Erstellt: Samstag, 17. Dezember 2011 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 14. Juni 2014

Daniel 1,3

„Und der KönigKönig Nebukadnezar II, 605 – 562 v. Chr. befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer , dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, …“

 

Dieser Sachverhalt wurde viele Jahre früher bereits durch den Propheten Jesaja dem König Hiskia mitgeteilt:

„Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du zeugen wirst, wird man welche nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palast des Königs von Babel!“ (Jesaja 39,7).

 

Aspenas der oberste der Kämmerer


Der Name Aspenas tauchte auf Keilschrifttafeln aus NippurSumerische Stadt gegründet vor ca. 5000 v. Chr. Sie war bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. bewohnt. Sie liegt südöstlich von Bagdad. auf. Man nimmt an, dass dieser Name aus dem Persischen kommt. Es ist damit wahrscheinlich, dass dieser hohe Beamte am Hofe Nebuadnezars ein Perser war. Viele Ausländer kamen damals zu Ruhm und Ehre im Dienst der babylonischen Chaldäer.  

Der hebräische Titel für den obersten Kämmerer ist rab-saris und erscheint in aramäischen Schriften aus dem Jahre 682 v. Chr. Teilweise wird dieser Ausdruck mit Eunuch übersetzt (besondern in englischen Bibelübersetzungen). Eunuchen sind männlichen Geschlechts, die man kastrieren ließ. An königlischen Höfen waren Eunuchen in vielen antiken Kulturen beliebt. Der oberste Kämmerer am Hofe Babylons war aber wohl eher kein Eunuch:

  1. Viele Jahre früher prophezeite Jesaja dem hebräischen König Hiskia:
    "Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du zeugen wirst, wird man welche nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palast des Königs von Babel!" (Jesaja 39,7)
    Auch hier wird dasselbe hebräische Wort saris für Kämmerer gebraucht. Von den jungen Israeliten, wie Daniel und seine Freunde, wurde sicher nicht prophezeit, dass sie zu Eunuchen werden würden.
  2. In 1. Mose 39,1"Joseph aber war nach Ägypten hinabgeführt worden, und Potiphar, ein Kämmerer des Pharao, der Oberste der Leibwache, ein Ägypter, hatte ihn aus der Hand der Ismaeliter erworben, die ihn dorthin gebracht hatten." (1. Mose 39,1) wird Potiphar als saris bezeichnet, obwohl er verheiratet war (1. Mose 39,7"Es geschah aber nach diesen Begebenheiten, dass die Frau seines Herrn [Potiphar] ihre Augen auf Joseph warf und zu ihm sprach: Lege dich zu mir." (1. Mose 39,7)).

 

Israel

Die 12 Sämme Israels
Mit Israel ist hier im Grunde nur noch von „Juda“ als Vertreter Israels die Rede. Denn nach der Zerstörung der Stadt Samaria 722 v. Chr. hörte das Nordreich (926-722 v. Chr.) mit den 10 Stämmen als separate Nation auf zu existieren. Das Nordreich wurde Israel genannt. Danach blieb nur noch das Südreich (926-587 v. Chr.) mit den Stämmen Juda und Benjamin übrig. Das Südreich nannte sich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. Von daher kommt auch das Wort „Juden“. Der Name „Israel“ wurde übernommen und wurde während des Exils und auch danach weiterhin benutzt.

Die 12 Stämme Israels waren die Nachkommen Jakobs (Sohn Isaaks und Enkel Abrahams). Der Name „Israel“ heißt hebräisch „jasrael“ und bedeutet „JAH (Kurzform von JAHUWAH) unser Elohim (Gott) ist Sieg“. Der Name Juda heißt hebräisch „jahuda“ und bedeutet „Volk JAHUWAHs“. Dies wird deutlich, wenn man das „d“ aus dem Wort jahuda ausklammert. Das Südreich Juda blieb JAHUWAH länger treu, als das Nordreich Israel, welches vor seinem Untergang stark vom heidnischen Götzendienst durchzogen war.

JAHUWAH hat viele Propheten (Elija, Jesaja, Jeremia, Amos, Hosea usw.) für Israel und Juda über einen Zeitraum von einigen Jahrhunderten beauftragt, um sie zu warnen, sie mögen doch umkehren zu ihrem Schöpfergott und vom heidnischen Götzendienst ablassen. Und JAHUWAH hat ihnen versprochen, dass wenn sie umkehren, Er ein Wunder bewirken würde, um sie vor den Assyrern zu beschützen.

„Wie könnte ich dich dahingeben, Ephraim, wie könnte ich dich preisgeben, Israel? … Mein Herz sträubt sich dagegen, mein ganzes Mitleid ist erregt!“ (Hosea 11,8)

