Durch Glauben zum Sieg - Das Beispiel Kalebs

Erstellt: Sonntag, 22. Februar 2015 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 07. März 2015

 (4. Mose 13 & 14)

Landschaft mit fruchtbaren HügelnIn einer Zeit, in der JAHUWAHs Wort und Wille missachtet werden, braucht die Welt Menschen, wie Kaleb einer war, der sich gegen die Meinung der Mehrheit in Israel zu JAHUWAHs Verheißungen bekannte. Die Kundschafter die zusammen mit Kaleb und Josua das Verheißene Land erkundeten, hatten schon die Steine in der Hand, mit denen sie Kaleb töten wollten. Aber dadurch ließ Kaleb sich nicht beirren. Er hatte eine Botschaft von Gott weiterzugeben, und davon ließ er sich nicht abbringen.

„Wie ein Mensch denkt in seinem Herzen, so ist er!“ Das ist eine Regel, die sich im Leben der Israeliten immer wieder bewahrheitete. Bevor Israel in das verheißene Land Kanaan einzog, wurden Kundschafter ausgeschickt, um sich ein Bild von der Beschaffenheit des Landes und den strategischen Gegebenheiten machen zu können.

Mose legte die Angelegenheit JAHUWAH vor und erhielt die Erlaubnis mit der Weisung, von jedem Stamm einen Fürsten dazu auszuwählen. Man bestimmte entsprechende Männer, und Mose gebot ihnen, die Beschaffenheit des Landes, seine Lage und die naturgegebenen Vorzüge zu erkunden; ferner, ob das dort wohnende Volk stark oder schwach, gering oder zahlreich sei. Auch sollten sie auf die Art des Bodens und dessen Fruchtbarkeit achten und Früchte des Landes mitbringen.

Sie gingen und betrachteten mit prüfenden Blicken das ganze Land, das sie an der Südgrenze betraten und in dem sie bis in den äußersten Norden vordrangen. Nach vierzig Tagen kamen sie zurück. Das Volk Israel hegte große Hoffnungen und erwartete sie voller Spannung. Die Nachricht von ihrer Rückkehr pflanzte sich von einem Stamm zum andern fort und wurde mit Freude begrüßt. Das Volk stürmte hinaus, um den Botschaftern entgegenzugehen, die allen Gefahren ihres Unternehmens unversehrt entgangen waren. Sie hatten Proben von den Früchten bei sich als Beweis für die Fruchtbarkeit des Landes. Es war gerade die Zeit der Weinlese, und so brachten sie eine Traube mit, die so groß war, dass zwei Männer sie tragen mussten. Auch Feigen und Granatäpfel waren dabei, die dort in Hülle und Fülle wuchsen.

Das Volk freute sich, dass es in solch gutes Land kommen sollte. Aufmerksam lauschten die Israeliten, als die Kundschafter Mose berichteten, damit ihnen nur ja kein Wort entging. „Wir sind in das Land gekommen, in das ihr uns sandtet“, hörten sie; „es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies sind seine Früchte.“ (4.Mose 13,27). Die Hebräer waren begeistert; sie wollten der Stimme JAHUWAHs unverzüglich gehorchen und gleich hinaufziehen, um das Land einzunehmen. Aber nachdem sie die Schönheit und Fruchtbarkeit des Landes gepriesen hatten, schilderten alle Kundschafter mit Ausnahme von zweien ausführlich die Schwierigkeiten und Gefahren, die den Israeliten bevorstanden, wenn sie Kanaan erobern wollten. Sie zählten die mächtigen Völker auf, die in den verschiedenen Teilen des Landes wohnten; sie sprachen von den großen, befestigten Städten mit ihren starken Bewohnern und von der Unmöglichkeit, sie zu bezwingen. Ferner berichteten sie von Riesen, Enakskindern, die sie gesehen hatten, und behaupteten, dass es sinnlos sei, an eine Eroberung des Landes zu denken.

