Ein Thron im Himmel - Offenbarung 4

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Erstellt: Donnerstag, 10. März 2022 Zuletzt aktualisiert: Montag, 23. Mai 2022


Himmel ThronEhe dem Seher von Patmos die schrecklichen Bilder der apokalyptischen Reiter auf der Erde gezeigt werden, wird er gestärkt. Sein Blick wird gen Himmel gelenkt, auf den Thron JaHuWaHs, des Allmächtigen Gottes.

Bevor das erste der sieben Siegel geöffnet wird, ist es für den Offenbarer (siehe Offenbarung 1,1) wichtig, dass wir einen Blick in den Himmel werfen. Von hoch droben gewinnen wir eine andere Perspektive, um besser zu verstehen und richtig einzuordnen, was auf der Erde vor sich geht. Das erscheint auch immer dringlicher, angesichts der irren und wirren Abgründe, die sich uns hier auf der Erde, besonders in Deutschland, derzeit auftun. Viele Menschen agieren in Krisenzeiten unrealistisch, unreflektiert und von eigenen inneren Ängsten getrieben.

Sind zuerst ‚Ungeimpfte‘ ausgegrenzt worden, werden jetzt Russen und Russlanddeutsche von Deutschen diskriminiert, an den Pranger gestellt und stigmatisiert. Wieder werden Schilder an Ladentüren gehängt mit der Aufschrift: „Russen werden hier nicht bedient“1, Autos und Schaufenster von russischen Ladenbesitzern werden beschädigt2, Russen verlieren ihren Job3, und zwei Kliniken in München scheinen keine Russen mehr behandeln zu wollen4. Und die Ukraine rekrutiert Deutsche für ihre Armee.5 Erinnert uns das denn nicht an gewisse Zeiten? Es ist schockierend zu sehen, wie selbstgefällig, überheblich, und bösartig Menschen werden können, angestachelt von hetzerischen Leitmedien. Wobei es uns in Deutschland noch(!) an kaum etwas mangelt. Was passiert, wenn es den Menschen erst richtig schlecht geht? Selbstjustiz, Mord und Totschlag? Weil der Andere einer anderen Nationalität angehört oder anders denkt, als man selbst? 

    Diese Ausarbeitung ist Teil der Artikelserie
    „Vier apokalpytische Reiter“.

    Inhalt der Artikelreihe (auf dieser Seite: 2. Kapitel)

       Einleitende Worte

  1. Sprechende Fabelwesen und donnernde Stimmen
  2. Ein Thron im Himmel
  3. Wer kann die Siegel brechen? (folgt in Kürze)
  4. Die ersten vier Siegel
  5. Das weiße Pferd
  6. Friede, Friede! Wir wollen Frieden!
  7. Alle Wege führen nach Rom
  8. Das Zeitalter Luzifers
  9. Das feuerrote Pferd
  10. Das schwarze Pferd
  11. Das fahl-grüne Pferd
  12. Der letzte siegreiche Reiter

Es sind nicht die Russen oder Russland, wovor wir Angst haben müssen.6 Es sind auch nicht die Natur oder die Viren vor denen wir Angst haben müssen. Es ist das verdorbene eigene menschliche Ego, vor dem wir uns in Acht nehmen sollten. Ein Ego, das zu lange den Schöpfer und Sein Gnadenangebot der Rettung in den Wind geschlagen hat. Ein Ego, das sich gerne vom Geist des großen Lügners, „Menschenmörders von Anfang an“ (Johannes 8,44) und „Fürsten dieser Welt“ (Johannes 12,31; Apostelgeschichte 26,18; Johannes 8,44) leiten lässt. Hass, Lieblosigkeit, Machtgier, Dummheit, Angst und Krieg sind die Folgen.

Ja, es ist dringlich notwendig, die Perspektive zu wechseln und von der Höhe aus die Geschehnisse zu betrachten – bevor sich das Böse zuspitzt auf der Erde. Und das wird es. Was derzeit passiert, gehört noch zum „Anfang der Wehen“ wie es der Messias in Matthäus 24,8 u. Markus 13,8 ausdrückt. Unsere Augen nach oben richtend finden wir Trost, Zuversicht und Kraft, um unseren Glauben zu stärken. Der Blick zum Himmel ermutigt, vom abgeirrten Weg umzukehren. Wir werden verstehen, warum das Gericht über die Welt kommen muss.  

 

Da dieses Kapitel länger geworden ist, als gedacht, stelle ich ein Unterkapitelverzeichnis voran.  Es erschien mir wichtig, die alttestamentlichen Anordnungen JaHuWaHs an Mose und das Volk Israel zur besseren Veranschaulichung mit einfließen zu lassen.

Der Thron
Wie funkelnde Edelsteine
Der Regenbogen
Ein gläsernes Meer
Die vier Wesen am und um den Thron
Exkurs: Seraphim, Schlangen, und das Kreuz
Blitz, Donner, Stimmen und Feuerflammen
24 Älteste
Heilig, heilig heilig

 


Der Thron


Der Thron stellt symbolhaft die allumfassende Herrschaft JaHuWaHs dar. Er ist Mittelpunkt des gesamten Weltalls. Auf dem Thron „saß Einer“ (Offenbarung 4,2). Das heißt, es wird nie einen Wechsel auf diesem Thron geben. Nie wird die Herrschermacht an irgendeinen anderen übertragen. Er steht im Gegensatz zu den unbeständigen irdischen Regierungen. Der Thron des allmächtigen Weltenschöpfers JaHuWaH ist die Garantie dafür, dass Er das gesamte Weltall in Übereinstimmung mit Seiner, von Liebe geprägten und gerechten Natur regiert.

„Auf dem Thron saß Einer ...“ Die Erde ist sich nicht selbst überlassen. Es wird sich nicht für immer das Recht des Stärkeren und Mächtigeren sinnlos fortsetzen. Alle Throne auf Erden werden stürzen, „aber der HERR [JaHuWaH] thront auf ewig; Er hat Seinen Thron aufgestellt zum Gericht“ (Psalm 9,8). Unser Allmächtiger Schöpfergott setzt sich auf den Thron des Gerichts. Johannes sieht in der Vision (Offenbarung 4+5) das Handeln JaHuWaHs während des Gerichts in der Endzeit.

Wenn Johannes, wie auch die Propheten Hesekiel, Jesaja und Daniel, die ebenfalls den Gerichtsthron des Allmächtigen in einer Vision sehen (Hesekiel 1+10; Jesaja 6; Daniel 7,9-10), von dem Einen auf dem Thron sprechen, beschreiben sie nicht Seine Gestalt. Alle Autoren beschreiben eine wunderbare Herrlichkeit und ein helles funkelndes Licht, welches vom Thron ausgeht. Zudem, wir werden es im Verlauf des Kapitels sehen, wird mit Hilfe von Sinnbildern JaHuWaHs Wesen im Zusammenhang mit Seinem Gerichtshandeln beschrieben. Denn kein sündiger Mensch kann den Allmächtigen Schöpfergott sehen, „der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann“. (1. Timotheus 6,16) Er hüllt sich in Licht „wie in ein Gewand“ (Psalm 104,2a). Auf der Neuen Erde wird dieses Licht anstelle der Sonne die Bewohner beleuchten (Offenbarung 21,23-24). Sein Sohn jedoch hat Ihn auf Erden offenbart (Johannes 14,8-9), Ihm hat Er das Gericht über die Erde übergeben.

„Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn gegeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“ (Johannes 5 21-23; siehe auch: Apostelgeschichte 10,42; 2. Korinther 5,10).

Die Offenbarung, das letzte Buch der Bibel, ist deshalb die Offenbarung JaHuWschuaHs des Messias (Jesus Christus), „die Gott [der Vater] Ihm gegeben hat, um Seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll“ (Offenbarung 1,1).

Wenn auf Erden Bestrebungen im Gang sind, eine neue Weltordnung aufzurichten, dann nur deshalb, weil man nicht sehen will, dass es eine Weltregierung im Himmel gibt. Man will nicht hören, dass das Weltgericht nicht mehr lange auf sich warten lässt. Der Prophet Jesaja schreit es förmlich allen zu, die nicht verstehen wollen, wer der Schöpfer und Retter der Menschen ist:  

„Wisst ihr es nicht? Hört ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang an verkündet worden? Habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung der Erde? [...] Wer hat es gewirkt und getan? Der die Geschlechter ruft von Anfang an. Ich, der HERR [JaHuWaH], bin der Erste, und bei den Letzten bin ich derselbe. [...] Ich, Ich bin der HERR [JaHuWaH], und außer mir ist kein Erretter.“ (Jesaja 40,21; 41,4; 43,11)

 

Wie funkelnde Edelsteine

Diamant@ Thomas Wolter / pixabay.comAls Johannes den Thronsaal sah, war er sicherlich überwältigt. Menschliche Worte können wohl diese gewaltige Herrlichkeit kaum ausdrücken. Johannes versucht den, der auf den Thron saß, mit den edelsten und kostbarsten Edelsteinen zu beschreiben. Das “Aussehen gleich einem Jaspisstein und einem Sardis“. Es liegt nahe, dass der hier genannte Jaspis nicht der Halbedelstein ist, der heute als Opal bezeichnet wird. Es dürfte vielmehr der Edelstein Diamant sein. Die Veranschaulichung der neuen Stadt Jerusalems, die Johannes in einer anderen Vision vom Himmel kommend sieht, bestätigt dies. Sie hatte „die Herrlichkeit Gottes“. Diese Herrlichkeit beschreibt er mit einem „Lichtglanz“, der einem „sehr wertvollen Stein“ glich, der wie ein kristallheller Jaspisstein“ aussah (Offenbarung 21,11).

Es muss also der edelste Stein überhaupt sein. Der Diamant ist der hellste Stein, der das Licht durchscheinen lässt. Er hat die lichtreinste und herrlichste Farbe. Der Diamant oder Jaspis steht bildhaft für die Klarheit, Reinheit, Vollkommenheit und Heiligkeit des Schöpfers. Aber auch für dessen Beständigkeit und Macht. Der Diamant ist der härteste aller Edelsteine.

Die Herrlichkeit desjenigen, der auf dem Thron sitzt, beschreibt Johannes zudem mit einem Sarderstein (Sardis, Karmeol). Dieser Stein dürfte der heutige rote Rubin sein. Neben dem Diamanten wird der Rubin als einer der wertvollsten Edelsteine gehandelt. Den Schlüssel dafür liefert uns das hebräische Wort für Sardis. Es ist dasselbe Wort, das für Edom (אדם) steht. Edom bedeutet ‚rot‘. Als Esau von Jakob das Gemüsegericht wollte, das dieser zubereitet hatte, bat er ihn: „Lass mich doch essen von dem Roten (edom), dem Roten (edom) da, denn ich bin erschöpft! Daher gab man ihm den Namen Edom.“ (1. Mose 25,30). Rot scheint eine gewisse Anziehungskraft zu haben. Esau verlangte nach dem roten Linseneintopf. Er verkaufte damit das Erstgeburtsrecht an seinen jüngeren Zwillingsbruder Jakob (1. Mose 25,29-34). Esaus Nachkommen werden deshalb als Edomiter bezeichnet.

Esau hat sein Erstgeburtsrecht „verachtet“ (1. Mose 25,34) und billig verkauft. JaHuWschuaH, unser Erlöser, hat einen sehr hohen Preis bezahlt, damit Seine Nachfolger die „Erstlinge Seiner Geschöpfe“ (Jakobus 1,18) sein können. Sie werden Ihm, dem „Erstling der Entschlafenen“, nachkommen, indem Er sie von den Toten auferwecken wird (1. Korinther 15,20-23). Der Rote Sardisstein symbolisiert damit die Liebe und Barmherzigkeit des Vaters und des Sohnes, aber dieses Rot ist auch die Farbe der Sünde (Jesaja 1,18). Rot steht zugleich für die Läuterung im Gerichtshandeln JaHuWaHs, durch das der Mensch zur Umkehr gebracht wird, und das für unsere Sünden vergossene Blut des Sohnes anzunehmen – das Geschenk des Lebens.

