, das Passah nie als Fest bezeichnet wird, kommt es jedoch im griechischen Grundtext des Neuen Testaments zwar vor, häufig wird jedoch der Wortteil „Fest“ von den Übersetzern verschiedener Bibelübersetzungen hinzugefügt.

GetreidehalmIn den Schriften Mose wird deutlich, dass „die Tage“ der Ungesäuerten Brote bereits am 14. begannen, an dem Tag, an dem das Passahlamm geschlachtet wurde. Aber von diesem ersten Tag der ungesäuerten Brote, ist noch nicht die Rede von einem Fest. Erst am Tag darauf, dem 15. bis 21. des ersten Monats, wird es als Fest bezeichnet. Dieses Fest wird dann „Fest der Ungesäuerten Brote“ oder „Passahfest“ genannt. Das Passah bildet die Grundlage für das Fest der Ungesäuerten Brote.

Das zu erkennen ist wichtig. Die Gefahr, das Abendmahl des Messias und das Passahopfer der alttestamentlichen Vorschatten auf Seinen Tod zu verwechseln oder diese Ereignisse auf einen falschen Tag festzulegen, wird so verringert.

 

 

Rüsttag – Sabbat – erster Tag der Woche


Die Evangelien zeigen einstimmig auf, dass der Messias an einem „Rüsttag“ – dem Tag vor dem wöchentlichen Sabbat – hingerichtet wurde und starb, und dass Er den Sabbat über im Grab ruhte, und am ersten Tag der Woche von den Toten auferweckt wurde.

Leider gibt es heute Einige, die behaupten, der Rüsttag, der hier erwähnt wird, sei ausschließlich der Rüsttag „für das Fest der Ungesäuerten Brote“. Er habe nichts mit dem wöchentlichen Sabbat zu tun. Wie oben schon erwähnt, geht man davon aus, dass der Rüsttag „ein Mittwoch“ war, an dem der Messias gekreuzigt worden sei, und der „Donnerstag“ der 1. Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, ein jährlicher Sabbat. Am „Samstag“ war dann der wöchentliche Sabbat, an dem der Messias von den Toten auferstand.

Auf eine solche Auslegung kommt man nur, 1.) wenn man die alttestamentlichen Einzelheiten der Frühlingsfeste nicht beachtet, 2.) wenn man „erster Tag der Woche“ völlig falsch deutet, 3.) wenn man richtigerweise annimmt, dass die Kreuzigung im Jahr 31 n.Chr. stattfand, und 4.) wenn man annimmt, dass der heutige „Samstag“ in Übereinstimmung ist mit dem biblischen Siebenten-Tag-Sabbat. Lies hierzu bitte: „In welchem Jahr fand die Kreuzigung statt“ und „Drei Tage und drei Nächste“. Weitere Informationen zum Biblischen Kalender, bitte hier klicken.

Der wöchentliche Sabbat und der erste Tag des Festes der Ungesäuerten Brote fallen grundsätzlich immer auf denselben Tag, den 15. Abib/Nisan, sowohl im Alten wie im Neuen Testament. Deshalb wird dieser Tag als „großer Sabbat“ oder „hoher Festtag“ bezeichnet:

„Die Juden nun baten Pilatus, dass ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden, damit die Leiber nicht am Sabbat am Kreuz blieben, weil es Rüsttag war – denn der Tag jenes Sabbats war groß.“ (Johannes 19,31)

„Und als es schon Abend geworden war (es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat) …“ Markus 15,42

„Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.“ Lukas 23,54

Das vierte Gebot JAHUWAHsIn Lukas 23,56 heißt es: „Als sie aber zurückgekehrt waren, bereiteten sie Gewürzsalben und Salböle; und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gebot.“ Welches „Gebot“ wird es sein? Das vierte Gebot (2. Mose 20,8-11; 5. Mose 5,12-15) der Zehn Gebote!

Das griechische Wort ist hier ντολ (entole). Dieses Wort kommt im Neuen Testament 68 Mal vor und bezieht sich grundsätzlich auf die Zehn Gebote, die JAHUWAH Mose auf dem Berg Sinai auf zwei Tafeln überreichte. Im Unterschied dazu steht das griechische Wort νμος (nomos), das sich grundsätzlich auf die gesamte Torah (JAHUWAHs Anweisungen für Sein Volk) bezieht. Es kommt 195 Mal in den Schriften des Neuen Bundes vor.

So wie es sich in Lukas 23,56 eindeutig um den Siebenten-Tag Sabbat handelt, so auch in Johannes 19,31: „ … denn jener Sabbat war groß“ (Elberfelder). Aufschlussreich ist ebenfalls, dass in Matthäus 28,1 das griechische Wort für Sabbat im Plural steht:

„Nach dem Sabbat [σαββάτων = genitiv plural]. aber, als der erste Tag der Woche [μίαν σαββάτων = „der erste zum Sabbat“ oder „der erste der Sabbate“] anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.“

„der erste Tag der Woche“ ist eine korrekte Übersetzung. Denn das Griechische „μίαν σαββάτων“ (mia sabbaton) heißt nichts anderes als „der erste Tag zum Sabbat“ oder „der erste Tag im Sabbat“. In biblischer Zeit wurden die Wochen grundsätzlich um den Sabbat, als den wichtigsten Tag der Woche, angeordnet. Man zählte alle Tage „zum Sabbat“. Lies hierzu bitte: „Das Konzept der Biblischen Woche“.

Das erste griechische Wort „Sabbat“ in Matthäus 28,1 in der Pluralform bezieht sich jedoch nicht auf die Woche, denn es ist kein Zahlwort vorangestellt. Es bezieht sich vielmehr auf „Sabbate“, das heißt, der Siebente Tag Sabbat als auch der Festsabbat der Ungesäuerten Brote. Beide Feiertage fallen hier zusammen. Der Sabbat steht im Griechischen ebenso in Lukas 24,1 und Johannes 20,1 in der Pluralform; es handelt sich um einen doppelten Sabbat. Auch in Lukas 4,16 steht es in der Pluralform, wo JAHUSCHUAH nach Seiner Gewohnheit in die Synagoge am Sabbat ging. Es kann sich hier ebenfalls nur um einen großen Sabbat (doppelten Sabbat) handeln, das heißt auch in diesem Fall der 15. Nisan. Ein paar Verse weiter, in Lukas 4,31 steht Sabbat wieder im Singular σάββασιν: „… Und lehrte sie am Sabbat“. Nachdem der Messias an einem „großen Sabbat“ in der Synagoge lehrte, ging Er nach Kapernaum (Vers 19) und lehrte dort die Menschen am „Sabbat“.

Leider deuten und lehren jedoch die Befürworter einer „Mittwoch-Kreuzigung“ und einer „Sabbat-Auferstehung“ den 2. Ausdruck in Matthäus 28,1 „mia sabbaton“ als „1. Sabbat“. Man geht davon aus, dass es der erste Sabbat von sieben Sabbaten ist, der auf das Fest der Wochen (Pfingstfest) deutet. Dies ist aber im starken Widerspruch zur alttestamentlichen Anweisung, wie man zum Fest der Wochen zählt und von welchem Tag man zählen soll. So lautet die Anweisung:

„Danach sollt ihr euch vom Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben volle Wochen abzählen, bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt …“ (3. Mose 23,15-16)

Gerstenernte - ErstlingeWenn man annimmt, dass dieser hier erwähnte Sabbat kein Siebenter-Tag Sabbat ist, sondern nur ein jährlicher Sabbat (erster Tag des Festes der Ungesäuerten Brote), wo am Tag darauf die Webegarbe dargebracht werden soll, dann dürfte man den „ersten Sabbat“ in Matthäus 28,1 auch nicht als wöchentlichen Sabbat ansehen. Für die Befürworter einer „Mittwoch-Kreuzigung“ und „Sabbatauferstehung“ werden die 7 Wochen damit NICHT von dem Tag der Webegarbe gezählt, sondern von einem wöchentlichen Sabbat selbst. Der „Tag der Webegarbe“ findet nach deren Verständnis ja bereits einen Tag vorher statt: Mittwoch: Rüsttag (14.) – Donnerstag: jährlicher Sabbat/FUB (15.) – Freitag: Tag der Erstlingsfrucht (16.) – Samstag: Sabbat und Auferstehung (17.).