Sofort wurde alles anders. Hoffnung und Mut wichen kleinmütiger Verzweiflung, als die Kundschafter ihre Meinung äußerten. Deren ungläubige Herzen waren von Mutlosigkeit erfüllt, die Satan ihnen eingeflößt hatte. Ihr Unglaube warf einen düsteren Schatten über die Versammlung. Die gewaltige Kraft Gott JAHUWAHs, die sich so oft zum Segen des erwählten Volkes offenbart hatte, war vergessen. Die Leute dachten gar nicht erst nach; sie überlegten nicht, dass Er, der sie so weit gebracht hatte, ihnen ganz gewiss auch das Land geben würde. Auch erinnerten sie sich nicht daran, wie wunderbar Er sie von ihren Unterdrückern befreit hatte, als Er ihnen einen Weg durch das Meer bahnte und die verfolgenden Heerscharen Pharaos vernichtete. So vergaßen sie den Allmächtigen über ihren Zweifeln, als hinge alles nur von der Stärke der Waffen ab.

In ihrem Unglauben setzten sie der Kraft JAHUWAHs Grenzen und misstrauten der Hand, die sie bis dahin so sicher geführt hatte. Dadurch verfielen sie wieder einmal in den alten Fehler, gegen Mose und Aaron zu murren. „Das ist also das Ende all unserer Hoffnungen“, klagten sie. „Hier ist nun das Land, zu dessen Besitz wir den ganzen Weg von Ägypten hergewandert sind!“ Sie beschuldigten ihre Anführer, das Volk zu täuschen und Verwirrung über Israel zu bringen.

Vertrauen - Psalm 9,11Das Volk war hoffnungslos, enttäuscht und verzweifelt. Jammergeschrei übertönte hin und wieder das verworrene Stimmengemurmel. Aber Kaleb erfasste die Lage. Unerschrocken verteidigte er das Wort Gottes und tat alles, was in seiner Macht stand, um den bösen Einfluss seiner ungläubigen Begleiter zu entkräften. Für einen Augenblick war das Volk still und lauschte den hoffnungsvollen, mutigen Worten über das gute Land. Kaleb widersprach dem nicht, was die andern gesagt hatten; die Mauern waren tatsächlich hoch und die Kanaaniter stark. Aber der Allmächtige hatte Israel das Land verheißen. „Lasst uns hinaufziehen und das Land einnehmen“, drängte Kaleb, „denn wir können es überwältigen.“ (4.Mose 13,30).

Aber die andern zehn unterbrachen ihn und malten die Hindernisse in noch dunkleren Farben als zuvor. „Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk“, erklärten sie, „denn sie sind uns zu stark ... Alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge. Wir sahen dort auch Riesen, Enaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen, und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken.“ (4. Mose 13,31-33).

Nachdem diese Männer erst einmal eine falsche Richtung eingeschlagen hatten, widersetzten sie sich hartnäckig erst Kaleb und Josua, dann Mose und schließlich JAHUWAH. Jede vorgebrachte Entgegnung machte sie nur noch entschiedener. Sie hatten sich vorgenommen, alle Bemühungen zur Besitzergreifung Kanaans zu verhindern, und verzerrten deshalb die Wahrheit, um ihren verderblichen Einfluss zu unterstützen. „Das Land ... frisst seine Bewohner“ (4.Mose 13,32), behaupteten sie. Das war nicht nur eine schlimme Nachricht, sie war auch erlogen und zeigte einen inneren Widerspruch auf. Die Kundschafter hatten berichtet, das Land sei fruchtbar und die Menschen von riesiger Gestalt. All das wäre bei einem solch ungesunden Klima, von dem man sagen könnte, das Land fresse seine Einwohner, schlechterdings unmöglich. Aber wenn sich Menschen einmal dem Unglauben ausgeliefert haben, unterstellen sie sich der Herrschaft Satans, und niemand kann sagen, wie weit der sie verführen wird.

„Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht.“ (4. Mose 14,1). Bald folgten Aufruhr und offene Empörung; Satan hatte das Volk ganz in der Gewalt, es schien aller Vernunft beraubt. Es verwünschte Mose und Aaron und vergaß, dass Gott die bösen Reden hörte und der Engel seiner Gegenwart in der Wolkensäule Zeuge des schrecklichen Zornesausbruchs wurde. Verbittert wurde gerufen: „Ach dass wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in dieser Wüste stürben!“ (4. Mose 14,2). Dann richtete sich ihr Gefühl gegen Gott: „Warum führt uns der Herr in dies Land, damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere Kinder ein Raub werden? Ist’s nicht besser, wir ziehen wieder nach Ägypten? Und einer sprach zu dem andern: Lasst uns einen Hauptmann über uns setzen und wieder nach Ägypten ziehen.“ (4. Mose 14,3.4). Mit diesen Worten klagten sie nicht nur Mose, sondern den Allmächtigen selbst der Täuschung an, weil Er ihnen ein Land verheißen habe, das sie nicht in Besitz nehmen könnten. Tatsächlich ernannten sie einen Hauptmann, der sie zurück in das Land ihrer Leiden und Knechtschaft bringen sollte, aus dem der starke Arm des Allmächtigen sie befreit hatte.

Gedemütigt und kummervoll fielen Mose und Aaron „auf ihr Angesicht vor der ganzen Versammlung der Gemeinde der Kinder Israel.“ (4. Mose 14,5). Sie wussten nicht, wie sie sie von ihrem unbesonnenen, leidenschaftlichen Entschluss abbringen sollten. Kaleb und Josua versuchten, den Tumult zu beschwichtigen. Aus Gram und Unmut zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk. Mit schallender Stimme hörte man sie über das Jammergeschrei und die Empörung hinweg rufen: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. Wenn JAHUWAH uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab von JAHUWAH und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, JAHUWAH aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!“ (4. Mose 14,7-9).

Das Maß der kanaanitischen Missetaten war voll. JAHUWAH wollte nicht länger Nachsicht mit ihnen üben. Wenn er ihnen seinen Schutz entzog, würden sie eine leichte Beute werden. Durch Seinen Bund war das Land ja den Israeliten zugesichert. Aber sie glaubten dem unwahren Bericht der gewissenlosen Kundschafter, und dadurch wurde die ganze Gemeinde irregeführt. Die Verräter hatten ihr Werk getan. Hätten nur zwei Männer solch schlimmen Bericht erstattet und alle andern zehn dazu ermutigt, das Land im Namen JAHUWAHs einzunehmen, hätten sie in ihrem leichtfertigen Unglauben doch den Rat der zwei vorgezogen. Aber es gab hier nur zwei, die das Recht vertraten, während zehn auf der Seite der Empörung standen.

Strahlen der HerrlichkeitLaut klagten die unredlichen Kundschafter Kaleb und Josua an; es erhob sich sogar der Ruf, sie zu steinigen. Und der unsinnige Pöbel griff tatsächlich zu Wurfgeschossen, um diese treuen Männer zu töten. Mit wütendem Geschrei stürmten einige auf sie los. Da fielen ihnen plötzlich die Steine aus den Händen. Sie verstummten und bebten vor Furcht. Der Allmächtige selbst griff ein und gebot ihrem mörderischen Vorhaben Einhalt. Die Herrlichkeit Seiner Gegenwart erhellte die Stiftshütte wie ein flammendes Licht. Alles Volk sah das Zeichen JAHUWAHs. Ein Mächtigerer als sie hatte sich offenbart, und keiner wagte noch, Widerstand zu leisten. Die Kundschafter jedoch, die so ungünstig berichtet hatten, duckten sich schreckensbleich und schlichen mit angehaltenem Atem zu ihren Zelten.

