Erstellt: Dienstag, 14. Februar 2012 Zuletzt aktualisiert: Freitag, 04. September 2015

Daniel 1,4

„… junge Männer ohne Makel, schön von Gestalt und klug in aller Weisheit, einsichtsvoll und des Wissens kundig, die tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese.“    

 

Junge Männer


Die Jugendlichen dürften zwischen 14 und 18 Jahre alt gewesen sein, als sie an den babylonischen Hof kamen. Josef z.B., als er in die Sklaverei verkauft wurde, war zwischen 17 und 18 Jahre alt (1. Mose 37,2„Dies ist die Geschichte Jakobs: Joseph war 17 Jahre alt, als er mit seinen Brüdern das Vieh hütete, und er war als Knabe bei den Söhnen Bilhas und Silpas, den Frauen seines Vaters; und Joseph brachte vor ihren Vater, was man ihnen Schlimmes nachsagte.“ (1. Mose 37,2)).

Die Frage stellt sich, ob nicht genügend Jugendliche aus dem eigenen Lande vorhanden waren, um am königlichen Hof ausgebildet zu werden. Es scheint, als erachtete der König die babylonische Jugend in Genie, Weisheit und körperlicher Vorzüge weit hinter derjenigen der Israeliten.

 

Ohne Makel und Klug in aller Weisheit


Körperliche Gesundheit und ein gutes Aussehen waren damals im Orient für Angestellte mit höherem Rang am Hofe eines Königs unverzichtbar. Bei den ausgewählten Gefangenen durfte es zudem auch an Weisheit nicht mangeln, denn sie sollten später am Palast des Königs dienen. Dazu gehörte auch die Schrift und die Sprache der Chaldäer, die sie erlernen sollten.

 

 

In Schrift und Sprache der Chaldäer


Die Sprachen die damals in Babylonien gesprochen wurden waren Akkadisch (eine semitische Sprache), die Eingeborenensprache Babyloniens; Sumerisch, die antike Sprache der Sumerer; sowie Aramäisch, die Sprache des internationalen Handels und Diplomatie. Es gab drei Hauptbildungszentren in Babylonien: die Städte Sippar, Uruk und Babylon.

 

 

Chaldäer


Chaldäer waren Angehörigen eines aramäischen Stammes aus Süd-Mesopotamien. Sie haben die Kontrolle des gesamten Reiches Babylons übernommen, als der Chaldäer Nabopolassar, der Vater Nebukadnezars II. das Neo-Babylonische Reich 625 v. Chr. gründete. Auch Nebukadnezar II. wird in Esra 5,12"Aber als unsere Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, des Chaldäers; der zerstörte dieses Haus und führte das Volk hinweg nach Babel." (Esra 5,12) als Chaldäer bezeichnet und wird in 2. Chronik 36,17"Da ließ er den König der Chaldäer gegen sie heraufziehen, der tötete ihre Jungmannschaft mit dem Schwert im Haus ihres Heiligtums und verschonte weder junge Männer noch Jungfrauen, weder Alte noch Hochbetagte — alle gab er in seine Hand." (2. Chronik 36,17) als „König der Chaldäer“ genannt. Seit Nebukadnezar II. ist die Bezeichnung Chaldäer im Grunde ein Synonym für die Babylonier geworden. Mehr zu den babylonischen Chaldäern auf Wikipedia.

Chaldäa wird in der Bibel zum ersten Mal in 1. Mose 11,28"Und Haran starb vor seinem Vater Terach im Land seiner Geburt, in Ur in Chaldäa.“ (1. Mose 11,28) erwähnt. Die Chaldäer werden auch als diejenigen beschrieben, die 1500 vor der Zerstörung Jerusalems Hiobs Kamele raubten (Hiob 1,17"Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: Die Chaldäer haben drei Banden aufgestellt und sind über die Kamele hergefallen und haben sie weggenommen und haben die Knechte mit der Schärfe des Schwertes erschlagen; ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten!" (Hiob 1,17)).

Der Chaldäische SiebensternDie Chaldäer waren berühmt für ihr astronomisches Wissen, wie auch für ihre astrologischen Aktivitäten. Auf die Chaldäer als heidnisches und götzendienerisches Volk geht auch der sogenannte Chaldäische Siebenstern zurück, auch die Chaldäische Reihe genannt (wie im Tetrabiblos des Ptolemäus überliefert). Diese chaldäische Reihe bestimmt noch heute unseren ununterbrochenen Wochenzyklus mit den planetarischen Wochennamen.

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