Das ist zum einen mit den alttestamentlichen Vorschatten und Angaben zu den Festen überhaupt nicht in Einklang, und zum anderen auch nicht mit den klaren Aussagen im Neuen Testament. Zudem, wenn man annimmt, dass der Sabbat der 17. Nisan war, dann hätte auch der 10. Tag des Monats ein Siebenter-Tag Sabbat sein müssen. Gemäß der biblischen Aussage ist dem jedoch nicht so:

„Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus; wenn aber das Haus zu klein ist für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam mit seinem Nachbarn, der am nächsten bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl der Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für das Lamm berechnen, je nachdem jeder zu essen vermag.“ (2. Mose 12,3-4)

Jedes Jahr musste am 10. Abib das Lamm ausgesucht werden. Es ist ein sehr geschäftiger Tag. Der 10. Tag ist deshalb nie ein Siebenter-Tag Sabbat. Auch in der Kreuzigungswoche war es kein Sabbat!

Wie es in Johannes 12,1 heißt, kam der Messias sechs Tage vor dem Passah nach Bethanien3. Dies ist der 9. Tag des Monats. Weiter in Vers 12 heißt es, dass Er am “nächsten Tag” in Jerusalem auf einem Esel einzog. Die Menschen hörten dass „ihr König“ kommen soll und eine große Menge brachte an diesem Tag Palmzweige, die sie sie den ganzen Weg vor Ihm ausbreiteten (Vers 13). Es war ein sehr geschäftiger Tag, es war sowohl im Alten Bund als auch im Neuen Bund KEIN Sabbat! Lies hierzu auch Matthäus 21,1-15 und Lukas 19,35-46.

Dieser Punkt steht damit ohne Zweifel fest. Dieser wöchentliche Sabbat des 15. Nisan war ein hoher Sabbat, weil es zugleich der Erste Tag des Festes der Ungesäuerten Brote war (Johannes 19,14). Der „Rüsttag“ ist immer der 6. Tag der Woche, der Tag vor dem Siebenten-Tag Sabbat.

Grab des MessiasAlle vier Evangelien bestätigen, dass die Kreuzigung am Rüsttag, dem Tag vor dem Sabbat stattfand (Matthäus 27,62; Markus 15,42; Lukas 23,50-54 und Johannes 19,31.42). Am Sabbattag aber ruhte Er im Grab und am frühen Morgen des ersten Tages der Woche fanden die Frauen das Grab leer (Matthäus 28,1; Markus 16,1-2; Lukas 24,1; Johannes 20,1). Wann genau der Messias von Seinem Vater auferweckt wurde, geht aus diesen Versen nicht hervor. Er könnte in der Nacht von Sabbat auf den ersten Tag der Woche gewesen sein. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass Er sehr früh am Morgen, bevor die Frauen ans Grab kamen, auferstand. Denn der Typus der Auferstehung des Messias ist im Alten Bund der Tag der Webegarbe, der 16. Abib/Nisan (erster Tag der Woche).

„Nun aber ist … [der Messias] aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.“ (1. Korinther 15,20)

Dies ist im Neuen Bund die Erfüllung des Tages der Erstlingsfrucht im Alten Bund, die am zweiten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote JAHUWAH dargebracht werden musste (3. Mose 23,10-11). Der biblische Tag beginnt mit der Morgendämmerung. Somit ist der Sohn des Allmächtigen sehr früh am Morgen des 16. Abib/Nisan (erster Tag der Woche) auferstanden.

”Diesen hat … [JAHUWAH] auferweckt am dritten Tag …“ (Apostelgeschichte 10,40)

Diese Aussage der Auferstehung „am dritten Tag“ kommt im Neuen Testament mehrmals vor. In Matthäus 12,40 wird jedoch von „drei Tagen und drei Nächte“ gesprochen. Um zu verstehen, welche Bedeutung diese Aussage JAHUSCHUAHs hat, lies bitte den Artikel: „Drei Tage und drei Nächte – Matthäus 12,40“.

 

 

Ein verlorener Tag in der Kreuzigungswoche?

 

Beim Rekonstruieren jedes einzelnen Tages dieser Woche, nehmen einige Bibelforscher an, es gäbe einen Tag, an dem laut der Evangeliums-Berichte gar nichts geschah. Es sei der „Mittwoch“ vor der „Freitags-Kreuzigung“. Andere gehen deshalb davon aus, dass der Messias nicht in der Nacht vor dem Tag der Kreuzigung gefangen genommen wurde, sondern eine Nacht vorher. Das heißt, Sein Leiden und die Verhandlungen erstreckten sich nicht auf eine Nacht und den darauffolgenden Morgen, sondern auf zwei Tage. Die Zeit würde nicht ausreichen für die Gefangennahme, die Verhandlungen an verschiedenen Stellen und die Geißelung bis zur schließlichen Hinrichtung.

Tempel in Jerusalem Wenn wir jedoch alle vier Evangelien sorgfältig studieren, zeigt es sich, dass am 4. Tag (nicht in Übereinstimmung mit dem heutigen „Mittwoch“) der Woche sehr wohl ein ereignisreicher Tag in der letzten Woche des Lebens des Messias war: Gemäß Johannes 12,1 kam der Messias „6 Tage vor Passah“ nach Bethanien und hielt das Mahl mit Lazarus (1. Tag der Woche). „Am folgenden Tag“ (Johannes 12,12) zog Er auf einem Fohlen durch Jerusalem und reinigte den Tempel (5 Tage vor Passah, 2. Tag der Woche). Am nächsten Tag, „früh am Morgen“ (Matthäus 21,18) kehrt Er nach Jerusalem zurück und lehrte im Tempel (3. Tag der Woche). Es sind nun 4 Tage vor Passah und Lukas schreibt in 19,47 und 20,1, an die vorhergehenden Ereignisse anknüpfend: „Und er lehrte täglich im Tempel“…. „Es geschah aber an einem jener Tage, als Er das Volk im Tempel lehrte und das Evangelium verkündigte …“. Das zeigt, dass der Messias in dieser Kreuzigungswoche neben der Reinigung des Tempels, mindestens an zwei weiteren Tagen (3. und 4. Tag der Woche) im Tempel lehrte. Am 5. Tag hielt Er das Abendmahl mit Seinen Jüngern und am 6. Tag der Woche wurde Er hingerichtet (siehe „Chronologie“ im nächsten Kapitel).

Zudem ist aufgrund der einzelnen Zeitangaben und der zeitlichen Reihenfolge der vier Berichte ab dem Zeitpunkt der Gefangennahme, die Annahme kaum haltbar, dass der Messias bereits an diesem 4. Tag festgenommen wurde und Seine Verhandlung vor Kaiphas und dem Hohen Rat sowie vor Pilatus und Herodes an zwei Tagen stattfand. Sicherlich ist die Zeit von ca. Mitternacht bis zur „3. Stunde“ (9:00 Uhr), als der Messias nach der Verhandlung zur Kreuzigung gebracht wurde, sehr kurz, aber durchaus machbar.