Nun erhob sich Mose und trat in die Stiftshütte. JAHUWAH sprach zu ihm: „Ich will sie mit der Pest schlagen und sie vertilgen und dich zu einem größeren und mächtigeren Volk machen als dieses.“ (4.Mose 14,12). Doch wieder bat Mose für sie. Er konnte ihrer Vernichtung nicht zustimmen, damit von ihm selbst ein mächtigeres Volk käme. So berief er sich auf Gottes Barmherzigkeit und flehte: „Lass nun Deine Kraft, o JAHUWAH, groß werden, wie du gesagt hast: ‚JAHUWAH ist geduldig und von großer Barmherzigkeit‘ ... So vergib nun die Missetat dieses Volks nach Deiner großen Barmherzigkeit, wie Du auch diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis hierher.“ (4. Mose 14,17-19).

Und JAHUWAH versprach, Israel im Augenblick von der Vernichtung zu verschonen. Aber wegen ihres Unglaubens und Kleinmuts konnte Er Seine Macht nicht mit der Unterwerfung ihrer Feinde kundtun. In Seiner Barmherzigkeit ließ Er sie deshalb den einzig sicheren Weg, nämlich zum Roten Meer, zurückziehen.

In seiner Empörung hatte das Volk gerufen: „Ach dass wir noch in dieser Wüste stürben!“ (4. Mose 14,2). Dieser Wunsch ging nun in Erfüllung. JAHUWAH sagte: „Ich will mit euch tun, wie ihr vor Meinen Ohren gesagt habt. Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen. Alle, die ihr gezählt seid von zwanzig Jahren an und darüber, wahrlich, ihr sollt nicht in das Land kommen ... Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die will Ich hineinbringen, dass sie das Land kennenlernen, das ihr verwerft.“ (4. Mose 11,28.29.31). Doch von Kaleb sagte er: „Aber Mein Knecht Kaleb, weil ein anderer Geist in ihm ist und er Mir treu nachgefolgt ist, den will Ich in das Land bringen, in das er gekommen ist, und seine Nachkommen sollen es einnehmen.“ (4. Mose 14,24). Wie die Kundschafter vierzig Tage zu ihrer Reise gebraucht hatten, so sollte Israel vierzig Jahre in der Wüste wandern.

Als Mose dem Volke die göttliche Entscheidung bekanntgab, verwandelte sich dessen Wut in Klage. Es wusste, dass seine Bestrafung gerecht war. Die zehn untreuen Kundschafter, von JAHUWAH mit einer Seuche geschlagen, kamen vor den Augen des ganzen Volkes um; und an ihrem Schicksal erkannte es sein eigenes Urteil.

Jetzt schienen die Israeliten ihr sündiges Verhalten aufrichtig zu bereuen. Aber sie trauerten mehr über dessen Folgen anstatt über ihre Undankbarkeit und ihren Ungehorsam. Als sie merkten, dass JAHUWAH ihnen gegenüber nicht nachgab, wurde ihr Eigenwille von neuem wach. Sie erklärten, nicht in die Wüste zurückkehren zu wollen. Als der Allmächtige ihnen befohlen hatte, sich vom Land ihrer Feinde zurückzuziehen, wollte Er ihre scheinbare Fügsamkeit prüfen, und nun erwies es sich, dass sie nicht echt war. Sie wussten wohl, wie schwer sie gesündigt hatten, als sie ihren unbeherrschten Gefühlen die Zügel schießen ließen und versuchten, gerade jene beiden Kundschafter zu töten, die so dringend zum Gehorsam gegen JAHUWAH aufgefordert hatten. Aber sie waren nur über den schlimmen Fehler erschrocken, den sie begangen hatten und dessen Folgen sich für sie als unheilvoll erweisen konnten. Sie waren noch unbekehrt, und es bedurfte nur der Gelegenheit für einen neuen Aufruhr. Diese bot sich, als Mose ihnen in göttlicher Vollmacht befahl, in die Wüste zurückzukehren.