Die Edelsteine, mit denen Johannes die Herrlichkeit des Thrones JaHuWaHs beschreibt, veranschaulichen auch die Barmherzigkeit, Liebe und Gerechtigkeit des hohepriesterlichen Dienstes des Messias. Typologisch wies JaHuWaH im Alten Bund Mose an, Kleidung für den Hohepriester zu fertigen, damit dieser im Heiligtum der Stiftshütte dienen konnte. Das auf die Kleidung auf Höhe des Herzens zu nähende Schild (Ephod) wurde als „Brustschild des Gerichts“ oder als „Brustschild des Rechts“ bezeichnet. Es sollte aus „Gold, aus Garnen von blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Leinen“ in kunstvoller Webearbeit hergestellt werden (2. Mose 28,15). In dieses Schild mussten die Künstler Edelsteine einnähen. „Vier Reihen von Steinen“ sollten es sein. Die erste Reihe bestand aus einem Sardis (Rubin), einem Topas und einem Smaragd. Die zweite Reihe aus einem Granat, einem Saphir und einem Diamanten. Die dritte Reihe aus einem Opal, einem Achat und einem Amethyst. Die vierte Reihe aus einem Chrysolith, einem Onyx und einem Jaspis. Eingefasst wurden die Steine mit Gold und sie standen für die 12 Stämme Israels (2. Mose 28,17-20).

Die Schulterstücke des hohepriesterlichen Kleides, ebenfalls mit 12 Edelsteinen versehen, wurden mit dem Brustschild verbunden. Diese Kleidung deutet auf die besonderen Merkmale des Priesterdienstes des Sohnes JaHuWaHs hin. Der gesamte alttestamentliche Priesterdienst besteht ja aus symbolischen Handlungen, die auf den Antitypus hinweisen bzw. die das tatsächliche Geschehen eindrücklich verdeutlichen. Das damals für den Hohepriester Aaron angefertigte Gewand wurde in dem Amt des Messias als himmlischer Hohepriester Wirklichkeit. Er trägt das Leid der Erde auf Seinen Schultern (Schulterriemen) und mit Seinem Herzen (Brustschild) führt Er Sein Volk in Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe durch diese Welt und vor allem aus der Knechtschaft der Sünde. Das Herz ist die Schaltzentrale des Blutes und des Lebens.

Leuchtender Edelstein@ John Foster / pixabay.comJe stärker ein Licht auf diese Edelsteine fällt, je heller glänzen sie. Durch JaHuWschuaHs Geist wird Sein Volk im Dunkeln dieses kommenden Zeitabschnitts der vier Reiter leuchten. Denn heute stehen die 12 Stämme für alle Seine Nachfolger. Diese, von der Größe unterschiedlichen Steine, wurden vom Hohepriester Aaron ständig getragen. So wird auch das kleinste und schwächste Glied Seiner Gemeinde von Seinem vergossenen Blut getragen. Auch wenn die Kleider der Kinder JaHuWaHs noch so schmutzig sind, auf dem hohepriesterlichen Brustschild funkelten ihre Namen in den schillerndsten Farben. Unser himmlischer Hohepriester kann sie, wie Sein eigenes Gewand ist, „weiß wie Schnee“ (Daniel 7,9) machen.

Was für ein unbegreiflich wunderbarer Gott, den Johannes dort auf dem Thron sieht. Der Mensch in seiner Schwachheit und im schnelllebigen Strudel der irdischen Zeit ist dem Schöpfer jedoch fremd und weit entfernt. Das Leben wird in die eigene Hand genommen und Gott häufig völlig verleugnet, geschweige denn an das Opfer Seines Sohnes gedacht, das die Rettung bringen würde. Aus diesem Grund muss mancher durch ein Gericht hindurch. Das heißt, es kommen Notzeiten und Leid, damit der Mensch von seinen gottlosen Wegen umkehrt, denn JaHuWaH „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,4). In der Zeit der vier Reiter (erste vier Siegel), werden Ihn viele  finden und die Frohe Botschaft annehmen.

Der Regenbogen

 

Weiter sah Johannes einen Regenbogen, der den gesamten Thron umspannte. Er hatte das Aussehen wie ein Smaragd (Offenbarung 4,3). Der Smaragd hat eine reine grüne Farbe, die teilweise durchscheinend transparent ist. Grün steht für Hoffnung bzw. Erwartung und Trost. Wie die grüne Pflanze aus dem Erdreich hervorsprießt, so wird neues Leben durch JaHuWaHs Gnade zur ewigen Freude entstehen (vgl. Psalm 23,2-4; 92,13-14). Auch Hesekiel beschreibt die Herrlichkeit JaHuWaHs in seiner Thronvision in ähnlicher Weise:

„Wie der Bogen aussieht, der an einem Regentag in den Wolken erscheint, so war auch der Glanz ringsum anzusehen. So war das Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des HERRN [JaHuWaHs].“ (Hesekiel 1,28)

Der Bogen um den Thron erinnert an die Gnade und das verheißene Bundeszeichen des Friedens und der menschlichen Bewahrung. Dem Apostel wird damit gezeigt, dass inmitten der erschütternden Ereignisse, die kommen werden, seine Barmherzigkeit mächtig ist. Wie der Prophet Habakuk betete, nachdem er „die Botschaft“ JaHuWaHs vernommen und „erschrocken“ war: „Im Zorn gedenke des Erbarmens“ (Habakuk 3,2). Das ist das Wesen JaHuWaHs. Zum Thron der Gnade dürfen wir täglich kommen, um zu danken und um Führung und Hilfe zu bitten (Hebräer 4,16). Er setzte einen Regenbogen, nach der großen Flut (1. Mose 9,13-16), um auf die Drangsal den Segen zu vervielfachen.

Regenbogen@ Alain Audet / pixabay.comEin Regenbogen kann nur entstehen, wenn Sonne und Regen aufeinandertreffen. So begegnen sich auch am Gnadenthron „Güte und Wahrheit“ sowie „Gerechtigkeit und Friede“ (Psalm 85,11). Wenn auch „Blitze und Donner“ vom Thron (Vers 5) erschallen und die Zeichen des „Zornes“ JaHuWaHs deutlich werden (2. Mose 9,23; Psalm 18,13-15; 1. Samuel 2,10), so scheint gleichzeitig der Bogen, der den gesamten Thron umspannt. Am Ende, wenn es vollendet ist, und unser Erlöser wiederkommt, um die Seinen zu sich zu holen, wird Er nicht mehr auf dem Thron der Gnade, sondern auf dem „Thron der Herrlichkeit“ (Matthäus 25,31) sitzen.

Der Bogen ist nicht siebenfarbig wie der Regenbogen, sondern einfarbig grün. Es könnte sein, dass diese Farbe die Verheißung einer völligen Neugestaltung der jetzigen atmosphärischen Verhältnisse sein wird, wie sie vor der Sintflut geherrscht haben könnte. Die Strahlenbrechung im Bogen ist das Licht vom Thron, das Treue, Gnade und Wahrheit ausstrahlt, wie sie in und durch Seinen Sohn geworden ist (Johannes 1,17).

 

Ein gläsernes Meer


Vor dem Thron erblickt Johannes etwas „wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall“ (Offenbarung 4,6). Was hat dies zu bedeuten? Einen Hinweis finden wir in Hesekiels Vision:

„Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer Himmels-Ausdehnung [das gleiche Wort wie in 1. Mose 1,6] glich, wie der Anblick eines Kristalls, ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren Häuptern [der vier lebendigen Wesen]. Und unter der [Himmels-]Ausdehnung waren ihre Flügel ausgestreckt, einer zum anderen hin: Jedes hatte zwei Flügel, womit sie ihre Leiber auf der einen Seite, und zwei, womit sie sie auf der anderen Seite bedeckten.“ (Hesekiel 1,2-2).

„Und ich sah: Und siehe, auf der Ausdehnung, die über dem Haupt der Cherubim war, war es wie ein Saphirstein, wie das Aussehen der Gestalt eines Thrones, der über ihnen erschien.“ (Hesekiel 10,1)

Das ‚Kristallmeer‘ wird majestätisch und sich ausdehnend beschrieben, wie „gläsern“, wie ein Saphirstein. Der Saphir hat eine blaue durchscheinende Farbe. Die Farbe blau wird mit Treue und Barmherzigkeit in Verbindung gebracht, denn unser Schöpfer ist treu, barmherzig und zuverlässig. Nach allen Seiten dehnt sich eine große kristallklare „Meeres“-Fläche aus, in der sich das vom Thron ausströmende Licht bricht und in den schimmerndsten Farben leuchtet. Diese wechselnde und unerschöpfliche Farbfülle spiegelt die Herrlichkeit dessen, der auf dem Thron sitzt wieder. Wie diese Lichtstrahlen durchdringt „Sein Wort“ (das heißt, Sein Geist durch Seinen Sohn, siehe Hebräer 4), „sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor Ihm unsichtbar, sondern alles ist bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.“ (Hebräer 4,12)

Das himmlische funkelnde Kristallmeer steht im Gegensatz zum irdischen Meer, wie wir es kennen. Das Meer ist tief, kalt, wild und dunkel. Gleichweise wird der Zustand beschrieben, bevor der Schöpfer anfing zu schaffen: „... und die Finsternis war über der Tiefe!“ (Offenbarung 1,2).

info

 „Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ (1. Mose 1,2) Warum wird der Planet Erde vor der Schöpfung als wüst, leer und finster beschrieben? Steht das nicht im Gegensatz zur Ordnung, Reinheit und dem Licht JaHuWaHs? Was war geschehen?

Im Gesamtzusammenhang aller Bibelworte kann man erkennen, dass der ehemals himmlische Glanzstern Luzifer noch vor der Schaffung von Eden auf diesen Planeten verbannt wurde, der dadurch finster, wüst und leer wurde. „Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen!“ (Jesaja 14,12) Der Prophet Hesekiel nennt ihn einen „gesalbten, schützenden Cherub auf dem heiligen Berg Gottes“ (Hesekiel 28,14), was zeigt, dass er ein mächtiger, leitender Engel war, der nahe beim Thron JaHuWaHs diente.

Für uns Menschen unergründlich kamen in Luzifer der Stolz und die Selbstverherrlichung auf. Dieser mächtige Engel entwickelte ein ausgeprägtes Machtstreben. Er wollte den höchsten Platz einnehmen. Er versuchte, die himmlische Regierung und Ordnung zu stürzen: „Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne [Engel] Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleichmachen‘“ (Jesaja 14,13-14). Der Teufel wollte nicht nur von den anderen Himmelsbewohnern gehuldigt werden, er will auch von den Menschen Anbetung.

In diese Meeresfinsternis hat JaHuWaH das Leben auf der Erde erschaffen. Durch den Erfolg der Verführung Satans ging der Garten Eden jedoch wieder verloren und durch die Sünde riss eine tiefe Kluft zwischen dem Menschen und Seinem Schöpfer auf. Erst mit der Neuschöpfung wird alles wieder vollständig vom Bösen befreit sein. So bestätigt der letzte Satz des vierten Offenbarungskapitels, das den Thron JaHuWaHs beschreibt: „Denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch Deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!“ (Offenbarung 4,11) Durch Seinen Willen „sind sie“. Er schafft beständig. Die Neuschöpfung geschieht bereits heute durch die Erlösung und den Geist JaHuWschuaHs im Gläubigen. Abgeschlossen wird sie jedoch sein, wenn nach den Ereignissen, wie sie vor allem die Offenbarung beschreibt, das Böse vollständig ausgelöscht sein wird.    

Das irdische tiefe und dunkle Meer hat mit der Gottferne, mit der Sünde zu tun. So lässt das gläserne Meer in der Thronszene an das kupferne Waschbecken denken, dass im Vorhof des irdischen Heiligtums stand (2. Mose 30,17-31). An anderen Stellen wird in einigen Bibelübersetzungen anstelle des Wortes ‚Waschbecken‘  mit dem Ausdruck ‚Meer‘ übersetzt: „Er machte das Meer [Waschbecken] gegossen“, die angebrachte Verzierung sollte „das Meer [Waschbecken] ringsum“ einschließen. (1. Könige 7,23-28; siehe auch 2. Könige 16,17; 25,13-16; 2. Chronik 4,14-15; Jeremia 52,20).