Dagegen wird besonders auch eingewendet 4, dass es zu der Zeit im jüdischen Recht dem Sanhedrin nicht erlaubt war, einen Kriminalfall bei Nacht zu verhandeln. Ebenfalls durfte kein Fall während eines Festtages oder am Vorabend des Festes verhandelt werden, wie es in der Mischna heißt:

"Verhandlungen über Geldsachen werden am Tage geführt und können nachts geschlossen werden, Verhandlungen über Todesstrafsachen werden am Tage geführt und müssen auch am Tage geschlossen werden. Bei Geldsachen wird das Urteil am Tage der Verhandlung gefällt, ob zugunsten oder zuungunsten, bei Todesstrafsachen aber kann das Urteil am selben Tag nur zugunsten gefällt werden, zuungunsten aber erst am folgenden Tage. Daher wird weder am Vorabend des Sabbats noch am Vorabend des Festes Gericht abgehalten"5

Es ist zu beachten, dass die Mischna eine Sammlung mündlicher, religionsgesetzlicher Überlieferungen und Traditionen der Juden ist. Sie wurde von mehreren Generationen von Rabbinern nach der Zerstörung Jerusalems bis ca. Mitte des dritten Jahrhunderts zusammengestellt. Man geht aber davon aus, dass diese Praxis der Kriminalverhandlungen zur Zeit der Kreuzigung Anwendung fand.

Recht und GerichtMan kann hier nur einmal mehr sehen, dass alle Vorschriften für ein gesetzeskonforme Verhandlung bei dem Sohn des Allmächtigen nicht eingehalten wurden. Er, dem selbst keine Sünde anhaftete und ein sündenfreies Leben führte, musste nicht nur die schlimmste Strafe erleiden -  denn die heidnische Kreuzigung war die grausamste Hinrichtungsart im römischen Reich, die bei den schlimmsten Verbrechen, wie z.B. Mord, eingesetzt wurde - vielmehr wurde Ihm auch eine gerechte und vorschriftmäßige Verhandlung verwehrt.

Nimmt man zwei Tage für die Verhandlungen vor dem Hohen Rat, Pilatus und Herodes an, so wäre das ebenfalls in Übereinstimmung mit den alttestamentlichen Zeitangaben als Typus auf die Aussonderung des Lammes/Einzug in Jerusalem (10. Nisan), Kreuzigung (14. Nisan) und Auferstehung (16. Nisan) des Messias, sowie dem biblischen Mond-Sonnenkalender, wonach diese Tage bestimmt werden. Das einzige Problem liegt jedoch darin, dass es zum einen nicht mehr zeitlich zwischen folgenden Ereignissen passt: 1) „6 Tage vor Passah“ als JAHUSCHUAH in Bethanien ankommt, 2) den Tempelbesuch an drei aufeinanderfolgenden Tagen, und 3) der Kreuzigung am 14. Nisan. Zum anderen spricht diese Annahme aber besonders gegen alle vier Evangeliums-Berichte ab der Festnahme des Messias in der Nacht:

  • Die Übergänge der einzelnen Ereignisse in den Berichten lassen keinen Raum, eine zusätzliche Zeit irgendwo dazwischen einzuschieben. Die Zeitangaben sind chronologisch sehr eindeutig.

  • Die Priester und Schriftgelehrten hatten es sehr eilig, den Messias hinzurichten, ohne dass es am Ende doch noch zu einem großen Aufstand der Volksmenge kommen würde. Es wurde sehr gut geplant; so wurde bereits zuvor mit Judas Iskariot vereinbart, wie man den Messias „ohne Volksaufstand ausliefern konnte“ (Lukas 22,4-6). Sie wollten Ihn nicht „während des Festes“ gefangen nehmen „damit es keinen Aufruhr gibt“ (Matthäus 26,5; Markus 14,2). Auch Pilatus beendete Seine Verhandlung, damit kein Aufruhr entstehen konnte (Matthäus 27,24).

  • Am Abend, „zwei Tage vor Passah“, nachdem der Messias im Tempel lehrte und harte Worte gegen die Priester, Schriftgelehrten und den Tempel sprach, berieten sich die obersten Priester und Schriftgelehrten, „wie sie Ihn mit List ergreifen und töten könnten“ (Markus 14,1; Matthäus 26,1-4). Es war der Tag, an dem der Messias das letzte Mal im Tempel war und sprach:

    „Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe Ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt! Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden; denn Ich sage euch
    : Ihr werdet Mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen … [JAHUWAHs]!« Und … [JAHUSCHUAH] trat hinaus und ging vom Tempel hinweg. Und Seine Jünger kamen herzu, um Ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. … [JAHUSCHUAH] aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird!“ (Matthäus 23,37-24,2)


    Wenn man die Ereignisse zwischen dieser Zeitangabe und „6 Tage vor Passah“ genau untersucht, so kann dieser Tag nur der Abend des 12. Nisan gewesen sein, was „zwei Tage vor Passah“ entspricht, denn das Passah-Opfer wurde erst am „Abend“ des 14. Nisan dargebracht und das Fest das darauf folgte, begann am 15. Nisan.

  • Als JAHUSCHUAH „am frühen Morgen“, nachdem der Hohe Rat beschlossen hatte, Ihn zu Pilatus in dessen Amtssitz (Prätorium) zu bringen, gingen die Priester und Schriftgelehrten nicht mit hinein, „damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen konnten.“ (Johannes 18,28). Dies zeigt, dass noch am selben Tag die Kreuzigung stattfand, an dem Tag, an dem alljährlich das Passahopfer durch die Priester im Tempel dargebracht wurde.

Zum besseren Verständnis der Abfolge der Tage der Kreuzigungswoche, nachfolgend eine chronologische Auflistung der Ereignisse.

 

 

Chronologie der Tage

 

6 Tage* vor dem Passah (Johannes 12,1) = 9. Nisan = 1. Tag der Woche:

Ereignis                                                                                    Matthäus  Markus  Lukas 
Johannes
Der Messias „reiste hinauf nach Jerusalem“ und kam „in die Nähe von Betaphage und Bethanien“ (Lukas); In Bethanien „wo Lazarus war“.
„Lazarus war einer, der zu Tisch saß“ (Johannes)                          

   21,1   


   11,1          

 19,28-29 
    12,1
Maria von Bethanien salbt dem Messias die Füße   12,2-8
Viele Juden kamen, um auch Lazarus zu sehen, den der Messias aus den Toten auferweckt hatte.

  12,9-11

*6 Tage vor dem Passah am 9. Nisan deshalb, weil das Passah-Opfer selbst erst im letzten Drittel des 14. Nisan dargebracht wurde.

5 Tage vor dem Passah = 10. Nisan = 2. Tag der Woche:

Ereignis                                                                                                  
Matthäus Markus Lukas     Johannes
„Am folgenden Tag“ (Johannes: Der Messias sendet zwei Apostel nach
einem Esel und einem Fohlen

21,1-7 11,1-6 19,29-34 12,12

Er zieht von Bethphage (Ort, nahe bei Bethanien undJerusalem) auf
dem Fohlen der Eselin nach Jerusalem' ein (Sacharja 9,9).
„Die Volksmenge“ jubelte Ihm zu schrie „Hosianna“ „Im Namen des
Königs von Israel“
(Johannes; Psalm 118,25)

21,8-11 11,7-11 19,29-44 12,12-18
Der Messias geht in den Tempel. Er reinigt den Tempel,indem Er die
Käufer und Verkäufer hinaustrieb.