Wenn Sein Volk aber weiter seinen eigenen Weg geht, dann bleibe Ihm keine Wahl als sie den assyrischen Mächten schutzlos auszuliefern. 722 v. Chr. gab JAHUWAH schließlich wehmütig das Volk auf, welches deutlich machte, dass sie Ihn nicht brauchten und und immer tiefer der Sünde und dem Götzendienst verfiel (Jeremia 18,12-17„Aber sie sagen: »Daraus wird nichts, denn nach unseren Ratschlägen wollen wir wandeln und wollen jeder nach der Verstocktheit seines bösen Herzens handeln!« Darum, so spricht … [JAHUWAH]: Fragt doch unter den Heiden: Wer hat etwas derartiges gehört? Ganz und gar abscheulich hat die Jungfrau Israel gehandelt! Verlässt auch der Schnee des Libanon den Fels in der Landschaft, oder verlagern die quellenden, kühlen, fließenden Wasser ihren Lauf? Aber mein Volk hat mich vergessen! Sie haben den nichtigen Götzen geräuchert, und diese haben sie straucheln lassen auf ihren Wegen, auf den ewigen Pfaden, sodass sie nun auf anderen Pfaden gehen, auf einem ungebahnten Weg, um so ihr Land zum Entsetzen und ewigen Gespött zu machen, sodass jeder Vorübergehende sich entsetzen und sein Haupt schütteln wird. Wie durch den Ostwind will ich sie vor dem Feind zerstreuen; den Rücken und nicht das Angesicht will ich ihnen zeigen am Tag ihres Unheils!“ (Jeremia, 18,12-17); Jeremia 32,33-37“ Und sie wandten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht; auch als ich sie belehrte, indem ich mich früh aufmachte und sie immer wieder belehrte, haben sie nicht hören und keine Züchtigung annehmen wollen, sondern sie haben ihre Scheusale in das Haus gesetzt, das nach meinem Namen genannt ist, um es zu verunreinigen. Sie haben dem Baal Höhen gebaut im Tal Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter dem Moloch durchs Feuer gehen zu lassen, was ich nicht geboten habe und mir nie in den Sinn gekommen ist, dass sie solche Gräuel verüben sollten, um Juda zur Sünde zu verführen. Und nun, bei alledem spricht JAHUWAH, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt, dass sie durch Schwert, Hunger und Pest in die Hand des Königs von Babel gegeben sei: Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie in Meinem Zorn und Grimm und in meiner großen Entrüstung verstoßen habe, und Ich werde sie wieder an diesen Ort zurückführen und sie sicher wohnen lassen.“ (Jeremia 32,33-37)). Er überließ Israel, das Nordreich, den Assyerern. Mit der Zeit wurde Judas Glaubensabfall noch schlimmer als das Israels. Es gab jedoch auch Ausnahmen. König Hiskia wandte sich an seinen Schöpfergott mit ernsthaftem Flehen um Vergebung und um Hilfe. Und JAHUWAH half ihm (2. Chronik 32,20-22“Aber der König Hiskia und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, beteten deshalb und schrien zum Himmel. Und JAHUWAH sandte einen Engel, der vertilgte alle tapferen Helden und die Fürsten und die Obersten im Lager des Königs von Assyrien, sodass er mit Schimpf und Schande in sein Land zurückkehrte. Und als er in das Haus seines Gottes ging, fällten ihn dort einige seiner leiblichen Söhne durch das Schwert. So rettete JAHUWAH den Hiskia und die Einwohner von Jerusalem aus der Hand Sanheribs, des Königs von Assyrien, und aus der Hand aller anderen, und er beschützte sie auf allen Seiten.“ (2. Chronik 32,20-22)).

Bevor JAHUWAH Israel und Juda ihren Feinden auslieferte, tat Er das nicht, ohne vorher immer wieder versucht zu haben, sie zu retten. Wenn JAHUWAH jedoch jemanden „aufgibt“, bedeutet das, Trennung. Trennung von der Lebensquelle. Es ist also nicht Gott JAHUWAH, der sich von uns trennt, sondern wir Menschen sind es, die sich von Ihm trennen:

„… sondern eure Ungerechtigkeiten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben Sein Angesicht vor euch verhüllt, dass Er nicht hört.“ (Jesaja 59,2)

Aber selbst dann gibt Er jedem immer noch die Möglichkeit wieder zu Ihm zurückzukehren (Hesekiel 33,11“Sprich zu ihnen: So wahr Ich lebe, spricht Gott, JAHUWAH: Ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Warum wollt ihr sterben, o Haus Israel?“ (Hesekiel 33,11)).

 

Von königlichem Samen und von den Vornehmsten


Daniel und seine Freunde, die nach Babylon gebracht wurden, dürften von königlicher Abstammung aus dem Königshaus Hiskias gewesen sein (Jesaja 39,7„Und von deinen Söhnen, die von dir abstammen werden, die du zeugen wirst, wird man welche nehmen, und sie werden Kämmerer sein im Palast des Königs von Babel!“ (Jesaja 39,7)).   Damit hatten sie bereits in ihrer Heimat eine höhere Bildung erworben. Das hebräische Wort für „Vornehmsten“ ist „partemim“, ein Lehnwort aus dem Persischen, weshalb man davon ausgeht, dass das erste Kapitel Daniels im 1. Jahr der Regierung des persischen Königs Kyrus geschrieben wurde, als der persische Einfluss stark zunahm (Daniel 1,21“Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyrus.“ (Daniel 1,21)).

Dass König Nebukadnezar Männer von königlichem Samen und von den Vornehmsten nahm, zeigt, dass er ein weiser König war. Er nahm bei seinen Eroberungen nicht nur Schätze mit, sondern suchte sich auch intelligente Männer aus, um sie an seinem Hof auszubilden, damit sie zur Entwicklung seines Landes beitrugen.

Impressum Copyright © 2012-2017 Bibel-Offenbarung