Sich spiegelnder Schwan@ pixabay.comDas Waschbecken vor dem Heiligtum wurde aus den Spiegeln der Frauen gefertigt (2. Mose 38,8). Ein Spiegel zeigt symbolisch die „Falten“ im Herzen. Der Pflege des äußeren Menschen musste der inwendigen Reinigung weichen. Vor jedem Dienst mussten die Priester an diesem Waschbecken rituell ihre Hände und Füße waschen, damit sie rein waren, wenn sie im Heiligtum der Stiftshütte in die Gegenwart JaHuWaHs traten. Durch das spiegelnde Material sahen sie sich selbst, wenn sie sich drüber beugten. Das Waschbecken diente symbolisch für den zukünftigen Dienst des Hohepriesters JaHuWschuaH, der Sein Volk durch „die Waschung mit Wasser durch das Wort“ (Epheser 5,26) reinigt. Der Prophet Jesaja sah diese „Frohe Botschaft“ (Jesaja 52,7) in Verbindung mit dem Auszug aus Ägypten:

„Bist du nicht der, welcher das Meer, die Wasser der großen Flut, trockengelegt und die Tiefen des Meers zu einem Weg gemacht hat, damit die Erlösten hindurchziehen konnten?“ (Jesaja 51,10)

Das Meer muss geteilt werden und am Ende wird es das Meer, wie wir es kennen, nicht mehr geben. In einer späteren Vision sieht Johannes, wie ein starker Engel einen sehr großen Stein aufhob und ins Meer warf. Er erklärte: „So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hingeschleudert und nicht mehr gefunden werden!“ (Johannes 18,21). Das dunkle, tiefe Meer verschluckt den Stein. Er wird nie wieder gefunden werden. Denn auf der neuen Erde gibt es das Meer nicht mehr (Offenbarung 2,1).

infoBis die Erde neu gestaltet wird, birgt das Meer die Toten, die im bewussten Unglauben umkamen und bei der ersten Auferstehung nicht dabei sein werden. Nach den 1000 Jahren Gericht über diese Menschen (Offenbarung 20,6-7), so sah es Johannes, „gab [das Meer] die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.“ (Offenbarung 20,13-14) Am Ende wird alles verbrennen, was mit dem Bösen besudelt ist und jeder, der sich davon nicht durch JaHuWschuaH hat freisprechen lassen, wird zusammen mit dem Unreinen umkommen. Es wird sein, als wären sie nie gewesen. Dann wird es Schuld, Leid und Tod nicht mehr geben und man wird daran nicht mehr denken (Offenbarung 21,4; 1. Korinther 15,26; Jesaja 65,19; Jeremia 50,20)


Das Brausen des Meeres wird in der Bibel sinnbildlich auch für die tobenden und kriegsführenden Nationen verwendet (Psalm 46,7; 65; 8; Jesaja 64,1; Jesaja 17,12-13). Wenn JaHuWaH die Herrschaft über das ungestüme Meer ausübt, so heißt das, dass Er Seine Feinde besiegt (Psalm 89,10-11; Hiob 26,12-13; Hesekiel 6,23). Die Gottlosen werden mit den „Meereswogen“ veranschaulicht, „die ihre eigene Schande aufschäumen“ (Judas 13). Auch der Zweifelnde wird mit dem Bild der Meereswoge dargestellt, „die vom Wind getrieben und hin- und hergeworfen wird“ (Jakobus 1,6).

Im Gegensatz zum irdischen Meer ist das ‚gläserne Meer‘ hell, feststehend, klar und fassbar. Sieht Johannes das Meer hier in dieser Szene (Offenbarung 4) kristallklar, ist es in einer späteren Vision (Offenbarung 15,2) „mit Feuer vermischt“. Das liegt daran, dass Johannes den Thronsaal zu dem Zeitpunkt (Kapitel 15) sieht, wo sich die Engel bereit machen, die „Zornesschalen“ (Plagen) auf die Erde zu gießen. Allerdings spielt Feuer bereits in dieser Schau eine bedeutsame Rolle. Es ist das Feuer der Läuterung, das in der Zeit der ersten vier Siegel vorherrscht, weil JaHuWaHs Gnade noch vorhanden ist.

 

 Die vier Wesen am und um den Thron

 

Johannes sieht „inmitten des Thrones und um den Thron [...] vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten“ (Offenbarung 4,6). Es scheint so, als würden diese vier Wesen direkt zum Thron gehören; als wären sie mit dem Thron verbunden. Die Thronszene Hesekiels beschreibt diese vier Wesen mit Rädern an allen Seiten. Es sah aus, „als wäre ein Rad inmitten eines Rades“ und sie bewegten sich nach allen Seiten, während sich die Wesen nicht umblickten. Die Felgen jedoch hatten viele Augen nach allen Richtungen (Hesekiel 1,15-19). „Der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern“ und wohin der Geist gehen wollte, dahin gingen die Wesen (Hesekiel 1,20-21).

Es ist anzunehmen, dass diese vier Wesen höchste Repräsentanten der dienenden Engel JaHuWaHs symbolisieren. „Er macht Seine Engel zu Winden und Seine Diener zu Feuerflammen“ (Hebräer 1,7; Psalm 104,4). Dieser Vergleich mit „Winden“ und „Feuerflammen“ zeigt, dass diese vier Wesen nicht nur JaHuWaHs Diener im Himmel darstellen. Ich denke, dass sie in erster Linie direkt JaHuWaHs Charaktereigenschaften im Zusammenhang mit dem (Gerichts)-Geschehen auf der Erde veranschaulichen. Denn sowohl der Wind wie auch die Feuerflamme (Offenbarung 4,5) stehen symbolhaft für Seinen allumfassenden Geist bzw. für den Geist Seines Sohnes (Lukas 2,25.40; Johannes 1,21-22; Jesaja 11,2).

Der Wind als eine Metapher für den Geist JaHuWaHs, ist meist nur ein leises und leichtes Wehen (vgl. Johannes 3,8; 1. Könige 19,12; Hiob 4,16), das sanft das Gewissen der Menschen anspricht. Dieser Wind kann aber auch wie ein Sturm über die Erde oder über einzelne Menschen hinweg brausen. Wenn die vier Himmeldiener die „vier Winde der Erde“ festhalten (Offenbarung 7,1), wenn sie den Wind nicht mehr wehen lassen, dann wird Zerstörung über die Erde kommen, denn Sein Geist wird nicht mehr erhaltend und schützend vorhanden sein. Seine Gnadenzeit wird vorbei sein. Im Hebräischen wird für Wind dasselbe Wort wie für Geist gebraucht: ruach. Solange aber der Wind noch weht, und gerade wenn er als Sturmwind bald über die Erde brausen wird, ist es ein Gerichtshandeln, das die Menschen zur Umkehr bringt. Das heißt, JaHuWaH lässt Leid zu, damit die Menschen nach dem Heil fragen. Denn es geht um das ewige Heil.

„Jetzt zwar sieht man das Licht nicht, das doch leuchtend hinter den Wolken steht; aber der Wind wird sich erheben und sie wegfegen.“ (Hiob 37,21)

Dunkle Wolken Sonne@ pixabay.comHinter den dunklen Wolken steht das barmherzige Licht JaHuWaHs bereit. Der Mensch braucht nur die Tür des Herzens für den Wind JaHuWschuaHs aufzustoßen, und Er weht die finsteren Wolken fort. Allen Menschen bittet Er um Einlass: „Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand Meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde Ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit Mir.“ (Offenbarung 3,20)

Die vier Wesen repräsentieren Wesenseigenschaften JaHuWaHs, die hier im Zusammenhang mit Seinem Gerichtshandeln an den Menschen auf der Erde stehen. Seine vollkommene, gerechte Herrschaft und Seine Wege der Macht und Führung. In den vier Wesen wird erkennbar, wie JaHuWaH in der Vorsehung handelt, um die Welt dem Ziel der Wiederherstellung Seiner ursprünglichen Schöpfung zu führen. Am Ende werden alle Geschöpfe, ob im Himmel oder auf Erden, Ihm die Ehre dafür geben. Die vier Wesen eingeschlossen, die repräsentativ für die Engel, dienend Seinen Willen im Erlösungsgeschehen ausführen (Offenbarung 4,8; 15,4).

Warum sind es vier Wesen, warum nicht sieben oder fünf? Die Vier steht in der Bibel in Verbindung mit dem Heiligtum, mit der Erde und ihren Bewohnern, mit der Schöpfung, mit der Erlösung. Die Zahl Vier spielte eine gewichtige Rolle beim Bau des Heiligtums. Vorhof, Grundriss, Innengebäude und die Geräte für den Priesterdienst (außer dem Leuchter) mussten viereckig sein. Die Kleidung der Priester bestand aus vier, die des Hohepriesters aus zwei Mal vier Einzelstücken, das Brustschild aus drei Mal vier Edelsteinen. Es sind immer vier Farben im Spiel. Weiß, Himmelblau, Purpur und Scharlach waren die Farben der Vorhänge. Weiß für die Reinheit und Gerechtigkeit des Messias, blau für Seine Herrlichkeit (1. Korinther 2,8), denn er kommt vom Himmel (1. Korinther 15,47; Johannes 3,13). Roter Purpur für weltliche, universelle Herrschaft und Reichtum (vgl. Könige von Midian: Richter 8,26; Tyrus: 2. Chroniker 2,13-14; Persien: Esther 1,6; 8,15; Syrien: Hesekiel 27,16; Babel (Daniel 5,29). Am Ende wird der Messias alle irdischen Reiche stürzen und ein ewiges Reich aufrichten, wo Er als Herr aller Herren und König aller Könige regieren wird (Daniel 7,27; Offenbarung 17,14; 19,16).

Die Decke und Wände der Stiftshütte bestanden buchstäblich aus vier Decken unterschiedlicher Materialien, die übereinandergelegt wurden. Die äußerste Decke wurde aus Seekuh- bzw. Dachsfellen gefertigt (2. Mose 36,19). Von außen sieht dieses Fell nicht besonders verlockend aus. Sie steht für JaHuWschuaHs Erdenleben: unscheinbar, demütig und dem menschlichen Leid unterworfen. „Verachtet war Er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war Er, und wir achteten Ihn nicht.“ (Jesaja 53,3)

Die darunter liegende Decke wurde aus rot gefärbten Widderfellen gefertigt (2. Mose 36,19). Der Widder war ein Opfertier, das bei der Einweihung der Priester für den Dienst für JaHuWaH dargebracht werden musste (2. Mose 29,15-35; 3. Mose 8,2). Es zeigt die Hingabe und Gehorsam des Sohnes Seinem Himmlischen Vater gegenüber. Er hat sich selbst „erniedrigt“ und „wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz“ (Philipper 2,8). Er erfüllte die typologischen Opferungen im Alten Bund in Seiner Person und vergoss Sein Blut für uns.

Die von außen gezählte dritte Decke wurde aus weißem Ziegenhaar hergestellt. Sie wurde als das „Zelt über der Wohnung“ genannt (2. Mose 26,7; 36,14). Sie steht für die Gerechtigkeit des Messias, die Er jedem „als unverdientes Gnadengeschenk“ (Römer 3,24) geben will.

Webstuhl@ Pixels / pixabay.comDie innerste und vierte Decke des Heiligtums der Stiftshütte bestand aus zehn Zeltbahnen, die nicht aus Tierfellen gefertigt waren. Sie mussten aus vier verschiedenen kostbaren Garnen gewebt werden: „Aus gezwirntem Leinen7 und Garnen von blauem und rotem Purpur und Karmesin“ (2. Mose 26,1). In die gesamte Decke wurden Cherubim (die himmlischen Wesen am Thron und die Wesensmerkmale JaHuWaHs) „in kunstvoller Arbeit“ hineingewirkt. Die Länge der Decke betrug sieben Mal vier Ellen und die Breite vier Ellen. Die Bahnen sollten mit 50 Goldklammern und zwei Mal fünfzig purpurblauen Schleifen zusammengefügt werden (2. Mose 26,1-6).

Die Farben und Materialien stehen für das gesamte Wesen des Sohnes, das sich im Plan des Erlösungsweges zeigt, denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit [die Herrlichkeit des allmächtigen Vaters] wahrhaftig“ (Kolosser 2,9; siehe auch Johannes 1,14-16). Das weiße Leinengarn lehrt uns den Sohn JaHuWaHs als Erlöser, Hohepriester, Richter und Retter Seines Volkes. In der Thronszene Hesekiels taucht ein in Leinen gekleideter Mann auf, dem der Allmächtige JaHuWaH das endzeitliche Gericht übergibt (Hesekiel 9,2 bis 10,7). Auch der Prophet Daniel weiß von diesem in weißen Leinen gekleideten Mann zu berichten. (Daniel 10,5; 12,6-7). Er kommt dort Seinem Volk zu Hilfe und rettet es aus der Drangsal der Zeit der vier Reiter.