 21,12-13   11,11
11,15-18
19,45-46
Er ging zurück nach Bethanien und übernachtete dort (Matthäus).

 21,17   11,11

 

 4 Tage vor dem Passah = 11. Nisan = 3. Tag der Woche*

Ereignis                                                                     
Matthäus Markus Lukas Johannes
Kehrte „früh am Morgen“ (Matthäus) nach Jerusalem zurück.

21,18 11,12 19,47-48

Er lehrt die Menschen im Tempel und verkündigt das Evangelium  undlehrt in Gleichnissen. Heilt Blinde und Lahme.

Hinweis:
Es ist 4 Tage vor Passah und Lukas schreibt in 19,47 und 20,1:„Und er lehrte täglich im Tempel“….  „Es geschah aber an einemjener Tage, als Er das Volk im Tempel lehrte und das Evangeliumverkündigte …“. Das zeigt, dass der Messias in dieserKreuzigungswoche neben der Reinigung des Tempels, mindestens an zwei weiteren Tagen im Tempel lehrte.

21,23-46 11,27-33  Kapitel 20 12,20-50
Auf dem Weg nach Jerusalem verflucht JAHUSCHUAH den Feigenbaum, der keine Frucht trug.

21,19-22 11,13.21

*Bitte beachte, dass die Trennlinie der Ereignisse am 3. und 4. Tag der Woche, an denen der Messias im Tempel lehrte, in den vier Evangelien nicht ganz exakt gezogen werden kann.

 

3 Tage vor dem Passah = 12. Nisan = 4. Tag der Woche

Ereignis                                                                                             
Matthäus
Markus   Lukas     Johannes

JAHUSCHUAH lehrt erneut im Tempel in Jerusalem. Spricht in
Gleichnissen, warnt die Schriftgelehrten und Pharisäer. „Euer Haus wird  euch wüst gelassen werden.“ (Matthäus 23,38). „Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird“ (Matthäus 24,2)

Er verließ den Tempel und kehrte nie wieder dorthin zurück, auch nicht
nach Seiner Auferstehung. … in drei Tagen aufbauen … (Johannes 2,19). Hier ist nicht der buchstäbliche Herodes-Tempel gemeint!

23,1-39     
12,1-44   
Kapitel 20
Kapitel 21  
 12,20-50  
(Endzeit)-Prophezeiung am Ölberg, Gleichnis von den 10 Jungfrauen und
von den Talenten.

 24,1-51
25,1-46
 13,1-37  Kapitel 21 12,20-50
Am Abend: „Zwei Tage vor dem Passah“. Der Messias kehrt zurück nach Bethanien in das Haus von Simon.

Die Priester und Gelehrten berieten sich, wann und wie sie den Messias
festnehmen konnten – nicht während des Festes, damit kein Aufruhr
stattfand. Judas Iskariot bot seine Hilfe bei der Auslieferung des Messias an.

 26,1-5  14,1-2  22,1-2

 

 
2 Tage* vor dem Passah = 13. Nisan = 5. Tag der Woche

 

Ereignis Matthäus Markus Lukas Johannes

Eine Frau salbt das Haupt JAHUSCHUAHs; ein wahrlich prophetischer Akt dieser Frau.

26,6-13 14,3-9
Judas Iskariot plant den Verrat des Messias

26,14-16   
14,10-11    
22,3-6
Vorbereitung für das Abendmahl

26,17-19 14,12-16 22,7-13

Das letzte Abendmahl und Ankündigung des Verrats.

Kündigt den Neue Bund gem. Jeremia 31,31 an. Vorhersage.
Petrus dreimaligen Verrats. Streit, wer der Größte ist.
26,20-29 14,17-25 22,14-38  
13,1-38     
14,1-31
15,1-27
16,1-33
17,1-26
Weg nach Gethsemane. Vorhersage 3-maliger Verrat Petrus.
Festnahme des Messias im Garten Gethsemane.

26,30-56 14,26-52 22,39-54 18,1-11
Nachts: die Soldaten führten ihn in das Haus des Hannas, der der Schwiegervater des Hohepriesters Kaiphas war.Dieser hatte zuvor gesagt, dass es besser sei, dass ein Mensch für das Volk umkomme.

18,13-14

Hannas lässt JAHUSCHUAH in den Hof des Hohepriesters
Kaiphas bringen. (Johannes 18,24). Die Wachen schlagen,
verspotten, spucken Ihn an und sprachen Lästerungen gegen Ihn aus.

Verhandlung vor Kaiaphas, den Ältesten und Priestern. Falsche Zeugen treten auf, deren Zeugnisse sich widersprachen. Der Hohepriester zereisst seine Kleider. Die Verhandlung war vorbei. Der Brauch, die Kleider zu zerreißen, war den Priestern im Alten Bund verboten und brachte den Tod mit sich (3. Mose 10,6; 21,10)

Petrus dreimaliger Verrat. Der Hahn kräht zum zweitenMal.
Der Hahn kräht bei Morgengrauen. Es wird gerade Morgen.

26,57-75
27,1
14,53-72 22,54-71 18,15-27

*2 Tage vor dem Passah am 13. Nisan deshalb, weil das Passah-Opfer selbst erst im letzten Drittel des 14. Nisan dargebracht wurde, und die Zeitangabe "zwei Tage vor Passah" am Abend des 12. Nisan gegeben wird.

 
 

1 Tag* vor dem Passah/FuB = 14. Nisan = 6 Tag der Woche = Rüsttag

Ereignis Matthäus Markus Lukas Johannes

„In der Früh“ (Markus), „Als es Morgen geworden war“ (Matthäus): Älteste, Schriftgelehrte, Priester und der ganze Hohe Rat fassten
einen Beschluss, den Messias zu Pilatus zu bringen.

    27,1-2    
   15,1      
   23,1     
18,28
Judas warf die 30 Silberlinge in den Tempel und erhängte sich.

   27,3-10

Erste Verhandlung vor Pilatus. Die Priester und Schriftgelehrten
klagten ihn vor Pilatus an. Pilatus verhandelte erst mit den Priestern
und Schriftgelehrten und schlug vor, dass sie ihn nach ihrem Gesetz verurteilen können. Sie erwiderten, dass sie kein Todesurteil aussprechen dürfen (Johannes). Daraufhin befragt er den Messias,
ob Er der König der Juden sei, was JAHUSCHUAH bejahte.

Pilatus sieht keine Schuld in Ihm. Die Schriftgelehrten und Priester
bestanden jedoch darauf, denn Er würde das Volk aufwiegeln.

Als Pilatus hörte, dass der Messias aus Galiläa stammt und aus
dem Herrschaftsgebiet des Herodes kommt, sendet er Ihn zu Herodes, der sich zu der Zeit in Jerusalem aufhielt. (Lukas 23,6-7)

     27,1
  27,11-14
 15,1-15  23,1-15 18,29-38
Der Messias erscheint vor Herodes. Herodes möchte ein Wunder sehen.
Er stellte dem Messias viele Fragen, auf die er keine Antwort bekam.
„Die Ältesten und Schriftgelehrten aber verklagten Ihn heftig an“. Herodes verspottet Ihn nun, ließ Ihm einen Purpurmantel anziehen,
und sendete Ihn zurück zu Pilatus, mit dem er noch am selben Tag Freundschaft schloss.