Der Ratschluss, dass Israel in den nächsten vierzig Jahren Kanaan nicht betreten durfte, war für Mose, Aaron, Kaleb und Josua eine bittere Enttäuschung. Doch ohne aufzubegehren nahmen sie die göttliche Entscheidung an. Diejenigen allerdings, die sich über JAHUWAH beklagt und erklärt hatten, sie würden nach Ägypten zurückkehren, weinten und jammerten nun sehr, als ihnen die früher verachteten Segnungen entzogen wurden. Sie hätten über nichts zu klagen gehabt, aber nun gab der Allmächtige ihnen Ursache zum Weinen. Hätten sie über ihre Sünde getrauert, als sie ihnen so gewissenhaft vorgehalten wurde, wäre dieses Urteil nicht über sie ausgesprochen worden. Aber sie grämten sich nur über das Strafgericht. Ihr Kummer war keine Reue, deshalb konnte das Urteil auch nicht umgestoßen werden.

So verging die Nacht mit Wehklagen; aber am Morgen erwachte neue Hoffnung in ihnen: Sie wollten die Folgen ihrer Feigheit wettmachen. Als JAHUWAH ihnen geboten hatte, hinaufzuziehen und das Land einzunehmen, hatten sie sich geweigert; als er nun ihre Umkehr anordnete, begehrten sie wieder auf. Jetzt nahmen sie sich vor, sich des Landes zu bemächtigen und es in Besitz zu nehmen; es konnte ja immerhin sein, dass Gott JAHUWAH ihre Anstrengungen gelten ließ und dann seine Absicht mit ihnen änderte.

Schwert verbotenJAHUWAH hatte ihnen das Recht eingeräumt und es ihnen andrerseits auch zur Pflicht gemacht, zu jener Zeit in das Land zu ziehen, wenn er es ihnen gebieten würde. Aber nach ihrem eigensinnigen Verzicht zog er diese Erlaubnis zurück. Satan hatte sein Ziel erreicht, nämlich sie am Einzug nach Kanaan zu hindern. Nun reizte er sie, angesichts des göttlichen Verbots gerade das zu tun, was sie zuvor ablehnten, als der Schöpfer es forderte. So gewann der große Betrüger wieder den Sieg, indem er sie zum zweiten Mal zum Aufruhr verführte. Sie hatten die Kraft JAHUWAHs bezweifelt, die ihre Anstrengungen bei der Einnahme Kanaans unterstützen wollte. Jetzt aber wagten sie es gar ohne göttliche Hilfe, nur aus eigener Kraft. „Wir haben an JAHUWAH gesündigt“, riefen sie aus, „wir wollen hinaufziehen und kämpfen, wie uns JAHUWAH, unser Gott, geboten hat.“ (5. Mose 1,41). Infolge ihrer Übertretung waren sie völlig verblendet; denn niemals hatte ihnen JAHUWAH geboten, hinaufzuziehen und zu kämpfen. Sie sollten das Land nicht durch Krieg gewinnen, sondern durch unbedingte Befolgung seiner Gebote.

Obwohl es im Innersten seines Herzens unverändert war, hatte es das Volk über sich gebracht, die Sündhaftigkeit und Torheit seiner Empörung nach dem Bericht der Kundschafter zu bekennen. Auch begriffen die Hebräer nun den Wert des Segens, den sie so übereilt verworfen hatten. Und sie gaben zu, dass ihr eigener Unglaube sie aus Kanaan ausschloss. „Wir haben ... gesündigt“ (5.Mose 1,41), sagten sie und räumten damit ein, dass der Fehler bei ihnen und nicht bei JAHUWAH lag, den sie so boshaft beschuldigt hatten, Er habe seine Verheißungen nicht wahr gemacht. Wenn auch ihr Bekenntnis keiner echten Reue entsprang, ließ es doch erkennen, dass der Allmächtige bei Seinem Handeln mit ihnen gerecht geblieben war.

JAHUWAH bewegt die Menschen noch heute in ähnlicher Weise, dass sie zur Verherrlichung Seines Namens Seine Gerechtigkeit anerkennen. Viele lieben ihn angeblich, beklagen sich aber über seine Schicksalsfügungen, missachten Seine Verheißungen und erliegen der Versuchung.

