Was sind die „schwachen und armseligen Elemente“ in Galater 4,8-10? Sind es die Sabbate, Feste und Neumondtage?

Erstellt: Montag, 23. Dezember 2013 Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05. Juli 2018

Was sind die „schwachen und armseligen Elemente“ in Galater 4,8-10? Sind es die Sabbate, Feste und Neumondtage?

 

 „Damals jedoch, als ihr Gott nicht kanntet, dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind jetzt aber habt ihr Gott erkannt - vielmehr ihr seid von Gott erkannt worden. Wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und armseligen Elementen zurück, denen ihr wieder von neuem dienen wollt? Ihr beobachtet Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre.“

In diesen Versen sagt Paulus den Galatern, dass sie sich nicht zurück zu den „schwachen und armseligen Elementen“ wenden sollten, welche sie beobachteten, bevor sie den Glauben an den Messias angenommen hatten. Diese schließt „Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre“ ein.

Manche werden argumentieren, dass Paulus sich mit dem Ausdruck „schwache und armselig Elemente“ auf Gesetze in der Torah bezieht und dass sich die „Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre“ auf die biblischen heiligen Tage oder Feste JaHuWaHs beziehen, wie in der Torah beschrieben.

Die Gläubigen in Galatien hatten hauptsächlich einen heidnischen Hintergrund, weswegen Paulus in Vers 8 erwähnt, dass sie „denen dienten, die von Natur nicht Götter sind“. Sie waren Heiden bevor sie sich bekehrten, was bedeutete, dass sie vorher NICHT die biblischen heiligen Tage feierten. Wie könnten sie „wieder zurückkehren“ etwas zu feiern, das sie nie zuvor gefeiert hatten? Deshalb ist es schwer zu glauben, dass „Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre“, die Paulus erwähnt, sich auf biblische Feiertage bezieht.

Die „Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre“ von denen Paulus spricht, sind nicht die biblischen Feiertage, die in 3. Mose 23 (die Paulus selbst feierte) aufgezählt sind, sondern heidnische Traditionen und Feiertage. Deshalb beziehen sich die „schwachen und armseligen Elemente“ nicht auf die Torah, sondern auf heidnische Traditionen und Elemente der Anbetung. Die Galater fielen zurück in ihre heidnischen Traditionen und Formen der Gottesanbetung.  Lassen wir verschiedene ernstzunehmende Kommentarschreiber zu Wort kommen, wo es sehr deutlich wird, was mit diesen "armseligen Elementen" gemeint ist:

Heidnischer Götzendienst„Es hat den Anschein, dass zu Paulus‘ Zeit … stoicheia … sich auf die Sonne, Mond, Sterne und Planeten bezog – die alle  mit Göttern oder Göttinnen in Beziehung gebracht wurden und, weil sie die Entwicklung des Kalenders regulierten, auch in Zusammenhang gebracht wurden mit den großen heidnischen Festen, an denen die Götter verehrt wurden. In Paulus‘ Sicht, waren diese Götter Dämonen. Folglich dachte er an eine dämonische Bindung von der die Galater in der Tat vor der Verkündigung des Evangeliums gefangen gehalten wurden… In den folgenden Versen spricht Paulus von den drei entscheidenden Versen in kurzer Aufeinanderfolge: (1) ‚dientet ihr denen, die von Natur nicht Götter sind‘, vermutlich falsche Götter oder Dämonen; (2) ‚zu den schwachen und armseligen Elementen‘, wieder stoicheia; und (3) ‚Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre.‘ (Verse 9,10). Es besteht kein Zweifel, dass Paulus an diese Dämonen, gänzlich anders als dem vorherigen Denken der Galater, gedacht hat… Deshalb ist dieses gesamte Thema von kosmischer und spiritueller Bedeutung. Der größte Kontrast des Friedens in Christus ist die Bindung an Satan und den bösen Geistern.“ (übersetzt aus dem Englischen: The Expositor’s Bible Commentary, S. 472).

„Die ‚Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre‘ des 10. Verses [Galater 4] beziehen sich nicht auf Gottes heilige Tage, sondern vielmehr auf heidnische Feiertage, welche die Galater hielten, bevor sie sich bekehrten, um denen zu dienen ‚die von Natur aus nicht Götter sind‘, wie Vers 8 sagt… Es wird sehr deutlich, dass ‚Elemente der Welt‘ und ‚unmündig‘ [in der englischen King James Bibel wird es mit ‚Unterjochung‘, ‚Sklaverei‘ übersetzt] in Galater 4,3 sich nicht auf das Gesetz Gottes bezieht, genauso wenig wie Vers 10. Es würde so nah an Gotteslästerung grenzen, wie man nur kommen kann, wenn eine Person – in diesem Fall Gottes Apostel – etwas, was Gott als gut und befreiend gegeben hat, als „schwach und armselig“ und „Sklaverei“ bezeichnen würde! Deshalb schrieb Paulus bezüglich ‚Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre‘ nicht über etwas, was in Beziehung zu Gottes Gesetz stand und selbst nicht zum Judentum. Stattdessen ist es etwas was von beiden getrennt ist.“ (Übersetzt aus dem Englischen: John W. Ritenbaugh, The Covenants, Grace and Law, Part 24).

„Es ist offensichtlich, dass ‚Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre‘, auf die sich Paulus in Vers 10 bezieht, heidnische, götzendienerische Feste und Feiertage waren, welche die heidnischen Galater vor ihrer Bekehrung beobachtet hatten. Es konnten unmöglich Gottes heilige Tage sein, weil weder diese Heiden diese heiligen Tage vorher gehalten hatten, noch hätte Paulus sie je ‚schwach und armselig‘ genannt. Sie haben sich vielmehr wieder ihrer alten, heidnischen Lebensweise zugewandt, welche das Halten verschiedener abergläubischer Feiertage in Verbindung mit der Anbetung heidnischer Gottheiten beinhaltete. Weit davon entfernt, diese heiligen Tage Gottes abzuschaffen, zeigen diese Schriftstellen, dass wir nicht ‚Tage und Monate und bestimmte Zeiten und Jahre‘ beobachten sollen, welche ihre Wurzeln im Heidentum haben, wie Weihnachten, Ostern, Valentinstag, Halloween und alle anderen Tage, die von Anbetungssystem der heidnischen Göttern herrühren.“ (Earl L. Henn, Does Paul Condemn Observing God’s Holy Days?)

„Wenn aber die Verse in Galater 4,8-11 in Beziehung zueinander gebracht werden, kann man sehen, dass die Galater vor ihrer Bekehrung keine Juden waren, sondern Heiden; und dass diese Tage, Monate, Zeiten und Jahre nicht diejenigen des Levitischen Gesetzes waren, sondern solche, welche sie mit abergläubischen Verehrung hielten, während sie noch Heiden waren.“ (J.N. Andrews, History of the Sabbath, S. 210)

Galater 4,8-10 besagt somit nicht, dass der Sabbat oder die sonstigen Feste JaHuWaHs abgeschafft sind.

 

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