Daniel 1,11

Da antwortete Daniel dem Aufseher, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzt hatte …


Hier kommt der Aufseher, der dem obersten Kämmerer untergeordnet war, ins Spiel. Nachdem der obersten Kämmerer die Bitte Daniels nach einer anderen Ernährung ablehnte (Vers 10), wandte sich Daniel an den Aufseher des Kämmerers und brachte nun ihm seine Bitte vor, denn Daniel gab nach dem ersten Versuch nicht auf.

Daniel lehnt die Speise des Königs abViele von uns gehen den ersten Schritt des Glaubens mit; wir befolgen JAHUWAHs Anweisungen. Wenn uns aber Widerstand entgegengebracht wird, dann geben wir auf; Wir denken: „Unser Himmlische Vater kann doch sowas nicht von uns verlangen; das ist doch viel zu schwierig“. Wir zögern, zweifeln und kehren zu unserem alten Leben zurück. Daniel jedoch sagte nicht nur einmal: „Ich werde JAHUWAH dienen“, er hat sich in seinem Herzen vorgenommen, Seinem Schöpfer zu dienen (Vers 8), ganz egal welcher Widerstand ihm entgegengebracht wurde. „Ich werde so viele Versuche starten, wie nötig sind.“ Die erste Ablehnung des obersten Kämmerers ließ ihn nicht entmutigen. Darin liegt der Segen. Wir wissen nicht, wann unser Himmlischer Vater einschreitet, um unser Geschick zu wenden. Es mag nach dem ersten oder zweiten Mal unseres Glaubensschrittes sein, oder auch nach dem dritten, vierten oder fünften Mal. Das ist bedingungsloser Glaube in unseren Allmächtigen Gott JAHUWAH.

Du magst Ablehnung wegen deines Glaubens von den Menschen erfahren, lass dich nicht entmutigen, denn du weißt nicht, wann JAHUWAH den gesäten Samen aufgehen lässt. Wenn du dich sofort entmutigen lässt, dann wird der Segen ausbleiben. Aber wenn du weitere Schritte gehst, ein zweites Mal, ein drittes Mal, wunderbare Dinge können dann geschehen. Gib nicht auf. Wenn du ausdauernd am Glauben festhältst, egal wie viele oder wie große Hindernisse dir in den Weg gestellt werden, wird JAHUWAH machtvolle Dinge an Dir wirken.

Der Glaube ist keine einmalige Entscheidung, sondern eine fortwährendes Leben in JAHUSCHUAH. Die Welt sagt heute so und morgen so. Der Allmächtige JAHUWAH jedoch ändert sich nie. Was Er einmal gesagt hat, ist heute noch gültig. Die Nahrung des Königs, die Daniel nicht annehmen wollte, ist scheint nur eine geringe Sache, in der der Daniels Glaube getestet wurde. Wer aber nicht in kleinen Dingen standhaft bleibt, wird an großen Prüfungen scheitern. Weil Daniel in dieser kleinen Angelegenheit treu blieb, blieb er JAHUWAH auch später treu, als es um Leben und Tod ging.

Wir können aber noch eine weitere, wichtige Lektion von Daniel lernen. Die ganze Art und Weise, wie er dieses Problem der täglichen Nahrung löste, lässt die Weisheit des jungen Daniels erkennen, der immer JAHUWAHs Willen zu tun suchte. Daniel richtete seine Bitte zuerst an Aspenas, den obersten Kämmerer. Er ging so freundlich und taktvoll vor, dass Aspenas ihm gnädig gestimmt war (Vers 9). So antwortete er Daniel freundlich, dass er ihm schon helfen würde, aber er fürchte den König, der sehen könnte, dass die vier Hebräer danach schlecht aussehen und er dann seinen Kopf verlieren könnte (Vers 10). Daniel hat sich vielleicht an den Spruch erinnert:

„Eine sanfte Antwort wendet den Grimm ab, ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn.“ (Sprüche 15,1)

Anstelle stur darauf zu bestehen, dass man seinem Wunsch entspricht, hat Daniel diese Angelegenheit erst einmal ruhen lassen. Er hat den obersten Kämmerer nicht widersprochen oder auf seinen Wunsch beharrt. Er schien sehr wohl erkannt zu haben, dass der oberste Kämmerer nur aus einem einzigen Grund ablehnte: Die Angst um sein Leben. Er wusste damit auch, dass, wenn er dem Kämmerer zeigen könnte, dass er mit dieser gewünschten Ernährung nicht schlechter aussehen würde als die Anderen, er womöglich zustimmer würde.

Anstatt aber nun erneut den obersten Kämmerer zu bitten, wandte er sich an den Aufseher, den der oberste Kämmerer über die vier Hebräer eingesetzt hatte. Dieser schien direkt für die tägliche Ernährung der Schützlinge zuständig gewesen zu sein. Der Aufseher selbst war nicht direkt dem König unterstellt, vor dem der Kämmerer sich fürchtete, sondern dem Kämmerer. Daniel konnte daher damit rechnen, dass der Aufseher offener für Daniels Anliegen sein würde. Da Daniel nun wusste, aus welchem Grund der Kämmerer ihm den Wusch einer einfachen Ernährung ausschlug, schlug er dem Aufsehr gleich einen Test vor (Vers 12).

Kind mit BlumenAuch wir sollten unsere Anliegen weise vorbringen und – was Daniel sicherlich auch tat und wie in den weiteren Versen zu sehen ist – immer unseren Schöpfer vorher um Beistand und Hilfe bitten, damit wir die richtigen Worte finden. Dann werden wir auch nicht unfreundlich oder ärgerlich reagieren, wenn unserem Wunsch nicht gleich stattgegeben wird. Es ist auch immer von Vorteil direkt mit dem jeweiligen Mitmenschen persönlich unter vier Augen zu sprechen, als einen Brief oder eine unpersönliche E-Mail zu schreiben, wenn wir ein Anliegen haben.

Eine offene, ehrliche, freundliche, bescheidene und persönliche Bitte vermag viel. JAHUWAH möchte, dass Seine Kinder nicht rücksichtslos und unfreundlich ihre Wünsche durchsetzen. Dies erzeugt in Weltmenschen nur Gegenwehr und manchmal auch Hass gegenüber den „religiösen Fanatikern“. Wäre Daniel dem Kämmerer oder dem Aufseher in einer solchen Art und Weise entgegengetreten, wäre die geringste Antwort Ablehnung gewesen, im schlimmsten Fall hätte es aber das Leben Daniels gekostet. Daniel hätte auf diese Weise seinen Schöpfergott JAHUWAH nicht verherrlicht und er wäre keine weitere Hilfe für Ihn gewesen.

 

"Freundliche Worte sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für das Gebein."
(Sprüche 16,24)

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