Den Israeliten wurde anhand irdischer Materialien und Handlungen das Wesen unseres wunderbaren Schöpfergottes JaHuWaHs gezeigt, die in Seinem Sohn Wirklichkeit werden würde. Heute sind Seine Nachfolger die Stiftshütte bzw. der Tempel, indem JaHuWschuaH wohnen möchte. Sein Geist kann uns diese herrlichen Dinge nun direkt und ganz individuell lehren (Johannes 2,19; 1. Korinther 3,17).

Die Lage des Baus war nach den vier Himmelsrichtungen ausgelegt. Das ‚Weltgebäude‘ wird metaphorisch in der Bibel mit „vier Ecken“ bzw. „vier Enden“ für die vier Himmelsrichtungen beschrieben (Jesaja 11,12; Hesekiel 7,2). Es scheint die Welt der Schöpfung zu sein, in der wir leben und über die JaHuWaH regiert. Das zeigen auch die Weltreiche, die der Prophet Daniel, mal mit vier Metallen des Standbilds, das Nebukadnezar sah (Daniel 2), und mal mit vier Tieren (Daniel 7) darstellt. Deshalb auch die vier Wesen, die dem Weltenschöpfer dienend in Verbindung mit den Menschen auf der Erde zur Seite stehen.

In der Offenbarung werden neben den vier Wesen, vier Engel erwähnt, die an den „vier Ecken der Erde“ stehen und die „vier Winde“ festhalten (Offenbarung 7,1). Bis dahin steht die Verbindung zum Thron noch. Die Vier ist eine symbolische Zahl, weshalb auch der „vierte [Teil] der Erde“, wie es in der Zusammenfassung der vier Pferde (Offenbarung 6,8b) ausgedrückt wird, nicht buchstäblich zu sehen ist. Es heißt nicht, dass bei jedem Reiter, der über die Erde fegt, ein Viertel der Erde betroffen sein wird. Vielmehr ist die ganze Erde betroffen – alle vier Ecken oder Himmelsrichtungen der Erde sozusagen. Denn wir erinnern uns: Die Vier Ecken und Seiten schließen das gesamte Heiligtum ein, die vier Wesen durchstreifen die gesamte Erde, und die vier von Daniel beschriebenen Weltreiche erstrecken sich bis zum Ende dieses Erdzeitalters.

Jedes dieser vier lebendigen Wesen hatte sechs Flügel (Offenbarung 4,8). Der Prophet Hesekiel durfte diese vier himmlischen ‚lebendigen Wesen‘ ebenfalls schauen (Hesekiel Kapitel 1 und 10). Er bezeichnet sie als ‚Cherubim‘. Alle Cherubim werden mit Flügeln dargestellt, jedoch unterschiedlich in der Anzahl der Flügel. Die vier Wesen in Offenbarung 4 haben je sechs Flügel.

Die Cherubim tauchen erstmals auf, nachdem die ersten Menschen den Garten Eden aufgrund ihrer Abkehr vom Schöpfer verlassen mussten. Sie dienten als Wächter, die am östlichen Eingang des Paradieses „lagerten“, um den Baum des Lebens mit der „Flamme des blitzenden Schwertes“ zu bewachen. (1. Mose 3,23-24). Etwa 2500 Jahre später, als JaHuWaH das Volk Israel am Berg Sinai in der Wüste lagerte, gab Er Mose die Anweisung zum Bau des irdischen Heiligtums. Es sollte als ein Typus für das Heilsgeschehen dienen, wie es durch Seinen Sohn geschehen würde. Er wies Mose an, zwei Cherubim aus Gold zu fertigen, die auf die beiden Seiten über der Bundeslade auf dem ‚Sühnedeckel‘ im Allerheiligsten der Stiftshütte platziert werden sollten (2. Mose 18-21).

Papagei mit Flügel nach oben@ Ilona F. / pixabay.comDeren Flügel breiteten sich über die Bundeslade so aus, „dass sie mit ihren Flügeln den Sühnedeckel beschirmen, und ihre Angesichter sollen einander zugewandt sein; die Angesichter der Cherubim sollen auf den Sühnedeckel sehen“ (2. Mose 25,20). Der berühmte König Salomo versah die Bundeslade im Allerheiligsten des Tempels ebenfalls mit diesen Figuren (1. Könige 6,27). JaHuWaH „thronte“ dort zwischen den Cherubim (2. Mose 25,22; Jesaja 37,16). Er war dort mit Seinem Geist anwesend (1. Samuel 4,4) inmitten Seines Volkes hatte Er Seine ‚Wohnung‘ (3. Mose 26,11).

Die vier Wesen bzw. Cherubim in Hesekiels Vision hatten die Flügel „nach oben ausgebreitet; je zwei Flügel waren miteinander verbunden, und zwei bedeckten ihre Leiber“ (Hesekiel 1,11). Das klingt ähnlich der goldenen gefertigten Cherubim über dem Gnadenthron in der Stiftshütte. Der Prophet hörte „das Rauschen der Flügel der lebendigen Wesen“ von der „Wohnstätte“ JaHuWaHs her (Hesekiel 3,12-13).

„Lass mich ewiglich wohnen in Deinem Zelt [Stiftshütte, die Wohnung JaHuWaHs], mich bergen im Schatten Deiner Flügel!“ (Psalm 61,5)

Im Neuen Bund möchte JaHuWschuaH im Herzen der Gläubigen wohnen, denn diese sind nun die Stiftshütte JaHuWaHs (2. Korinther 6,16). Seine Verheißung gilt für uns heute gleichweise wie damals, wenn die schwere und finstere Zeit der vier ersten Siegel anbricht und die vier Reiter über die Erde fegen:

„Ich nehme Zuflucht unter dem Schatten Deiner Flügel, bis das Verderben vorübergezogen ist. [...] Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten Deiner Flügel vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen!“ (Psalm 57,2b; 17,8-9)

Wie wir sehen, werden Flügel hier sinnbildlich für Schutz, Beistand und Geborgenheit gebraucht, in dem Sinne „wie ein Adler seine Nestbrut aufscheucht, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt.“ (5. Mose 23,11). Die Adlermutter scheucht ihre Jungen auf, wenn sie flügge werden, um erstmals das Nest zu verlassen. Sie fliegt dann unter sie und trägt sie auf ihren Flügeln.

infoIn der Zeit der vier Reiter wird jeder den Schutz unseres großen Gottes JaHuWaH nötig haben. Denn es wird die Zeit der Versiegelung Seiner Kinder im Verlauf der ersten vier Siegelgerichte sein. Jeder der dann das Siegel JaHuWaHs, den Geist Seines Sohnes nicht im Herzen hat, wird umkommen. Hesekiel schaut in seiner Vision diese Zeit. Er sieht, wie sich „die Herrlichkeit des Gottes Israels von dem Cherub, über dem sie gewesen war, hin zur Schwelle des Hauses“ erhob, „und Er rief dem Mann zu, der das leinene Gewand trug und das Schreibzeug an der Hüfte hatte“ (Hesekiel 9,3-4).

Wie wir weiter oben gesehen haben, ist der in Leinen gekleidete Mann JaHuWschuaH, der Sein hohepriesterliches Amt niederlegt. JaHuWaH spricht zu Ihm: „Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Gräuel, die in ihrer Mitte verübt werden!“ (Hesekiel 9,5). Das erinnert an die Vision Johannes der 144000, die versiegelt werden (Offenbarung 7). Zu den anderen sechs Männer, die bei dem in leinen gekleideten Mann standen (Hesekiel 9,2), sprach JaHuWaH, dass sie durch die Stadt gehen und alle töten sollen, die das Siegel JaHuWaHs nicht hatten. Sie sollen bei JaHuWaHs Heiligtum beginnen, bei den Ältesten (Hesekiel 9,5-7). Das scheint die Zeit des siebten Siegels zu sein, wenn die in den sieben Posaunen angekündigten sieben Zornesschalen ausgegossen werden.

 Johannes schildert die vier Wesen mit dem Aussehen eines Löwen, eines Jungstiers, eines Menschen und eines Adlers. Bei Hesekiel haben alle vier Wesen die „Gestalt (wie) eines Menschen“ (Hesekiel 1,5). Nur die Köpfe haben jeweils das Aussehen wie der eines Löwen, eines Stieres, eines Menschen und eines Adlers (Hesekiel 1,10).

Der Löwe steht für Kraft und Majestät und Allmacht (1. Mose 49,9; Daniel 7,4; Amos 3,8). Der junge Stier steht für Gehorsam, Ausdauer und Kraft (Sprüche 14,4). Der Mensch für Intelligenz, Vernunft und Verständnis (Hiob 9,24; Esra 9,6; Sprüche 17,24). Der Adler für Sehschärfe, Weitblick und schnelles Handeln (5. Mose 28,49; Hiob 9,26; 39,27-29; Habakuk 1,8). Es sind Tiere, die auf der Erde und in der Luft leben. Es wird hier kein Meertier vorgestellt (vgl. Ausführungen weiter oben zum gläsernen Meer). Zusammengenommen beschreiben sie die Eigenschaften des Thrones JaHuWaHs in seiner Beziehung zur Erde. Mit Macht, Schnelligkeit und Gerechtigkeit werden die Gerichte vollzogen werden.

Allen vier Wesen gemeinsam sind die vielen Augen „vorn und hinten“. Das zeigt, dass JaHuWaH volle Kenntnis darüber hat, was hier auf Erden geschieht. Er sieht das Tun jedes einzelnen Menschen, der Mächtigen wie der Armen. Er sieht die Umstände, warum Menschen handeln, wie sie handeln. Er sieht in ein jedes Herz, welche Lebenshintergründe der Einzelne hat und welche Erblasten oder Ballast aus der Vergangenheit oder Gegenwart jeder zu tragen hat. Er sieht die klitzekleinste Herzensregung, aber auch den winzigsten Gedanken der Übervorteilung und des Missbrauchs anderer. Wir können unserem Schöpfer vollumfänglich vertrauen, dass er in göttlicher Weisheit alles so steuert, dass am Ende Seine wahrhaften Kinder gesegnet und Er verherrlicht wird (vgl. Philipper 2,11; 1. Petrus 1,7). Denn er hat uns erschaffen und Er hat Seinen Sohn nicht geschont, um uns aus dem tiefen Sumpf des Bösen zu retten.

Es fällt auf, dass diese vier Wesen eine Rolle in jedem der ersten vier Siegel mit den vier Reitern spielen. In den letzten drei Siegeln werden diese Wesen jedoch nicht mehr erwähnt. Das ist eins der zahlreichen Hinweise, dass zur Zeit der vier Reiter die Verbindung mit dem Thron (Offenbarung 4) über das Lamm (Kapitel 5) noch vorhanden ist. Die vier Wesen werden uns darum wieder bei den Kapiteln zu den vier Reitern begegnen.

 

Exkurs: Seraphim, Schlangen und das Kreuz

 

Jesaja beschreibt in seiner Thronvision ebenfalls himmlische Wesen, die er als „Seraphim“ bezeichnet. Jeder hatte, wie die vier Wesen in Offenbarung 4, sechs Flügel: „Mit zweien bedeckte er sein Angesicht, und mit zweien bedeckte er seine Füße, und mit zweien flog er.“ (Jesaja 6,1).

Das hebräische Stammwort von „Seraphim“ ist serepha und wird im Alten Bund an anderen Stellen übersetzt mit: Brand (3. Mose 10,1-6; hier Vers 6; 4. Mose 19,6), brennen (1. Mose 11,3), verbrennen (Jesaja 64,10; Amos 4,11), Feuer (Amos 4,11), Verbranntes (1. Mose 19,17); immer im Zusammenhang mit der Sünde und der Reinigung von Sünde.

Gott SerapisGott Serapis
Kupferstatue aus Ägypten
1. Jahrhunder v.u.Z.
@ George E. Koronaios / pixabay.com
Serapis war im antiken Ägypten die Bezeichnung einer sehr giftigen Schlangenart. Später, in der hellenistisch-ägyptischen Zeit (ca. 3. Jahrhundert v.u.Z.), benannte man eine Göttergestalt nach diesem Namen. Wobei ich davon ausgehe, dass der Serapiskult viel weiter zurückliegt. Es würde sich so erklären, warum die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste auf eine erhöhte Schlange blicken mussten, um nicht zu sterben (4. Mose 21,8-9). Das mag sich eigenartig anhören, diese sinnbildliche Handlung lehrte den Israeliten jedoch eine bedeutsame Tatsache.