Dadurch verbinden sie sich mit bösen Engeln, die darauf aus sind, JAHUWAHs Absichten zunichte zu machen. Obwohl sie dann keine wahre Reue empfinden, kommen solche Menschen doch durch die von JAHUWAH gefügten äußeren Umstände dahin, sich von ihrer Sünde zu überzeugen. So werden sie schließlich genötigt, die Bosheit ihres Tuns und JAHUWAHs Gerechtigkeit und Güte im Zusammenhang mit ihnen anzuerkennen. Auf diese Weise ergreift der Allmächtige Gegenmaßnahmen, um die Werke der Finsternis zu offenbaren. Und wenn auch der Geist, der den Antrieb zum schlechten Wandel gab, keine grundlegende Änderung erfuhr, so wahrten solche Bekenntnisse doch JAHUWAHs Ehre und rechtfertigten alle, die gewissenhaft zurechtwiesen und dafür angefeindet und verleumdet wurden.

Genauso wird es sein, wenn am Ende der Zorn JAHUWAHs ausgegossen wird. Wenn JAHUSCHUAH kommt, „inmitten Seiner heiligen Tausende, Gericht auszuführen wider alle“, dann geschieht dies auch, um „völlig zu überführen alle ... Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit“ (Judas 14,15). Jeder Sünder wird dann einsehen und zugeben müssen, dass seine Verurteilung gerecht ist.

Ohne Rücksicht auf die göttliche Entscheidung bereiteten die Israeliten Kanaans Eroberung vor. Mit Rüstungen und Kriegswaffen versehen, waren sie ihrer Meinung nach für den Kampf gut, in den Augen des Allmächtigen und Seiner besorgten Knechte jedoch völlig unzureichend vorbereitet. Als JAHUWAH fast vierzig Jahre später Israel befahl, hinaufzuziehen und Jericho einzunehmen, da versprach er, mit ihnen zu gehen. Zu jener späteren Zeit trug man vor dem Heer die Lade mit seinem Gesetz. Die ernannten Heerführer sollten die Truppenbewegungen unter göttlicher Aufsicht lenken. Unter solcher Leitung konnte den Hebräern niemand Schaden tun. Jetzt aber zogen sie gegen den Befehl JAHUWAHs und gegen das ernste Verbot ihrer Anführer aus ohne die Bundeslade und ohne Mose, um den Heeren des Feindes zu begegnen.

Die Trompete blies Alarm, und Mose eilte ihnen nach mit der Warnung: „Warum wollt ihr das Wort JAHUWAHs übertreten? Es wird euch nicht gelingen. Zieht nicht hinauf — denn JAHUWAH ist nicht unter euch —, dass ihr nicht geschlagen werdet von euren Feinden. Denn die Amalekiter und Kanaaniter stehen euch dort gegenüber, und ihr werdet durchs Schwert fallen.“ (4. Mose 14,41-43).

Die Kanaaniter hatten von der geheimnisvollen Kraft, die dieses Volk zu bewahren schien, und von den Wundern gehört, die um seinetwillen geschahen. Darum boten sie nun eine große Streitmacht auf, um die Eindringlinge zurückzuschlagen. Aber die angreifenden Israeliten waren führerlos. Niemand betete, dass der Allmächtige ihnen den Sieg verleihen möge. Sie zogen aus mit der verzweifelten Absicht, ihr Schicksal zu wenden oder im Kampf zu sterben. Obwohl kriegsungewohnt, waren sie doch eine riesige Menge bewaffneter Männer; und sie hofften, den Gegner mit einem plötzlichen ungestümen Angriff zu überwältigen. Vermessen forderten sie den Feind heraus, der es nicht gewagt hatte, sie anzugreifen.