 23,6-12

2. Verhandlung vor Pilatus. Er ließ das ganze Volk zusammenrufen.
Er sagt erneut, dass er in Ihm keine Schuld sieht und auch Herodes habe keine Schuld gesehen, das den Tod zur Folge haben könnte. Er
versucht, nachdem ihm seine Frau eine Botschaft erhielt, den Messias
frei zu lassen. Priester überredeten die Volksmenge, dass sie für Barabbas stimmten. Die Menge will jedoch den Mörder Barabbas frei haben. Pilatus beteuerte erneut, dass er keine Schuld in Ihm finden konnte. Die Volksmenge und die Priester schrien jedoch immer lauter. Daraufhin gab Pilatus nach.

Pilatus wusch sich die Hände in Unschuld. Ließ Barabas frei, ließ den
Messias auspeitschen und Ihm eine Dornenkrone aufsetzen und übergab Ihn zur Kreuzigung.

Man legte Ihm einen Purpurmantel an, die Volksmenge verspottete Ihn,
spuckte Ihn an und schlugen Ihm mit einem Rohr auf Sein Haupt.

  27,15-30   15,6-19  23,13-25   18,39-
  19,16

Der Messias wurde zum Kreuzigungsberg gebracht. Simon von Kyrene
hilft das Kreuz u tragen. und mit den beiden Verbrechern ans Kreuz
genagelt.

 27,31-44 15,20-32 23,26-43 19,16-27
Dunkelheit und Tod. „Warum hast Du mich verlassen?“ „In Deine Hände
lege Ich Meinen Geist“. Von diesem Zeitpunkt an wurde das gesamte
Priester- und Opfersystem hinfällig. Der Vorhang im Tempel zeriss
(Matthäus 27,51; Markus 15,38).

 27,45-51 15,33-39 23,44-49 19,17-37
Joseph von Arimathia geht zu Pilatus und bittet um den Körper
JAHUSCHUAHs. Pilatus wundert sich, dass bereits der Tod
eingetreten war. Er ruft nach dem Hauptmann und lies sich von ihm
den Tod bestätigen.

 27,57-58 15,42-45  23,50-52 19,38
In Eile und Hast wurde der Messias vom Kreuz genommen und in die
Gruft gelegt und ein Stein davor gerollt, damit alles noch am Rüsttag
erledigt war, bevor der Sabbat anbrach.

 27,59-60   15,46  23,53-54 19,38-42
Als der Sabbat vorüber war (Der heilige Sabbattag ist mit dem letzten Licht der Abenddämmerung vorüber. Die Tageslichtstunden beginnen
mit dem ersten Licht am Morgen und enden mit dem letzen Licht am Abend (Siehe Artikel „Was sagt die Bibel, wann der Tag beginnt?“), d.h., nach dem Untergang der Sonne, kauften die Frauen (die „wussten wo Er hingelegt wurde“) wohlriechende Gewürze, um den Messias am nächsten Tag zu salben.

  15,47-
  16,1
 23,55-56

 * 1 Tag vor dem Passah am Passah selbst deshalb, weil das Passah-Opfer selbst erst im letzten Drittel des 14. Nisan dargebracht wurde, und die Zeitangabe "zwei Tage vor Passah" am Abend des 12. Nisan gegeben wird.

 

Siebenter-Tag Sabbat und erster Tag des Festes der Ungesäuerten Brote:

Ereignis    Matthias Markus Lukas Johannes

„Am anderen Tag“ (Matthäus), baten die Schriftgelehrten und Pharisäer Pilatus, man möge das Grab bewachen lassen.

JAHUSCHUAH ruhte im Grab (siehe Teilüberschrift „Typus und Antitypus),  wie auch die Frauen nach dem Kauf der wohlriechenden Gewürze am Sabbat nach dem Gesetz ruhten.

  27,60-66   
                    
 23,56     



 1. Tag der Woche = 16. Nisan = Tag der Erstlingsfrucht

Ereignis                                                                                      
Matthäus Markus    Lukas      Johannes 
Auferstehung  28,1-10    
 16,1-8     
 24,1-12  
 20,1-10    

 

 

Die Stunde der Kreuzigung – ein Widerspruch in Johannes 19,14 und Markus 15,25?


Bibelkritiker weisen auch auf einen „Widerspruch“ in Johannes 19,14 und Markus 15,25 hin. Man kann tatsächlich nach einem ersten Blick annehmen, dass sich beide Evangelisten hinsichtlich der Kreuzigungsstunde widersprechen. Denn im Bericht von Markus heißt es, dass der Messias „zur dritten Stunde“ gekreuzigt wurde, während Johannes schreibt, dass seine Verhandlung ca. zur „sechsten Stunde“ beendet war und Er von Pilatus zur Hinrichtung freigegeben wurde. Wie aber kann die Verhandlung zur „6. Stunde“ beendet sein, Er aber bereits 3 Stunden zuvor hingerichtet wurde?

info
Die biblische Zeitrechnung teilt den Tag in 12 Stunden (Johannes 11,9), während die Nacht mit vier „Nachtwachen“ eingeteilt wird. Der Tag beginnt am Morgen, ca. 6:00 Uhr, mit der ersten Stunde. Die dritte Stunde ist damit 9:00 Uhr und die sechste Stunde 12:00 Uhr.


Bei genauerem Studium der letzten Tage und Stunden der Hinrichtung des Messias bleibt nur ein Schluss: Er wurde zur dritten Stunde nach hebräisch-biblischer Zeitrechnung gekreuzigt:

„Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.“ (Markus 15,25)

„Als aber die sechste Stunde anbrach, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«“ (Markus 15,33-34)

„Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde.“ (Lukas 23,24)

„Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.“ (Matthäus 27,45)

Diese Verse sind alle in Harmonie miteinander. In Johannes 19,14 heißt es jedoch:

“Es war aber Rüsttag für das Passah, und zwar um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König! … Da übergab er ihnen [JAHUSCHUAH], damit er gekreuzigt werde.“ (Johannes 19,14.16)“

SonnenuhrDas kann tatsächlich nicht sein, dass der Messias um die 3. Stunde bereits gekreuzigt wurde, Er aber erst zur sechsten Stunde von Pilatus zur Kreuzigung freigegeben wurde. Die Chronologie der Ereignisberichte lassen auch keinesfalls den Schluss zu, dass es die „6. Stunde“ einen Tag vor der Kreuzigung war. Wie oben gesehen ist auch dies nicht möglich.

Wichtig ist es, zu erkennen, dass hier das Ende der Verhandlungen angegeben wird. Bis zur Kreuzigung ist es damit nur eine kurze Zeit; keineswegs 3 Stunden! Zumal die Priester und Gelehrten den Messias unbedingt noch vor dem Passah und dem darauffolgendem Sabbat und Fest der Ungesäuerten Brote tot und im Grab sehen wollten. Die Führenden Personen wollten das Gerichtsverfahren so schnell wie möglich abschließen. Sie wollten sicherlich nicht, dass Nikodemus oder Josef von Arimathia kommen, um sich für JAHUSCHUAH einzusetzen. Das Verfahren hat wohl keine zwei oder mehrere Tage gedauert, wie manche Bibelforscher annehmen.

Golgatha, der Hügel, wo der Messias hingerichtet wurde, lag außerhalb der Stadt, aber „war nahe bei der Stadt“ (Johannes 19,20). Dort hin zu kommen, nahm keine halbe Stunde in Anspruch.

Einige nehmen deshalb an, dass Johannes in diesem Vers die römische Stundeneinteilung benutzte. Denn die Römer hätten zu jener Zeit dieselbe Stundenzählung angewendet, wie in unserer modernen Zeitrechnung heute: Tagesbeginn um Mitternacht. Damit wäre die „sechste Stunde“ nach römischer Zeit 6:00 Uhr morgens.