Die Kinder Israels lagerten zu der Zeit in der Wüste und planten in das verheißene Land einzuziehen. Der kanaanitische König Arad, der den südlichen Teil des Landes regierte, griff die Israeliten an, wurde aber aufgrund eines Gelöbnisses der Israeliten von JaHuWaH „in ihre Hand gegeben“ (4. Mose 21,1-3). Die Kinder Israels vergaßen jedoch schnell, wie Er ihnen geholfen hat und wandten sich gegen JaHuWaH und gegen ihren Mittler Moses: „... unsere Seele hat einen Ekel vor dieser elenden Speise!“ (4. Mose 21,5). Mit der ‚elenden Speise‘ meinten sie das Manna, das Brot vom Himmel. Das Manna sollte ihnen Glauben an den Einen vermitteln, der sie erlösen würde (vgl. Johannes 6,31-58; Hebräer 9,4; Offenbarung 2,17). Ihr Glaube war aber so schwach, dass sie sich nicht nur nach dem Brot und Fleisch der Ägypter, sondern auch nach deren Götzen sehnten.

Als Antwort gab JaHuWaH ihnen das, wonach sie verlangten: Er sandte ihnen Serapis-Schlangen (4. Mose 21,6). Die Schlange wurde in der Götterwelt der Ägypter als ‚Erdsohn‘ bezeichnet, weil sie auf oder aus der Erde kriecht. Vor allem die Urgötter der heidnischen Welt wurden als Schlangen dargestellt. Die Schlange galt als der ‚Gott des Lebens‘.

Erinnert uns das nicht an den großen Lügner und Betrüger Satan, der alles Falsche und Böse so verdreht, dass es für die Menschen gut und richtig erscheint? So verkehrte er das Gebot JaHuWaHs an Adam und Eva in Eden ins Gegenteil, welches lautete: „… von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!“ (1. Mose 1,17). Der gefallene Engel Luzifer wollte auch Adam und Eva mit in den Abgrund stürzen und so verdrehte er listig die Worte des Schöpfers:

„Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? [...] Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was Gut und Böse ist!“ (1. Mose 3,1.4-5)

Eva, die den Tod noch nicht kannte8, glaubte den Worten der Schlange. Es sind die gleichen Worte, die heute vornehmlich in der Gnostik, Esoterik, Kabbala, Satanismus, Buddhismus, Hinduismus etc. geglaubt werden, nach dem Motto: „Wir selbst können sein wie Gott, wir müssen den Gott in uns nur wecken. Wir können uns selbst erlösen.“ Die Mittel dahin sind vielfältig: Von Meditation und guten Taten, über Verehrung von Gurus, bis hin zu rituellen Opferungen von Kindern.9 Für die Israeliten, die diesen abartigen ägyptischen Götzendienst der Kinderopfer übernahmen, ordnete JaHuWaH durch Mose die Todesstrafe an (3. Mose 20,3).

Schlange auf einem Banner@ falco / pixabay.comKommen wir zurück zu den Israeliten und der über sie hereinbrechenden Schlangen-Katastrophe. Die Schlangen werden als ‚feurige Schlangen‘ bezeichnet (4. Mose 21,6). Das hebräische Wort ist saraph. Hier ist das Feuer wieder im Spiel, das Johannes, Jesaja und Hesekiel am Thron JaHuWaHs in Verbindung mit den Seraphim sieht. Die Menschen erkrankten schwer durch den Schlangenbiss und viele starben daran. Daraufhin bereuten die Israeliten und ließen durch Mose um Gnade bei JaHuWaH bitten. Dieser ordnete daraufhin Mose an, er solle eine „feurige Schlange“ machen und sie auf eine Stange oder Banner befestigen, damit sie alle Israeliten sehen konnten. Wer auf diese Schlange blickt, würde am Leben bleiben. Mose fertigte eine kupferne Schlange und hängte sie auf ein Banner.

In den meisten Fällen wird das hebräische Wort nes (נס) nicht mit Stange, sondern mit ‚Banner‘ übersetzt. Es wäre auch hier das verständlichere Wort. Ein Banner wurde üblicherweise aus Holz gefertigt und hatte meist einen Querbalken, an dem ein Stück Stoff mit einem Hoheitszeichen oder ein Feldzeichen hing. Während der Wüstenwanderung wurden solche Feldzeichen aufgestellt, wenn die Israeliten an einem Ort lagerten. Es wurde alles akribisch geregelt, für jeden einzelnen Stamm gab es ein kleines Banner, für drei Stämme ein großes (vgl. 4 Mose 1,52; Kapitel 2; 10,14-25). Ein Banner zeigte damit die Stammeszugehörigkeit der Hebräer auf.

Die Israeliten, die auf die erhöhte, kupferne Schlange auf dem Banner sahen, blieben am Leben (4. Mose 21,9). An einer Stelle im Buch Hesekiel wird das hebräische Wort für Kupfer mit ‚Unreinheit‘ übersetzt, wo es um geistliche ‚Hurerei‘ geht (siehe Hesekiel 16,31). Auch das Waschbecken vor der Stiftshütte wurde angefertigt, damit sich die Priester vor dem Betreten des Heiligtums die ‚Unreinheit‘ abwuschen (weiter unten dazu mehr). Indem die Kinder Israels auf die Schlange blickten, sahen sie ihre eigene Unreinheit, ihre Sünde.

„Und es wird geschehen an jenem Tag: Der Wurzelspross Isais, der dasteht als Banner [nes (נס)]  der Völker, nach Ihm werden die Nationen fragen; und Seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.“ (Jesaja 11,10)

Der kommende Messias würde das „Banner der Völker“ und unsere „Ruhestätte“ sein. Die Schlange selbst wurde – nachdem sie die ersten Menschen erfolgreich verführte – verflucht (1. Mose 3,14). Damit setzte JaHuWaH die Feindschaft zwischen der Schlange und „dem Nachkommen der Frau“. Er würde der Schlange „den Kopf zertreten, und du [die Schlange] wirst Ihn in die Ferse stechen“ (1. Mose 3,15). Auf Golgatha hat der Messias dem Teufel den Kopf zertreten und dieser hat Ihm in die Ferse gestochen (vgl. Galater 3,16; 4,4; 1. Johannes 3,8).

infoIn Eden erschien der Teufel der Eva im Körper eines schillernden fliegenden Drachens (vgl. Offenbarung 12,9; Jesaja 30,6), um vermeintliche Pracht und Macht zu zeigen und ihr ebenfalls schmackhaft zu machen, dass sie göttlich sein könne. Aufgrund seines Erfolgs wurde sinnbildlich das mächtige Drachentier zu einer auf dem Boden kriechenden Schlange verflucht (1. Mose 3,14).

Warum aber sollte auf dem Banner, auf das die Israeliten blicken mussten, eine Schlange sein? Weil die Schlange das Böse in ihnen weckt und sie dazu verführt. Damit sie ihre eigene Boshaftigkeit in Form der Schlange, die ‚verflucht‘ war, sehen konnten. Und sie mussten verstehen, dass Einer diese Sündenlast einmal auf sich laden würde. Verflucht bedeutet ja nichts anders als ‚dem Tod geweiht‘. Jeder, der den Bund mit JaHuWaH brach, wurde deshalb mit einem Fluch belegt (Jeremia 11,3). Heute heißt dies: Jeder der den Neuen Bund, den JaHuWschuaH durch Seinen Tod und Auferstehung aufgerichtet hat, nicht annimmt, wird den ewigen Tod erleiden.

„Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem Er ein Fluch für uns geworden ist, denn es steht geschrieben: „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!“ (Galater 3,13; 3. Mose 21,23)

Die Israeliten sollten beim Anblick der Schlange auf dem Banner erkennen, dass der zukünftige Messias für sie zum Fluch gemacht werden würde, damit sie leben konnten. Dieses Ereignis benutzte JaHuWschuaH etwa 1500 Jahre später, um Nikodemus den Erlösungsweg zu lehren (Johannes 3,1-16).

Die „feurigen“ Schlangen stehen damit für JaHuWaHs Gerichtshandeln, um Menschen zu läutern und zur Umkehr zu bewegen. Die Seraphim und die Cherubim sowie das Feuer unter dem Thron und die brennenden Fackeln in der Thronszene versinnbilden damit nicht nur das Zorngericht JaHuWaHs am Ende, welche die Ungläubigen treffen wird, die sich nicht „im Blut des Lammes“ haben reinigen lassen. Dieses Feuer ist vor allem das Feuer der Läuterung und dem Aufruf zur Umkehr. Wenn die ersten vier Siegel gebrochen werden.

Wie die vier Wesen in der Vision Johannes rufen die Seraphim: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR [JaHuWaH] der Heerscharen, die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit“ (Jesaja 6,3).

 

Blitz, Donner, Stimmen und Feuerflammen 

 

„Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.“ (Offenbarung 4,5)

Blitz, Donner, Stimmen, Feuer.  Dieses Szenario erinnert an den Berg Sinai. Ich will kurz darauf eingehen, um Johannes Vision besser zu verstehen. JaHuWaH hatte die Israeliten aus der Knechtschaft Ägypten durch einen Mann Mose herausgeführt. Mose steht im übertragenen Sinn für den, von der damaligen Sicht noch zukünftigen Messias. Die Kinder Israels bekamen durch Mose die Versicherung, dass JaHuWaH mit ihnen sein würde (Sein Name JaHuWaH birgt in sich diese Zusage, 2. Mose 3,14-15). Er würde sie begleiten, am Tag in einer Wolke, in der Nacht in einer Feuersäule (5. Mose 1,33). Er gab dem Volk eine herrliche Verheißung, die im Neuen Bund auch für uns gilt:

„Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe und wie Ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu Mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich Meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und Meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern Mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört Mir, ihr aber sollt Mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein!“ (2. Mose 19,4-8)

Das sollte den heidnischen Völkern ringsum ein Zeugnis sein, dass der wahrhaftige allmächtige Schöpfergott – im Gegensatz zu den heidnischen Göttern – mitten unter diesem Volk wohnt (4. Mose 4,14). Er würde ihr Schutz und ihr Wegweiser sein.

„In all ihrer Bedrängnis war Er bedrängt, und der Engel Seines Angesichts hat sie gerettet. In Seiner Liebe und in Seiner Erbarmung hat Er sie erlöst; und Er hob sie empor und trug sie alle Tage der Urzeit.“ (Jesaja 63,9)

Es war der Sohn JaHuWaHs selbst, der im Auftrag und im Namen des Vaters bereits damals das Volk führte.

„Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, damit Er dich behüte auf dem Weg und dich an den Ort bringe, den Ich bereitet habe. Hüte dich vor Ihm und gehorche Seiner Stimme und sei nicht widerspenstig gegen Ihn; denn Er wird eure Übertretungen nicht ertragen; denn Mein Name ist in Ihm.“ (2. Mose 23,20-21)

Dieser Begleiter, der auch als „Engel des Bundes“ (Maleachi 3,1) bezeichnet wird, ist kein anderer als JaHuWaHs Sohn. „Er wird die Übertretungen nicht ertragen“. Sündenvergebung ist alleine das Vorrecht JaHuWaHs (Markus 2,7). Aber Er hat Seinem Sohn das Richteramt übergeben (Johannes 5,22; Lukas 10,22). „Wer wird bestehen, wenn Er erscheint?“ (Maleachi 3,2) JaHuWaHs Sohn war also mit Herausführung des Volkes Israels betraut.

„Und der HERR [JaHuWaH] zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht ziehen konnten. Die Wolkensäule wich nie von dem Volk bei Tag, noch die Feuersäule bei Nacht.“ (2. Mose 13,21-22)

Hier sehen wir, dass der „HERR“ (JaHuWaH) vor ihnen herzog: Sein Sohn im Namen des Vaters. Trotzdem murrten und jammerten die Israeliten ständig und hielten Mose vor, er hätte sie doch in Ägypten lassen sollen, da wären sie besser dran (2. Mose 16). JaHuWaH lehrte sie sodann die Manna-Lektion. Er rettete sie nicht nur aus der irdischen Sklaverei. Er wollte Ihnen die Erlösung durch den zukünftigen Messias mithilfe des Brotes vom Himmel nahe bringen. Er zeigte den Erlösungsweg auf. Sie mussten das Manna täglich einsammeln, nur für den Sabbattag sollten sie am sechsten Tag zwei Portionen auflesen. Denn nun wurde der siebente Tag der biblischen Woche als Ruhetag eingeführt.