Soldaten im KriegDie Kanaaniter hatten auf einer felsigen Hochebene Aufstellung genommen, die man nur in steilem, gefährlichem Aufstieg über beschwerliche Pässe erreichen konnte. Die ungeheure Zahl der Hebräer musste ihre Niederlage nur um so furchtbarer machen. Langsam wanden sie sich durch die Bergpfade und setzten sich dabei den tödlichen Wurfgeschossen ihrer Feinde über ihnen aus. Schwere Felsblöcke donnerten herab und bezeichneten den Weg mit dem Blut der Erschlagenen. Die den Gipfel erreichten, noch vom Aufstieg erschöpft, wurden ungestüm angegriffen und unter großen Verlusten zurückgeworfen. Der Kampfplatz war von den Leibern der Toten übersät. Israels Heer war vollständig geschlagen. Vernichtung und Tod waren die Folgen jenes aufrührerischen Versuchs.

Schließlich waren die Überlebenden zur Aufgabe gezwungen. Als sie wiederkamen und JAHUWAH ihr Leid klagten, „wollte JAHUWAH eure Stimme nicht hören“ (5.Mose 1,45). Der überraschende Sieg gab Israels Feinden, die bis dahin das Herannahen des mächtigen Heeres voller Furcht erwartet hatten, das Selbstvertrauen zurück. Sie hielten nun alle Erzählungen von den erstaunlichen Dingen, die der Allmächtige für sein Volk getan hatte, für erlogen und glaubten, keinen Grund mehr zur Furcht zu haben. Mit dieser ersten Niederlage Israels hatten die Schwierigkeiten der Eroberung außerordentlich zugenommen, weil sie den Kanaanitern Mut und Entschlossenheit einflößte. Es blieb Israel nichts anderes übrig, als vor den siegreichen Feinden in die Wüste zurückzuweichen in dem Bewusstsein, dass sie das Grab einer ganzen Generation werden würde.

Das zeigt uns, was Verzweiflung und Unglaube anrichten können. Meine lieben Brüder und Schwestern, denkt daran, dass Schweigen Beredsamkeit ist, wenn euch Gedanken des Unglaubens und Misstrauens kommen. Äußert keine Worte des Unglaubens, denn sie sind wie Samen, der aufkeimt und entsprechende Frucht bringt. Wir alle reden zu viel und beten zu wenig. Wir denken an die Probleme, mit denen wir uns herumschlagen, und reden über sie. Dabei vergessen wir, dass wir dem Herrn vertrauen dürfen. Gottes Geist würde viel für Gottes Volk bewirken, wenn wir ihm Gelegenheit dazu geben würden!

Während die anderen zehn Späher in der Wüste den Tod fanden, durften Josua und Kaleb ins verheißene Land einziehen. Und bezeichnend für das Gottvertrauen dieser beiden Männer: Als später das Land aufgeteilt wurde, erbat sich Kaleb gerade die Gegend, in der die sogenannten Anakiter lebten, das heißt die „Riesen“, vor denen sich die anderen so gefürchtet hatten. Im Vertrauen auf JAHUWAHs Zusagen nahm er gerade die Weinberge und Ölhaine in Besitz, die er damals als Späher erkundet hatte. Die Rebellen und Feiglinge fielen der Wüste zum Opfer, während die Männer des Glaubens die Trauben von Eschkol aßen.

Die Bibel weist immer wieder darauf hin, wie gefährlich schon der erste Schritt ist, mit dem man sich vom richtigen Weg entfernt. Und zwar nicht nur für den, der vom Weg abweicht, sondern auch für diejenigen, die mit ihm in Berührung kommen. Wenn einmal die niederen Triebe im Menschen geweckt sind, kann man dem Hang zum Bösen kaum widerstehen. Das Laster findet am ehesten dort Eingang, wo in einem Leben, das sonst tugendhaft, ehrbar und edel erscheint, heimlich Sünde genährt wird. Wie oft sind gerade solche Leute anderen, die gegen eine Versuchung ankämpfen oder Rat suchen, zum Fallstrick geworden.

Bei Menschen, die einerseits Wahrheit und Ehrbarkeit hochhalten, andererseits aber bewusst göttliche Ordnungen übertreten, verkehren sich die guten Eigenschaften nicht selten zu Ködern der Sünde. Auf diese Weise können Klugheit, Begabung, sympathisches Auftreten und sogar gute Taten zu Schlingen Satans werden, durch die er andere Menschen ins Verderben reißt.