Zum einen ist es sehr fragwürdig, ob Johannes in diesem einen Vers tatsächlich die römische Zeitangabe benutzte, zumal er diesen Vers einleitet mit den Worten: „ Es war aber Rüsttag des Passah“. Er gibt hier eine jüdisch-biblische Tagesangabe; warum sollte er die Stunde im selben Vers nach römischer Zeit angeben? Zum anderen gibt es auch genügend Beispiele, die zeigen dass die Römer ebenfalls die Zeiteinteilung von Sonnenaufgang/Morgendämmerung bis Sonnenuntergang/ Abenddämmerung benutzten:

„Für religiöse und rechtliche politische Handlungen galt die Mitte der Nacht als der Beginn des neuen Tages, für den Normalgebrauch der Römer wurde der Tagesbeginn morgens angenommen.“6

„Gegen die Vorstellung von der Allgemeinheit des mitternächtlichen Tagesanfangs hat Bilfinger [deutscher Historiker und Chronologe] Bedenken erhoben, indem er eine Menge Beispiele aus den klassi­schen Schriftstellern beibrachte, aus denen hervorgehen sollte, dass man auch einen Tagesbeginn vom Morgen hatte: die Nacht wurde entweder als ohne Datum behandelt, indem sie, je nach der auszu­drückenden Tagesstunde, zum vorher­gehenden oder folgenden Tage gerechnet wurde, oder man nahm den Morgen, den anbrechenden Tag, als Tagesanfang an. Solche Beispiele einer mehr populären Weise, den Tag vom Morgen an zu zählen, finden sich bei Cicero, Ovid, Livius. Nach Bilfinger wäre sogar diese Zählung die weitaus verbreitetere gewesen und auch im Zivilrecht beobachtet worden. … Viele römische Autoren [gebrauchten] den „Lichttag“ … , d. h. die Zeit von der Morgen­dämmerung bis zum Nacht­eintritt (Plinius: vulgus omne a luce ad tenebras) als Tagesdauer.“7

Wenn also die Römer ebenfalls zu der Zeit die Tagesstunden mit dem Morgen zu zählen begannen, wäre die 6. Stunde 12:00 Uhr Mittag. Das wäre zu spät für die Hinrichtung und im Widerspruch zu den anderen Evangelisten. Nimmt man jedoch an, dass die Römer die Tagesstunden ab Mitternacht zählten und Johannes die Römische Zeit benutzte, ist dies ebenfalls kaum haltbar, wenn man die Zeitangabe der Evangelisten in Betracht zieht:

GerichtsurteilNachdem der Messias im Garten Gethsemane von den Soldaten gefangen genommen wurde, ging der erste Weg zu Hannas, dem Schwiegervater des Hohepriesters Kaiphas (Johannes 18,13). Direkt anschließend wurde er „gebunden“ zu Kaiphas gebracht (Johannes 18,15.24), wo die Verhandlung vor ihm und dem Hohen Rat stattfand (Johannes 18,15-27; Matthäus 26,57-75; Markus 14,53-72; Lukas 22,54-71). Als die Verhandlung begann war es sicherlich noch dunkel. Während dieser Verhandlung verriet Petrus den Messias dreimal und der „Hahn krähte zum zweiten Mal“. Es muss also zumindest die Zeit der 4. Nachtwache gewesen sein. Die Verhandlung war sehr früh am Morgen vorüber, zumindest dürfte die Morgendämmerung bereits eingesetzt haben.

Nach dieser Verhandlung vor Kaiphas und dem Hohen Rat heißt es anschließend:

Johannes:

„Sie führten nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium. Es war aber noch früh. Und sie selbst betraten das Prätorium nicht, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten.“ (Johannes 18,28)

Matthäus:

Als es aber Morgen geworden war, hielten alle obersten Priester und die Ältesten des Volkes einen Rat gegen Jesus, um ihn zu töten. Und sie banden ihn, führten ihn ab und lieferten ihn dem Statthalter Pontius Pilatus aus.“ (Matthäus 27,1-2)

Markus:

„Und gleich in der Frühe fassten die obersten Priester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluss und führten …[JAHUSCHUAH] gebunden hin und lieferten ihn dem Pilatus aus.“ (Markus 15,1-2)

Lukas:

„Und als es Tag geworden war, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die obersten Priester und Schriftgelehrten, und führten ihn vor ihren Hohen Rat … Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus.“ (Lukas 22,66; 23,1)

Es muss mindestens bereits 6:00 Uhr morgens gewesen sein. Erst zu diesem Zeitpunkt begann die Verhandlung vor Pilatus! Nach der ersten Verhandlung sendete Pilatus den Messias zu Herodes Antipas (Lukas 23,6-12). Von dort ging es wieder zurück zu Pilatus wo die abschließende Verhandlung stattfand (Matthäus 27,15-31; Markus 15,6-20; Lukas 23,11-25; Johannes 18,39-40; 19,1-5). Die Verhandlung konnte also nicht um 6:00 Uhr früh morgens beendet gewesen sein, sondern erst ein paar Stunden später: um ca. 9:00 Uhr. Die Verhandlung vor Pilatus und Herodes fand zwischen diesem Zeitraum statt.

Wie kann nun dieser Vers in Johannes 19,14 verstanden werden, wo es heißt, dass die Verhandlung bei Pilatus um die sechste Stunde zu Ende war? In diesem Fall würde ausschließlich dieser eine Vers einen anderen Zeitpunkt angeben, während alle anderen Aussagen und der Textzusammenhang auf etwas anderes schließen lassen. Demzufolge muss dieser Vers genauer betrachtet werden, denn „durch zweier und dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden!“ (2. Korinther 13,1).

Es könnte sich hier auch um einen „Kopierfehler“ handeln. Antikes Manuskript So schreibt Petrus von Alexandrien († 311 n. Chr.) in Chronicon Paschale, dass nicht nur in vielen zuverlässigen Handschriften „dritte Stunde“ geschrieben stehe, sondern auch in der Urhandschrift, die in der Kirche zu Ephesus bis zu seiner Lebenszeit („bis heute“) vorhanden gewesen sei.8

Der Kommentar von Adam Clark zu Johannes 19,14 erwähnt weitere Quellen, wo nicht „sechste“, sondern „dritte“ (Τριτη) Stunde geschrieben steht. Clark schreibt, dass in antiker Zeit alle Nummern in den Manuskripten nicht in Wörtern, sondern in Nummern geschrieben wurden. So sei es leicht möglich, die Zahl Γ (gamma = drei) mit der Zahl Ϛ (episemon = sechs) zu verwechseln, wenn sie nicht korrekt geschrieben wurden. Diese beiden Zahlen würden sich in einigen Manuskripten (Handschriften) sehr ähnlich sehen. Der Großteil der besten Kommentatoren würden deshalb annehmen, dass „dritte“ Stunde die ursprünglichste Lesart sein müsse.9

Im Kommentar von Jamieson, Fausset und Brown heißt es zu Johannes 19,14:

„… und um die sechste Stunde: die richtige Lesart ist hier wahrscheinlich ‚die dritte Stunde‘ – oder 09:00 Uhr, was am besten mit der gesamten Abfolge der Ereignisse, als auch mit den anderen Evangelisten übereinstimmt.10

Übersetzung nach Johann Albrecht Bengel:

“es war aber der Rüsttag des Passah, um die dritte Stunde; und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König.“ (Johannes 19,14; Bengel)

Auch die Konkordante Bibelübersetzung schreibt “dritte Stunde”. Es kann tatsächlich auch nur die dritte Stunde gemeint sein. Es scheint sich um einen Abschreibe-Fehler der griechischen Manuskripte zu handeln.

infoWie leicht auch Übersetzer ihre eigene Ansicht in die Bibelübersetzung einbringen, zeigen einige moderne Bibelübersetzungen, die anstelle „sechste Stunde“ gar “Mittagszeit” (Hoffnung für Alle; Neue Evangelische Übersetzung) oder “12:00 Uhr” (Gute Nachricht; Neue Genfer) schreiben. Dies ist eine reine Interpretation der Übersetzer.