„Christus aber als Sohn über Sein eigenes Haus; und Sein Haus sind wir, wenn wir die Zuversicht und das Rühmen der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten. Darum, wie der Heilige Geist spricht: ‚Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung, am Tag der Versuchung in der Wüste, wo Mich eure Väter versuchten; sie prüften Mich und sahen Meine Werke 40 Jahre lang. Darum wurde Ich zornig über jenes Geschlecht und sprach: Immer gehen sie in ihrem Herzen in die Irre, und sie haben Meine Wege nicht erkannt." (Hebräer 3,7-10; Psalm 95,7-8)

Indem die Israeliten Tag für Tag so handeln, und Woche für Woche den Sabbat halten mussten, sollten sie lernen, dass ein Retter vom Himmel auf die Erde kommen würde, um die Menschen von der Knechtschaft der Sünde zu befreien. Er würde die Ruhe geben können, die sie gegenwärtig jeden siebten Tag einhalten mussten. Es dauerte nicht lange, da murrten die Israeliten, weil sie das Manna so satthatten, und sie lieber zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens wollten.

JaHuWaH gab Seine erwählten Kinder auch dann nicht auf. Am Berg Sinai angekommen, lehrte Er sie eine Botschaft, die von einem mächtigen, naturgewaltigen Geschehen begleitet wurde:

„Und es geschah, als der dritte Tag kam und es noch früh am Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen, und eine dichte Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte ein sehr lauter Schall von Schopharhörnern. Da erschrak das ganze Volk, das im Lager war. [...] Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig.“ (2. Mose 19,16.18)

Das Volk erschrak darüber sehr und sie baten Mose, er möge mit JaHuWaH reden, denn sie wussten sie würden umkommen, wenn sie sich dem Berg näherten (2. Mose 19,12.21-23; Hebräer 12,20). Hier sehen wir wieder, dass Mose sinnbildlich für den Messias steht, dem Sohn JaHuWaHs, ohne den niemand zum Vater kommt, und ohne den der Mensch für immer verloren wäre. Das ist wichtig, zu verstehen. Die Israeliten bekamen nun ein umfangreiches Gesetzeswerk, das strikt eingehalten werden musste. Das gesamte Gesetz, einschließlich der Zehn „Worte“ (2. Mose 20,1-17) zeugten von dem Einen, der kommen sollte, um zu retten.

infoDie zehn „Gebote“ werden im Hebräischen als „Worte“ bezeichnet. JaHuWschuaH „redete“ diese Worte zu ihnen. Ja, es war der Sohn des Allmächtigen, der zu den Kindern Israels im Blitz, Donner und Rauch sprach (vgl. Apostelgeschichte 7,37-38). Er sitzt heute zur rechten Seite des Vaters auf dem Thron, der Ihm das Gericht übergeben hat. Er spricht direkt zu Seinem Volk. Deshalb wird die Bundeslade, in denen die zehn Worte im Allerheiligsten der Stiftshütte verwahrt war, nicht mehr gefunden werden. „Sie wird niemand mehr in den Sinn kommen, man wird an sie nicht mehr gedenken und sie nicht mehr vermissen; es wird auch keine mehr gemacht werden“ (Jeremia 3,16). Wir brauchen sie nicht mehr, es ist etwas Besseres gekommen. Wir haben die Worte des Sohnes, die direkt zu jedem Einzelnen von uns sprechen. Er ist unser Fürsprecher und unser Ratgeber vom Himmel her. Paulus wusste, dass es der Sohn des Allmächtigen war, an den sich die Israeliten halten mussten, um nicht umzukommen.


 Jeder einzelne Buchstabe des Gesetzes wies hin auf Ihn, den Sohn des Allmächtigen, der im Namen Seines Vaters wie das Manna vom Himmel kam. JaHuWschuaH, der Messias erklärte Jahrunderte später: „Ihr sollt nicht meinen, dass Ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! [...] Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes.“ (Matthäus 5,17; 11,13) Philippus, ein Jünger des Messias, wusste freudig zu berichten:

„Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, von Nazareth.“ (Johannes 1,45).

Nicht nur Mose, auch das Gesetz zeugt von Ihm. Es war vollbracht! Das, was die Israeliten trotz ihrer strikten Gesetzeswerke nie vermochten, hat Einer erfüllt! Er kam, um die Last der Sünden der Menschen zu schultern, und vergoss dafür Sein kostbares Blut für uns. Er kam als die Sabbatruhe JaHuWaHs. In Ihm darf heute jeder Mensch Ruhe finden. Er ist das Siegel JaHuWaHs. Er ist es, der die Menschen „heiligt“ und im Herzen verändert. Das steinerne Herz möchte Er in ein fleischernes Herz verwandeln. Das, was vormals auf Steintafeln geschrieben war, steht jetzt im Herzen und wird durch den Geist bzw. dem Wort JaHuWschuaHs dort hineingeschrieben.

Tabelle Sinai Apg


Kommen wir wieder zurück zum himmlischen Gerichtsthron, den Johannes am Ende der irdischen Zeit aufgestellt sieht. Wie damals am Berg Sinai, blitzt und donnert es vom Thron aus. Wie der Blitz werden die Ereignisse überraschend, machtvoll und schnell geschehen. Im Blitz wird elektrische Spannung plötzlich entladen, wenn zwei Pole den höchsten Spannungspunkt erreicht haben. Die beiden Pole, die hier zusammentreffen, ist der reine Himmel mit der sündenbeladenen Erde.

JaHuWaH ist nicht 'zweipolig' oder 'Yin und Yang', wie Esoteriker gerne Gott oder 'das Göttliche' darstellen. Diese gesamte sinnbildliche Schau, die Johannes sieht, zeigt auf, dass das Böse in den himmlischen Regionen nichts verloren hat. Vor allem hat der allmächtige Weltenherrscher keinen Funken des Bösen in sich. Aus diesem Grund braucht es einen Blitzableiter, der das Böse abwendet. Damit der tödliche Blitz den Menschen nicht trifft, stellt sich Sein Sohn dazwischen. Das wird Er jedoch nur, wenn der Sünder, Sein auf der Erde kostbares „vergossenes Blut“ (Markus 14,24) annimmt. Es wird niemand gezwungen, auch nicht zum Heil.

Johannes sieht weiter sieben brennende Fackeln, „welche die sieben Geister Gottes sind“ (Offenbarung 4,5). Der Prophet Hesekiels sieht in seiner Vision die vier Wesen „wie das Aussehen von Fackeln; Es [das Feuer] fuhr zwischen den lebendigen Wesen umher, und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor.“ (Hesekiel 1,13) Er beschreibt weiter „ein loderndes Feuer von einem Strahlenglanz umgeben, aus der Mitte glänzte es wie Goldschimmer“ (Hesekiel 1,4.27). Der Prophet Daniel veranschaulicht die Augen des „in weißen Leinen gekleideten Mannes“ wie „Feuerfackeln“ (Daniel 10,6). Sein Blick im Gerichtshandeln wird ‚durch Mark und Bein‘ gehen.

Flamme@ pixabay.comFeuer steht in der Bibel für JaHuWaHs Gerichte. Ein Feuer ist heiß und verbrennt alles. Man verbindet damit Schmerz. Es spendet aber auch Licht, und Licht durchdringt die Dunkelheit. Die Thronszene (Offenbarung 4+5) ist nicht nur den ersten vier Siegeln vorangestellt, sie erleuchtet den Ablauf der Offenbarungsgeschichte, bis der letzte Funken des Bösen vernichtet ist. Johannes sieht den Thron JaHuWaHs in dessen Eigenschaft des gerichtlichen Handelns, das mit dem Öffnen des ersten Siegels beginnen wird. Gericht ist nicht gleich Gericht. Seine Gerichte dienen vor allem der Umkehr vom Irrweg, der zum Tod führt. Während der Zeit der vier Reiter in Offenbarung 6 ist Umkehr möglich. Die sieben Feuerfackeln brennen, Sein allumfassender Geist ist noch zugegen auf der Erde. Wenn die „Zornesschalen“ (Offenbarung 16) ausgegossen werden, gibt es keine Gnade mehr. Dann ist es ein Gericht, das zum ewigen Tod führen wird.

Der alttestamentliche Prophet Daniel durfte ebenfalls eine Thronszene schauen, in der Gericht gehalten wird: „Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Alter an Tagen sich setzte: Sein Gewand war weiß wie Schnee und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle, Sein Thron Feuerflammen, dessen Räder ein loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer floss und ging von ihm aus; tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich, und Bücher wurden geöffnet.“ (Daniel 7,9-10).

Es scheint dieselbe Szene im Himmel zu sein, die auch Johannes sah. Bedeutsame Botschaften zeigt JaHuWaH zwei- oder mehrfach, jeweils von einem anderen Blickwinkel oder mit Erweiterungen für einen tieferen Einblick in das Geschehen. In allen Fällen, in Hesekiel (Kapitel 1,9,10), in Jesaja 6, in Daniel 7,9-10 sowie in Offenbarung 4 geht es um das Gericht JaHuWschuaHs. Und wie es aussieht, fängt das Gericht bei Seiner Gemeinde an: „Denn die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben?“ (1. Petrus 4,17). Petrus vergleicht hier das Leiden des Volkes JaHuWaHs in dieser Welt mit dem Gericht am Ende, das die ungläubige Welt erwartet.

Das Feuergericht innerhalb seines Volkes hat damit einen anderen Charakter, als das Feuer, das am Ende alles verbrennt. Deshalb empfiehlt JaHuWschuaH der Gemeinde Laodizea: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst!“ (Offenbarung 3,18) Das Gold soll der Gläubige nicht selbst läutern, sondern JaHuWschuaH macht es für ihn.

Die Augen JaHuWschuaHs werden in der Offenbarung beschrieben „wie eine Feuerflamme“ (Offenbarung 1,14; 2,18; 19,12). Ein durchdringendes Feuer. Als Richter durchschauen Seine Augen jeden Menschen und erkennen, was im Inneren tatsächlich ist. Es ist das Feuer Seiner Liebe mit der Er Menschen mit Seinem Geist bewegt und zur Umkehr bringen möchte. Denn der Messias ist ja unser Fürsprecher zugleich! Er hat einen unermesslichen hohen Preis dafür bezahlt, Er wird nichts unversucht lassen, jeden aus seiner misslichen und ausweglosen Lage herauszuhelfen.

Der Prophet Hesekiel beschreibt den Gerichtsthron JaHuWaHs in seiner Vision wie ein „loderndes Feuer, von einem Strahlenglanz umgeben; aus seiner Mitte aber glänzte es wie Goldschimmer, mitten aus dem Feuer.“ (Hesekiel 1,4) In hebräischen Sprachbildern wird im Alten Testament das durch Leid führende Handeln JaHuWaHs an den Menschen mit der Arbeit des Goldschmieds verglichen. Der in Sünde lebende Mensch gleicht einem Stück Metall im Feuer des Goldschmieds. Er wird sie „reinigen und läutern wie das Gold und das Silber“ (Maleachi 3,3). Der leidgeplagte Hiob kannte das heilende Schmiedefeuer JaHuWaHs: „Ja, Er kennt meinen Weg; wenn Er mich prüft, so werde ich wie Gold hervorgehen!“ (Hiob 23,10) Paulus wusste zu berichten:

„So wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.“ (1. Korinther 3,13)

Das Feuer dient der Läuterung für die einen und der Vernichtung für die anderen. Die Augen der Messias „wie Feuerflammen“ bewirken für den Einsichtigen Freude, für die Uneinsichtigen absolute Qual, die zunehmende Wut gegen Ihn und Sein Volk wecken wird. Es ist eine hartnäckige Feindschaft gegen den Schöpfer. Selbst wenn die schlimmsten Plagen über sie hereinbrechen, werden sie nicht umkehren von ihrem bösen Weg (vgl. Offenbarung 9,20-21; 16,9.11) und sie werden das Malzeichen des Tieres annehmen. Unser Schöpfer will alles Schlechte im Menschen verbrennen. Das „verzehrende Feuer“ wird am Ende alles verzehren, was mit Sünde behaftet ist. Wer den Rat „des treuen Zeugen“ (Offenbarung 1,5) nicht befolgt, wird durch dieses verzehrende Feuer umkommen.