Auch heute brauchen wir Menschen wie Kaleb, die absolut treu sind und JAHUWAH von ganzem Herzen folgen, Mitarbeiter, die nicht schweigen, wenn sie sprechen sollten, und die zu ihren Grundsätzen stehen, als wären sie aus Stahl, die nicht nach außen hin etwas vorgeben, was sie innerlich gar nicht sind, sondern die demütig mit Gott leben: geduldig, freundlich, pflichtbewusst und höflich, Mitarbeiter, die wissen, dass die Wissenschaft des Gebets darin besteht, dass man Vertrauen wagt und Werke zeigt, die JAHUWAH verherrlichen und zum Besten seines Volkes dienen.

JAHUWAH will keine Leiter in seinem Werk haben, die einen zwiespältigen Dienst tun. Seine Diener sollen den Standpunkt einnehmen, dass sie nichts Böses gut heißen. Wer JAHUSCHUAH folgen will, muss sich zunächst von ganzem Herzen zu ihm bekehren und diese Hinwendung jeden Tag wiederholen.

Licht vom HimmelDie ganze Christenheit ist in den großen Kampf zwischen Glauben und Unglauben verwickelt. Jeder wird schließlich auf einer Seite stehen. Einige erwecken den Anschein, als blieben sie neutral; es sieht so aus, als würden sie sich nicht gegen die Wahrheit entscheiden. Doch sie stehen auch nicht mutig für den Messias ein, weil sie fürchten ihren Besitz zu verlieren oder sich in Misskredit zu bringen. Solche Menschen werden schließlich zu den Feinden JAHUWAHs gezählt. Moral und Anstand können nicht von der Religion getrennt werden. In diesen letzten Tagen sind konservative Traditionen, die von außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Vergangenheit aufgestellt und von gebildeten Menschen vertreten werden, nicht unbedingt ein sicherer Führer für uns.

Keiner von uns ist sicher. Nicht einmal unsere Erfahrungen der Vergangenheit sind eine Garantie, wenn wir nicht so eng verbunden mit dem Heiland leben, als sähen wir Ihn. An jedem Tag und in jeder Stunde müssen wir von den Prinzipien der biblischen Wahrheit motiviert sein — von Gerechtigkeit, von Gnade und von der Liebe JAHUWAHs. Jeder Mensch, der moralische und intellektuelle Stärke besitzen möchte, muss sie von der Quelle beziehen — vom Allmächtigen selbst. Frage dich bei jeder Entscheidung: „Möchte JAHUWAH das so haben?“

Mit der aufgeschlagenen Bibel vor dir kannst du deinen geheiligten Verstand und dein reines Gewissen konsultieren. Dein Herz muss vom Geist JAHUWAHs bewegt sein, deine Seele von Ihm berührt, deine Vernunft und dein Intellekt von ihm geweckt sein. Die heiligen Prinzipien, die in seinem Wort niedergeschrieben sind, werden dich erleuchten und dir den Weg weisen. Ich sage dir: ... unsere wahre Quelle der Weisheit, Tugend und Stärke ist das Kreuz von Golgatha. JAHUSCHUAH, der Messias, ist der „Anfänger und Vollender des Glaubens“. (Hebräer 12,2). Er sagt: „Ohne Mich könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15,5). JAHUSCHUAH ist der einzig zuverlässige Garant für intellektuellen Erfolg und Fortschritt. Durch diesen Glauben, wie ihn Kaleb hatte, erringst du den Sieg.

 

Auszüge aus: E.G. White, Patriarchen und Propheten, Kapitel 34: Die zwölf Kundschafter; Erziehung, Kapitel 16: Beispiele des Vertrauens; Manuskript 16,1890; Brief 39,1899; Manuskript 10, 1903.

Hinweis: Alle heidnischen Namen und Titel des Vaters und des Sohnes wurden mit den ursprünglichen Namen und Titeln ersetzt. Bilder hinzugefügt.

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