Man muss deshalb annehmen, dass Johannes hier die jüdische Stundenzählung benutzte, und ursprünglich 3. Stunde schrieb, und nicht „6. Stunde“. Nur so fügt sich dieser Vers harmonisch in das Gesamtbild ein.

 

 

Das „Abendmahl“, ein vorgezogenes Passahmahl oder das Passahmahl selbst?

 

Einige Bibelgelehrte nehmen an, dass das letzte Abendmahl, das der Messias mit Seinen Jüngern hielt, das alttestamentliche Passah war und am 14. Nisan gehalten wurde.

Der Gesamtzusammenhang aller Schriften des Neuen und Alten Bundes zeigen jedoch, dass dies nicht sein kann. Der Messias hat vielmehr Seinen Jüngern VOR dem eigentlichen Passah-Opfer, wo Er selbst starb, eine Art Einweisung in den Neuen Bund gegeben, der den gesamten Priesterdienst- und die Tieropfer für immer beenden soll. Anstelle, das jährliche Passah zu halten, hat Er das Abend- oder Gedächtnismahl eingeführt, dass für immer an Seinen Tod und Seine Auferstehung erinnern soll.

infoDie Zeremonie, die JAHUSCHUAH beim Gedächtnismahl durchführte, geht zurück auf Melchisedek, der „König Salems“ und „Priester JAHUWAHs“, der während des Mahls mit Brot und Wein (Traubensaft) Abraham segnete (1. Mose 14,18-19). JAHUSCHUAH setzte sich nach Seiner Auferstehung und Himmelfahrt zur Rechten Seines Vaters als der Hohepriester – die „Hauptsache“ wovon Paulus sprach (Hebräer 8,1).

Wenn es nun in Lukas 22,15 heißt: „Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide“, so ist dies wohl eher dahingehend zu verstehen, das Markus hier eine Verbindung zwischen dem Passah und dem Abendmahl herstellen wollte, um den Aspekt der alttestamentlichen-Heilsankündigung in der Abendmahlsfeier zu betonen: Während das Passah zum einen ein Vorschatten auf den Tod des Messias war, so mussten die Israeliten auch an den Auszugs aus Ägypten gedenken. Das Gedächtnismahl sollte nun an die Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde durch den Tod des wahren Passah-Lammes des Sohnes JAHUWAHs und Seiner Auferstehung erinnern, und ist damit eine Verheißung auf JAHUSCHUAHs Wiederkunft und Auferstehung aller Gläubigen, die treu den Fußstapfen des Messias und Heilands gefolgt sind. Von nun an sollten sie Anteil haben an Seinem Opfertod und Seiner Auferstehung durch das Brechen des Brotes und das trinken des Traubenweines („mein Fleisch und mein Blut“, Johannes 6,56).

Weitere Hinweise, dass das Abendmahl kein vorgezogenes Passah-Mahl mit den Jüngern war, zeigt auch die Art der Mahlzeit. Bestimmte Elemente waren nicht integraler Bestandteil des Abendmahls, wie das Passahlamm (2. Mose 12,3) und die bitteren Kräuter (2. Mose 12,8).

Abendmahl Zudem beschreibt Johannes 13,21-29 die Begebenheit mit Judas Iskariot während des Gedächtnismahls. Nach der Fußwaschung sagte der Messias zu Judas, was er zu tun habe, solle er schnell tun. Die Jünger verstanden diese Aussage dahingehend falsch, dass Er Judas anwies, etwas für das „Fest“ zu kaufen, denn er war für die Geldangelegenheiten zuständig (Vers 29). Die Jünger wussten also, dass das Passah noch nicht begonnen hatte.

Wäre das Passah identisch mit dem Abendmahl, das der Messias mit Seinen Jüngern zu sich nahm, dann hätte sich der Typus oder der Vorschatten der jährlichen Passah-Opferung nicht im Antitypus mit dem Opfer des Messias erfüllt. Unser Erlöser wird jedoch ausdrücklich in der Bibel mit dem „Passah-Lamm“ identifiziert. Was wäre das für ein schwacher Antitypus und damit Erfüllung der alttestamentlichen Vorhersagen auf den Tod des Messias, wenn dieser erst ein bis zwei Tage nach dem Schlachten des Passahlammes starb! Unser Heiland ersetzte zur genauen Zeit das Opfern des Lammes und starb zur Stunde genau an dessen statt. Auch Paulus deutet eine andere Form des Passah/Fest der Ungesäuerten Brote an:

„Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: ... [der Messias]. So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.“ (1. Korinther 5,7-8)


Matthäus 26,17 und Markus 14,12 – Das Abendmahl am Tag des Passah am 14. Nisan?

 

Diese beiden Verse scheinen auf dem ersten Blick auszusagen, dass der Messias das Gedächtnis- oder Abendmahl, an dem Tag hielt, an dem Er selbst hingerichtet wurde. Einige nehmen deshalb an, dass Er es tatsächlich am 14. Nisan zu Passah mit den Jüngern hielt, die Kreuzigung jedoch einen Tag später am 15. Nisan stattfand. Das steht aber im Widerspruch zu den alttestamentlichen Angaben (siehe Typus und Antitypus) und auch zum Ablauf der Tage in den Evangelien der Kreuzigung/Rüsttag, Sabbat und Auferstehungstag. Bei einer näheren Untersuchung dieser beiden Verse lösen sich diese vermeintlichen Widersprüche auf.

Am ersten <Tag des Festes> der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, daß wir dir das Passah<mahl> zu essen bereiten?“ (Matthäus 26,17)

Wie man im ersten Vers aus der Elberfelder-Übersetzung bereits sieht, ist <Tag des Festes> in Klammern gesetzt. Denn diese Worte wurden in der Übersetzung hinzugefügt. Sie stehen nicht im Urtext. Es heißt also einfach „Am ersten der ungesäuerten Brote“. Das zeigt, dass hier schon mal nicht der 15. des Monats, der erste Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, gemeint sein kann. Es könnte aber der 14. Tag, an dem das Passah geschlachtet wurde, gemeint sein, weil bereits das der erste Tag war, an dem kein ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. (Erklärung siehe unter Teilüberschrift: Die Verwendung des Begriffes „Passah“ in der Bibel). Der Evangelist Markus schreibt:

„Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?“ (Markus 14,12)

Hier könnte man annehmen, dass der Messias das Abendmahl am 14. Nisan, zur Zeit des Passah-Opfers mit den Jüngern zu sich nahm. Da jedoch JAHUSCHUAH selbst als „Opferlamm“ zu genau dieser Zeit starb, kann dies nicht sein. Deshalb ist es hier angebracht, in beiden Bibelstellen (Matthäus 26,17 und Markus 14,12) zu überprüfen, ob das griechische Wort „prōtŏs“ (Nr. 4413 Strongs) korrekt mit den Worten „am ersten“ übersetzt wurde.