„Vom HERRN [JaHuWaH] der Heerscharen wirst Du heimgesucht werden mit Donner und Erdbeben und mit großem Krachen, Sturmwind und Ungewitter und mit verzehrenden Feuerflammen. [...] Denn wenn Seine Kinder das Werk Meiner [des Messias] Hände in ihrer Mitte sehen, so werden sie Meinen Namen [JaHuWschuaH = JaHuWaH rettet] heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten; und die, welche in ihrem Geist irren, werden Einsicht bekommen, und die Murrenden werden Belehrung annehmen.“ (Jesaja 29,6.23-24)

Wenn es also donnert, stürmt, bebt und brennt, ist JaHuWaHs Herrlichkeit nicht fern. Der Psalmschreiber David drückt diese Herrlichkeit poetisch aus:

Die Stimme des HERRN [JaHuWaHs] ist über den Wassern;
der Gott der Herrlichkeit donnert,
der HERR [JaHuWaH] über großen Wassern.
Die Stimme des HERRN [JaHuWaHs] ist gewaltig,
die Stimme des HERRN [JaHuWaHs] ist majestätisch.
Die Stimme des HERRN [JaHuWaH] sprüht Feuerflammen aus.
Die Stimme des HERRN [JaHuWaH] erschüttert die Wüste.
In Seinem Tempel spricht alles: Herrlichkeit!
Der HERR [JaHuWaH] thront auf der Wasserflut,
der HERR [JaHuWaH] thront als König in Ewigkeit.“
(Psalm 29,3-10)

Für Wasser oder ‚Wasserflut‘ wird dasselbe hebräische Wort verwendet, wie es in 1. Mose 6,17 für die Sintflut verwendet wird. Wasser steht symbolisch zudem für die Völker der Erde, für die Menschen. Er, JaHuWaH, thront über der Erde, auch wenn Satan der „Fürst diese Welt“ ist. Letztendlich wird sich zeigen, wie begrenzt die Macht des Erzrebellen Luzifer tatsächlich ist. JaHuWaH wird sich am Ende dieser Weltgeschichte wieder im Donner offenbaren, wie Er es beispielsweise am Berg Sinai nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten getan hat.

„Und der HERR [JaHuWaH] lässt vor Seiner Heeresmacht her Seine Stimme erschallen, denn Sein Heerlager ist sehr groß, denn der Vollstrecker Seines Wortes ist mächtig; denn groß ist der Tag des HERRN [JaHuWaHs] und sehr furchtbar, und wer kann ihn ertragen?“ (Joel 2,11)

infoDer Ausdruck „Tag des HERRN [JaHuWaH]“, den Johannes am Anfang der Offenbarung verwendet (Offenbarung 1,10), hat nichts mit unserem heutigen Wochentag Samstag oder Sonntag zu tun, noch mit dem alttestamentlichen Sabbattag. Johannes kannte diesen Begriff aus den Schriften des Alten Bundes. Dort ist damit immer Sein Gerichtshandeln am Weltende verbunden. Der Prophet Jesaja gibt ein imposantes Beispiel in Jesaja 13,9-13. Beachte, dass Er gleichzeitig den Umkehrenden „kostbarer als gediegenes Gold“ machen wird (Vers 12).

Die „Stimme“, auch ein sinnbildlicher Begriff, muss nicht gehört werden, sie kann gesehen bzw. erkannt werden. Stimmen im übertragenen Sinn haben in der Bibel vor allem Heilsbedeutung. Wenn Gerichtshandlungen vom Thron ausgehen, zeigt die Stimme, dass noch Rettung vorhanden ist. Wenn die Gnadenzeit zu Ende gehen wird und die Zornesschalen ausgegossen werden, „ertönt“ keine Stimme mehr vom Himmel.

Blitz@ Захари Минчев / pixabay.comWie das weiter oben erklärte „Blitzen“ eng mit dem Donner zusammenhängt, so steht der Donner in Verbindung mit Seiner Stimme. Der Donner kann für die einen als liebliche Stimme und für die anderen als Furcht einflößendes Getöse und Krachen gehört werden. So war es mit der Stimme vom Himmel, als der Messias getauft wurde: „Die Menge nun, die dabeistand und dies hörte, sagte, es habe gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet!“ (Johannes 12,29). Auch in der letzten Zeit werden nicht alle hören, was Er zu sagen hat. Nur Seine Nachfolger werden Ihn verstehen und nach Seinem Willen handeln. Hiob bezeugt, dass man auf den Donner hören sollte, er kann grollend und brüllen sein, aber er ist zugleich wunderbar:

„Hört, hört auf das Donnern Seiner Stimme und auf das Grollen, das aus Seinem Mund hervorkommt! Er lässt es dahinfahren unter dem ganzen Himmel, und Sein Licht bis zu den Enden der Erde. Hinter Ihm her brüllt der Donner; Er donnert mit Seiner majestätischen Stimme, und er spart damit nicht, damit Seine Stimme gehört werde. Gott donnert mit Seiner Stimme wunderbar; Er tut große Dinge, die wir nicht verstehen.“ (Hiob 37,2-5)

JaHuWaH wird „brüllen aus der Höhe“ und Er wird „einen lauten Ruf erheben, wie die Keltertreter, gegen alle Bewohner der Erde.“ (Jeremia 25,30) Poetisch beschreibt der Prophet die letzte Warnungsbotschaft an die Erdbewohner mit einem ‚Brüllen‘ aus der Höhe und vergleicht es mit einem Keltertreter. Der Keltertreter wird der Sohn JaHuWaHs sein (vgl. sinnbildliche Darstellung in Jesaja 63,3-4).

In der Bibel werden der Weinstock und die Reben mit den guten oder schlechten Werken/Geist des Menschen verglichen. Im Altertum wurde der Saft der geernteten Trauben vom Menschen in Kelterbecken barfuß ausgetreten. Erst ca. 100 n.u.Z. erfanden die Griechen die Schraubenkelter. Wer aber das Getränk des Weinstocks – das Blut des Lammes – trinkt, der kommt nicht in die Weinkelter. Weinreben, die keine Frucht bringen, werden am Ende in der Kelter des „Zornes des Lammes“ (Offenbarung 6,16) getreten werden (Offenbarung 14,18-20; 19,15). Bitte immer beachten: Es ist eine metaphorische Sprache!

Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird JaHuWaH „von der Höhe herab brüllen und Seine Stimme erschallen lassen aus Seiner heiligen Wohnung; er wird laut brüllen über Seine Weide hin, ein Lied wie die Keltertreter wird Er anstimmen über alle Bewohner der Erde.“ (Jeremia 25,30) Ist es nicht gut zu wissen, dass JaHuWaH von der Höhe brüllen wird? Viele Menschen werden umkehren und die Frohe Botschaft der Rettung annehmen. Er hat eine herrliche Verheißung für alle, die Seinen Sohn als ihren Erlöser annehmen:

„Wenn du durchs Wasser gehst, so will Ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.“ (Jesaja 43,2)

Diesen wunderbaren Vers können wir nun in seinem übertragenen Sinn verstehen. Sowohl das Wasser und die Ströme, wie auch das Feuer und die Flamme sind hier Metapher. Diese Sinnbilder stehen dafür, dass die Gläubigen zwar durch die Läuterungsgerichte JaHuWaHs ebenso durchgehen müssen, wie die Ungläubigen. Dabei können finsteren Mächte (Ströme bzw. das kalte tiefe Meer; vgl. Lukas 21,25) oder auch ungläubigen Menschen und Nationen (siehe Offenbarung 17,15) sie bedrängen. Aber unser Erlöser JaHuWschuaH wird bei ihnen sein. Das Feuer und die Flamme dienen ihnen zur Erleuchtung und zur Läuterung, aber sie werden sie nicht „verbrennen“. Vielleicht ist es den Menschen/Nationen gestattet, den Körper zu töten, aber sie können nicht den Geist bzw. das ewige Leben nehmen (vgl. Matthäus 10,28). Diese Verheißung wird insbesondere die Erfahrung der Gläubigen während der Zeit der vier Reiter sein.

 

24 Älteste

 

„Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen sah ich 24 Älteste sitzen, die mit weißen Kleidern bekleidet waren und auf ihren Häuptern goldene Kronen hatten.“ (Offenbarung 4,4)

Während die vier lebendigen Wesen den Schöpfer repräsentieren, scheinen die 24 Ältesten sinnbildlich für die Menschen zu stehen. Auch die 24 muss als eine symbolische Zahl gesehen werden. Sie steht für die Gesamtheit alle Erlösten, die auferweckt, verwandelt und „dem Herrn entgegen in die Luft“ entrückt werden (1. Thessalonicher 4,17).

In diesem Zusammenhang ist bedeutsam zu erwähnen, dass es mit der Auferstehung des Messias vor über 2000 Jahren eine Auferstehung „vieler“ verstorbener Gläubiger gab: „Und die Grüfte taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt; und sie kamen nach Seiner Auferweckung aus den Grüften hervor und gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.“ (Matthäus 27,52-53). Man kann davon ausgehen, dass JaHuWschuaH diese „Erstlingsfrucht“ (vgl. Jakobus 1,18; 1. Korinther 1,20-23) der Auferstandenen bei Seiner Rückkehr in die himmlischen Regionen mitgenommen hat. Es könnte sein, dass Johannes diese am Thron sah.

Wobei die 24 auch dann eine symbolische Zahl ist und die bereits Auferstandenen repräsentativ für alle stehen, die ihnen noch folgen werden. Johannes sieht diese vorweggreifend am himmlischen Thron. Denn wir erinnern uns, bevor Johannes die schrecklichen Visionen bekommt, wird ihm die Thronszene gezeigt. Er sieht, wie JaHuWaH handelt und warum er so handelt, aber Er spendet Johannes damit auch Trost. Er und alle Gläubigen dürfen sich auf die Herrlichkeit danach freuen, trotz der schlimmen Zeit, durch die sie gehen müssen.

Krone@ Pexels / Pixabay.comDie 24 Ältesten sind mit weißen Kleidern bekleidet und haben Kronen auf ihren Häuptern. Die weißen Kleider deuten daraufhin, dass sie sich vom „Blut des Lammes“ haben reinwaschen lassen (Offenbarung 7,14), sodass sie nun gerechtfertigt und sündenfrei vor dem Himmlischen Vater stehen können. Die Kronen zeigen ihre Königswürde an, denn sie waren siegreich auf der Erde. Indem die 24 Ältesten ihre Kronen jedoch abnehmen und „vor den Thron niederwerfen“ (Offenbarung 4,10), demonstrieren sie, dass nicht sie selbst den Sieg errungen haben.

Da uns die 24 Ältesten im Kapitel ‚Wer kann die Siegel brechen?‘ erneut begegnen, werden wir diese dort ausführlicher behandeln.

 

Heilig, heilig, heilig


Die vier Lebewesen besingen die Herrlichkeit JaHuWaHs. Sie „rufen unaufhörlich“ bei Tag und bei Nacht: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr [JaHuWaH], Gott der Allmächtige, der war und der ist und der kommt!“ (Offenbarung 4,8) Auch die Seraphim, die der Prophet Jesaja um den Thron sieht, rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR [JaHuWaH] der Heerscharen, die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit!“ (Jesaja 6,3).

infoWenn in der althebräischen Sprache die Eigenschaft einer Sache oder Person hervorgehoben werden soll, wird das entsprechende Wort wiederholt. Es ist dann wirklich sehr gut. Wird es zweimal hintereinander wiederholt, so ist es unübertroffen hervorragend. JaHuWaH ist nicht nur heilig, heilig. Er ist heilig, heilig, heilig.

Seine Heiligkeit werden wir vermutlich nie ganz verstehen. Heiligkeit kann durchaus mit Vollkommenheit gleichgesetzt werden. Wir haben das Beispiel des siebten Schöpfungstages: Die Schöpfung war abgeschlossen, und sie war sehr gut. Er heiligte ihn, „denn an ihm ruhte er von allem seinem Werk“ (1. Mose 2,3). Es ist keine Ruhe aufgrund Ermüdung (vgl. Jesaja 40,28). Es ist eine Ruhe der Vollkommenheit. In der englischen Übersetzung wird es etwas deutlicher, wo es heißt „denn in ihm [in it] ruhte Er“. Er ruhte nicht an diesem Tag, sondern in Seiner vollendeten Schöpfung am siebten Tag. Nicht nur der siebte Tag, die gesamte Schöpfung war vollkommen, weil die Schöpfung im Einklang mit dem Schöpfer war.

Was aber bedeutet Vollkommenheit? Heiligkeit hat mit „heil sein“ und mit „Heilung“ zu tun. Heil sein heißt frei von Un-Heil und damit frei vom Bösen. Das wiederum heißt, dass wir das Böse in uns nur erkennen können, wenn wir JaHuWaHs Heiligkeit einigermaßen erfassen. Ist dies der Fall, wird uns bewusst werden, dass wir hoffnungslos verloren sind. Die Vision Jesajas vom Thron zeigt, dass es genau darum geht. Als er die vier Wesen und deren Charaktere erfasst und die Ausrufe hört: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR [JaHuWaH] der Heerscharen, die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit!“, konnte er nur verzweifelt stammeln: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN [JaHuWaH] der Heerscharen, gesehen!“ (Jesaja 6,5) Jesaja hat Seine Heiligkeit erkannt.

Erst als eines der Seraphim mit einer „glühenden Kohle vom Altar“ Jesajas Lippen berührte und das himmlische Wesen ihm versicherte: „Siehe, dies hat deine Lippen berührt; deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!“ (Jesaja 6,6-7), konnte er die Stimme des „Herrn“ hören und dessen Auftrag ausführen (Vers 8). Die glühende Kohle hat die Sünde ‚weggebrannt‘. Hesekiel sieht die vier Wesen am Thron „wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln“ (Hesekiel 1,13). Diese brennenden Feuerkohlen, die den Gläubigen nur berühren, werden am Ende, wenn JaHuWschuaHs Volk versiegelt und sicher ist, auf die Erde geworfen werden (vgl. 2. Samuel 22,7-10).

Blaetter@ HeungSoon / pixabay.comDie Heiligung geschieht durch Annahme desjenigen, der den Menschen vom Bösen heilen, und die Sünde „sühnen“ kann. JaHuWschuaHs Geist kann den von Sünde Freigesprochenen nun schrittweise „heiligen“. Selbst in einem verwandelten vollkommenen Körper (1. Korinther 15,51-54) brauchen wir auf der Neuen Erde noch weiter Heilung. Es wird dort den Baum des Lebens geben, der jeden Monat eine Frucht abgibt. „Und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.“ (Offenbarung 22,2)

Im Zusammenhang mit dem Zeitabschnitt der vier Reiter führt der Heilsweg JaHuWaHs durch Drangsal, durchs Feuer der Läuterung und der Umkehr. So geschah es mit dem alttestamentlichen Israel. Durch die Propheten wurde das Volk immer wieder gewarnt, aber sie wollten nicht von ihrem bösen Weg umkehren. Der Prophet Jesaja sollte sie deshalb warnen, nachdem er den Thron JaHuWaHs (Jesaja 6) schauen durfte. Jesaja bekam den Auftrag, dem Volk das Gericht anzukündigen, denn es verwarf die Botschaft JaHuWaHs. Das Volk hatte hartnäckig den Heilsweg widerstanden. Die Möglichkeit zur Umkehr und Heilung war kaum noch vorhanden (Jesaja 6,9-10). JaHuWschuaH greift diesen Umstand im Neuen Testament auf, indem Er sprach:

„Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen; und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: ‚Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen! Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen, dass sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und Ich sie heile.‘“ (Matthäus 13, 13-15; vgl. auch Johannes 12,40; Apostelgeschichte 28,26-27).

Diese warnenden Worte gelten heute allen Erdbewohnern, aber vor allem den Menschen, die vorgeben, Gottes Wort zu haben und zu befolgen. Wir alle müssen mit unseren Augen sehen, mit unseren Ohren hören und vor allem mit unserem Herzen verstehen und uns von dem großen Arzt und Heiler JaHuWschuaH heilen lassen. „Denn die Zeit ist da, dass das Gericht beginnt beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, wie wird das Ende derer sein, die sich weigern, dem Evangelium Gottes zu glauben?“ (1. Petrus 4,17) Petrus beschreibt, was mit diesem Gericht gemeint ist:

„Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus [Messias] willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ [JaHuWschuaH-Nachfolger] leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache!“ (1. Petrus 4,12-16)

Auch wenn Petrus vordergründig seine Zeit im Auge hatte, so sehe ich diese Worte für uns heute vornehmlich in der Zeit der vier Reiter. Sein Volk wird leiden, aber es ist keine Schande für unseren wunderbaren Gott durch eine Zeit der Trübsal zu gehen. Das Leid Seiner Kinder ist nicht grundlos, es wird viele zum Glauben führen. In dieser Zeit wird die Herrlichkeit JaHuWaHs in die Dunkelheit der Welt leuchten. Es wird ein letzter Aufruf sein, Babylon zu verlassen, bevor sie vollständig fällt (Offenbarung 18,1-4). Darüber mehr in den Kapiteln zu den einzelnen Reitern.

„HalleluJAH! Dankt dem HERRN [JaHuWaH], denn Er ist gütig, denn Seine Gnade währt ewiglich! [...] Denn Du bist meine Hilfe geworden, und ich juble unter dem Schatten Deiner Flügel.“ (Psalm 106,1; 63,8)

Wir können uns sorgen machen oder wir können vor Freude Ihm zu Ehren danken und singen. Denn „Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild.“ (Psalm 91,4) Sorgen und Freude können nicht gleichzeitig im Herzen wohnen. „Der HERR [JaHuWaH] tröstet Zion; er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüsten wie Eden und ihre Steppe wie den Garten des HERRN [JaHuWaH]. Freude und Wonne, Danklied und Lobgesang werden darin gefunden werden.“ (Jesaja 51,3) Im Himmel wird nur noch Ehrerbietung, Dank und Lobgesang sein, denn das Gebet ist nicht notwendig, weil wir direkt in Seiner Präsenz leben. Es ist keine Fürsprache mehr nötig und auch kein Fürbitten mehr.

„Besingt die Herrlichkeit Seines Namens, macht herrlich Sein Lob!“ (Psalm 66,2)

„Singt dem HERRN [JaHuWaH], preist Seinen Namen, verkündet Tag für Tag Seine Rettung!“ (Psalm 96,2)

„Würdig bist Du, o Herr [JaHuWaH], zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht; denn Du hast alle Dinge geschaffen, und durch Deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen!“ (Offenbarung 4,11)

 

Nächstes Kapitel: Wer kann das Siegel brechen? (folgt in Kürze).

 




1 Bayreuther Tagblatt: Restaurant schließt russische Staatsbürger aus, 28.02.2022, www.bayreuther-tagblatt.de/nachrichten-meldungen-news/baden-wuerttemberg-restaurant-schliesst-russische-staatsbuerger-aus-das-hat-drastische-konsequenzen/; Birol Kocaman: Jetzt also ‚die Russen‘, 04.03.2022, www.migazin.de/2022/03/04/ausgrenzung-jetzt-also-die-russen/ Gießener Allgemeine, Sebastian Schmidt: Bistro Moskau bekommt Wut ab – Russischsprachige Gießener erleben Diskriminierung, 04.03.2022, www.giessener-allgemeine.de/giessen/ausgrenzung-und-diskriminierung-91387262.html; rbb24, Anna Severinenko: ‚Weil wir hier Russisch sprechen, werden wir boykottiert‘, 06.03.2022, www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/03/ukraine-krieg-russland-deutsche-anfeindung-rassismus-gastronomie-russisch.html; DW, Anfeindungen gegen die russische Community in Deutschland, 08.03.2022, https://www.dw.com/de/anfeindungen-gegen-die-russische-community-in-deutschland/a-61055069; Deutschlandfunk Kultur, Ofer Waldman: Solidarität mit der Ukraine - Bitte jubelt nicht, 07.03.2022, https://www.deutschlandfunkkultur.de/ukraine-russland-krieg-solidaritaet-wir-gefuehl-100.html; Video auf regio.tv, wo geplagte Russen in Deutschland ihr Leid klagen: Russlanddeutsche unter Generalverdacht?, https://www.regio-tv.de/mediathek/video/russlanddeutsche-unter-generalverdacht-stimmung-in-der-stuttgarter-community/ Up

2 Kölnische Rundschau: Russischer Supermarkt in NRW, Unbekannte zerstören Schaufenster 04.03.2022, www.rundschau-online.de/news/politik/russischer-supermarkt-in-nrw-unbekannte-zerstoeren-schaufenster--39511898; Bayerischer Rundfunk: Ukraine-Krieg: Wie Russen in Bayern darüber denken, 02.03.2022, www.br.de/nachrichten/bayern/ukraine-krieg-wie-russen-in-bayern-darueber-denken,SywAOiw; Neumarktonline: ‚Anti-Putin‘-Slogans an Schaufenster, www.neumarktonline.de/art.php?newsid=112682 Up

3 Georg Etscheid: Russen raus: Säuberung der Kultur geht weiter, 02.03.2022, www.achgut.com/artikel/russen_raus_saeuberung_der_kultur_geht_weiter Up

4 t-online: Münchner Klinikdirektorin wollte Russen ablehnen, 02.03.2022 www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_91757944/ukraine-krieg-muenchner-klinikdirektorin-wollte-russen-ablehnen.html; Erneut Diskriminierung in München - Privatklinik will keine Russen behandeln, 09.03.2022, www.t-online.de/region/muenchen/news/id_91790732/muenchen-privatklinik-will-wegen-ukraine-krieg-keine-russen-behandeln.html Up

5 Frankfurter Allgemeine, Justus Bender: Deutsche Zivilisten machen ihr Testament und ziehen in den Krieg, 07.03.2022; https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wie-deutsche-mit-der-fremdenlegion-in-den-ukraine-krieg-ziehen-17852190.html Up

6 Es ist nicht immer alles so, wie es scheint. Die  Medien produzieren gelegentlich Bilder und Geschichten, die die Realität verzerren. Wir wissen, dass im Krieg auf beiden Seiten die Wahrheit zuerst fällt. Nachfolgende Links zu Informationen und Berichte stammen hauptsächlich aus dem Jahr 2014, als der Ukraine-Konflikt ausbrach. Sie helfen, die derzeitige Situation besser einzuordnen. Zum langjährigen Ukraine-Konflikt ein Vortrag des Schweizer Historikers Danielle Ganser, den er in Berlin 2015 gehalten hat: Ukraine 2014, ein illegaler Putsch, www.youtube.com/watch?v=_sMfNmx0wKo; aufschlussreich ist auch ein Interview des Mitteldeutschen Rundfunks mit der ehemaligen ARD Moskau Korrespondentin und Journalistin Gabriele Krone-Schmalz im Jahr 2015: www.youtube.com/watch?v=yzLiwWVZCOk; eine kritische Stellungnahme zu Russland und NATO bot 2018 die Sendung Monitor/ARD: www.youtube.com/watch?v=-iJNtff6HTU. Der Dokumentarfilm Ukrainian Agony - der verschwiegene Krieg 2015 von Mark Bartalmai kann ich zudem empfehlen. Der Film zeigt das Grauen des Krieges und die Widersprüche der Berichterstattung der westlichen Medien. Vor allem zeigt er, wie grausam der Mensch sein kann. Der rechtsfreie Raum des Krieges scheint immer auch menschlichen Abgründe hervorzubringen. Es sind Bilder, die sich derzeit wiederholen und womöglich eine Vorschauf auf das bieten, was in unserer westlichen Welt bald Realität werden könnte. Für sensible Gemüter ist der Film weniger zu empfehlen. Ukrainian Agony: www.youtube.com/watch?v=sy759dlJWYE (Videolink markieren, mit Strg+c kopieren und in den Internetbrowser mit Strg+v einfügen). Up

7 Die Elberfelder übersetzt das hebräische Wort  nicht mit Leinen, sondern mit ‚Byssus‘ für feinste weiße Baumwolle. Up

8 Der Tod kam erst als Folge der Abkehr vom Schöpfer über die Menschen (vgl. Römer 5,12; 6,23; Epheser 2,1-3 Up

9 Auch wenn es nur schwer vorstellbar und grausam ist, so müssen wir nicht glauben, dass es die antike Menschenopfer-Praxis der Babylonier, Ägypter, Inder, Inka, Kelten, Germanen, etc. heute nicht mehr gibt. Wobei diese heutigen Mitglieder satanisch elitärer Zirkel wie Ratten im Untergrund ihre bestialischen Grausamkeiten ausleben, und Kinder als Objekt ihrer Begierden auserkoren haben. Up