Folgende Erklärung wird in der Strongs' Konkordanz für prōtŏs gegeben:

Strongs' ConcordancePrōtŏs, der Superlativ (zweite Steigerungsform) von „vor“, wird gebraucht als
1. „der Zeit oder Platz“ (1) als Hauptwort, z.B. Lukas 14,18 „Der Erste sprach“; Offb. 1,17 „Ich bin der Erste und der Letzte; (1a) Gegenteil von „den Letzten“ im sachlichen plural, Matth. 12,45; Luk. 11,26 „für das letzte schlimmer, als das Erste“; 2. Petrus 2,20 „das letzte schlimmer geworden als das Erste“; (1b) im sachlichen Singular, Gegenteil von „dem Zweiten“, Hebr. 10,9 „nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten“; (1c) in 1. Kor. 15,3 „vor allem“ en protos, buchst. „in der ersten (Sache oder Angelegenheit)“; (2) als ein Adjektiv, z.B. Markus 16,9 „erste Tag“, buchstäblich verstanden „der erste (Tag) des (nach) dem Sabbat“, in dessen Satz das „des“ objektiv (unparteiisch) ist, den Sabbat nicht einschließt, sondern auf den Sabbat folgt; (2a) in Joh. 20,4.8 und Römer 10,19 „zuerst“; (2b) in Joh. 1,15 buchst., „er war vor mir“ (höhere Stellung).
2. „des Rangs oder Würde“, bedeutet „der erste“ der Zeit oder Platz. In Markus 6,21 „Oberster“; in Apg. 17,4 „vornehmste“; usw.

In dem englischen Wörterbuch Vine’s Complete Expository Dictionary of Old and New Testament Words wird das Wort hemera unter dem Punkt d) als „eine Zeitperiode undefinierter Länge, die durch bestimmte Charakteristiken markiert wird“ definiert.

Die Bedeutung könnte also auch ein wenig anders sein, als was die Übersetzung „am ersten der ungesäuerten Brote“ hergibt. Da prōtŏs die zweite Steigerungsform von „vor“ ist, könnte es somit auch „unmittelbar davor“ oder „zuerst“ oder „davor“ bedeuten. Johannes beschreibt dasselbe Ereignis, sagt aber, dass es „vor dem Passahfest“ stattfand.

Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen … Und während des Mahls, … stand Er vom Mahl auf …“ Johannes (Johannes 13,1) 

Bei Lukas wird dieses Ereignis wie folgt widergegeben:

„Es kam aber der Tag [griechisch: hemera] der ungesäuerten Brote, an dem man das Passah schlachten musste. Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin, bereitet uns das Passah, damit wir es essen können! … Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.“ (Lukas 22,7-8.15)

Das griechische Wort μρα (hemera), das hier mit „Tag“ übersetzt wurde, wurde an anderen Stellen auch mit „Tage“ (Matthäus 28,20) oder „Zeit“ (Apostelgeschichte 15,7) übersetzt. Beide Ausdrücke würden hier einen Sinn ergeben. Dann wäre es in Übereinstimmung mit Johannes 13,1. Es gäbe dann auch keine Widersprüche zu all den anderen Aussagen zur Kreuzigungswoche in den Evangelien und zu den Zeitangaben im Alten Bund. Lukas 22,7 müsste wohl so übersetzt werden: „Es kam aber die Zeit der Ungesäuerten Brote“ oder „Es kamen aber die Tage der Ungesäuerten Brote“. Damit hätte das Abendmahl vor dem Passahopfer stattgefunden.

Pontius PilatusEines ist sicher: JAHUSCHUAH konnte das letzte Passahmahl, wo Er das Abendmahl mit seinen Jüngern einführte, nur vor dem 14. Tag des ersten Monats eingenommen haben. Denn genau an diesem Tag starb Er selbst als das wahre Passahlamm. Am Abend vorher wurde Er nach dem letzten Passah mit Seinen Jüngern im Garten Gethsemane gefangen genommen. Und am nächsten Morgen (der 14.) wurde Er vor Pilatus geführt und danach gekreuzigt. Da war keine Zeit für das Passah mit den Jüngern. Die Juden aber hielten dieses Passah an diesem 14. Nisan: 

„Sie führen nun Jesus von Kaiphas in das Prätorium; es war aber frühmorgens. Und sie gingen nicht hinein in das Prätorium, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passah<mahl> essen könnten.(Johannes 18,28) 

„es ist aber ein Brauch bei euch, dass ich euch an dem Passah einen losgebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? (Johannes 18,39) 

„Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.“ (Lukas 22,15; Schlachter, Elberfelder)

»Herzlich habe ich mich danach gesehnt, dieses Passahmahl vor meinem Leiden noch mit euch zu essen;“ (Lukas 22,15; Menge)

Nimmt man alle biblischen Aussagen zu diesen Ereignissen zusammen, wird deutlich, dass der Messias das Abendmahl einen Tag VOR dem Passah (14. Nisan) mit Seinen Jüngern hielt.

Die vier Evangelien sind in wunderbarer Harmonie miteinander, wenn man sich die Mühe macht, sie sorgfältig zu studieren. Dabei gilt es zu bedenken, dass diese Berichte von Menschen, inspiriert durch JAHUWAHs Geist, geschrieben wurden. Die Schreiber verwenden ihre eigenen Worte, lassen ihre jeweils eigenen Glaubenserfahrungen mit einfließen und berichten aus ihrem eigenen, spezifischen Blickwinkel. Auch ist zu beachten, dass Bibel-Übersetzer Fehler unterlaufen können. Vor allem muss auch das damalige kulturelle, traditionelle, soziale und geschichtliche Umfeld beachtet werden, einschließlich des damaligen Kalenders der Juden, die sich zu der Zeit noch nicht nach dem Römisch-Päpstlichen Kalender bezüglich ihrer Feiertage richteten.

„Das Zeugnis JAHUWAHs ist zuverlässig,
es macht den Unverständigen weise.“
(Psalm 19,8)

 




1 Flavius Josephus, Wars of the Jews, Bd. II Kap. 1,3; http://sacred-texts.com/jud/josephus/war-2.htm Up

2 Flavius Josephus, Antiquities of the Jews, Bd. 18, Kap. 2,2; http://sacred-texts.com/jud/josephus/ant-18.htm Up

3 Bethanien liegt ca. 2,7 km südlich von Jerusalem und war der Heimatort Lazarus, Maria von Bethanien, die dem Messias die Füße salbte, und Martha, die für die Bewirtung der Gäste sorgte Up

4 So beispielsweise von Haim Cohn, ehemaliger Richter des Obersten Gerichtshof in Israel, in seinem Buch „The Trial and Death of Jesus“, 1977, S. 97 Up

5 Mischna, Sanhedrin IV,1; www.juedisches-recht.de/rec_prozess_jesu.php Up

6 Thomas Vogtherr, Zeitrechnung von den Sumerern bis zur Swatch, 2001, S. 41 Up

7 Friedrich Carl Ginzel, Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie, Bd. II, Das Zeitrechnungssystem der Völker, § 169 Up

8 Apud Galland, Chronicon Paschale, S. 175, in: Eugen Ruckstuhl, Chronologie der Leidensgeschichte Jesu, in: Studien zum Neuen Testament und seiner Umwelt, Serie A, Bd. 2, S. 38; Hrsg: DDr. Alber Fuchs, Prof. Theologische Fakultät Linz Up

9 www.studylight.org/com/acc/view.cgi?bk=42&ch=19 Up

10 http://www.bibletools.org/index.cfm/fuseaction/Bible.show/sVerseID/26840/eVerseID/26840/RTD/jfb Up


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