Erstellt: Dienstag, 29. März 2016 Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 28. April 2016

Was ist der Unterschied zwischen dem Biblischen Kalender nach Bibel-Offenbarung und dem Jüdischen Kalender? Warum ist 2016 das Passah im Jüdischen Kalender ebenfalls erst im April?

 

Frage Juedischer KalenderGrundsätzlich ist zu beachten, dass im rabbinisch-jüdischen Kalender1 nur die jährlichen Feste nach einem Mond-Sonnenkalender berechnet werden, jedoch nicht die wöchentlichen Sabbate. Alleine schon dadurch kommt es zu unterschiedlichen Daten bei den jährlichen Festen. Dies ist auch der Grund für die sogenannten „Aufschieberegeln“ bzw. „kalendarischen Ausnahme-regeln“.2 Wobei die Ausnahmen den Regelfall überwiegen.3

Weitere Punkte, warum der Biblische Kalender von Bibel-Offenbarung nicht in Übereinstimmung mit dem modernen Jüdischen Kalender ist, sind:

  • Die Bestimmung des Ersten Monat des biblischen Jahres: Das moderne rabbinische Judentum bestimmt den ersten Tag des Ersten Monats Abib mit dem Neumond AM NÄCHSTEN zur Frühlings-Tagundnachtgleiche. Somit ist gewährleistet, dass zumindest Passah nicht vor der Frühlings-Tagundnachtgleiche fällt.

    Bibel-Offenbarung bestimmt jedoch grundsätzlich den Ersten Monat des biblischen Jahres mit dem Neumond AM oder NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Weitere Informationen hierzu: Neujahr in der Bibel – Wann beginnt der erste Monat des Jahres?
  • Die Bestimmung des Monatsanfangs: Das moderne rabbinische Judentum bestimmt den ersten Tag des Monats mit der sichtbaren Neumondsichel. Das heißt, erst wenn die Mondsichel am Vortag gesichtet werden kann, beginnt am nächsten Tag der erste Tag des neuen Monats.

    Das scheint auch der Grund zu sein, weshalb die Juden den Posaunentag, der in 3. Mose 23,24 für den 1. Tag des Siebten Monats vorgegeben wird, zwei Tage lang feiern. Gemäß biblischer Angaben ist es aber nur ein Tag. Die Festlegung auf nur einen bestimmten Tag wäre aber zu unsicher bei der Sichtung der Neumondsichel. Im Hebräischen wird dieser Tag als „Ruhetag, einem Gedächtnis des Hörnerschalls“ bezeichnet. Aber die Juden haben ihn zum Jahresbeginn bestimmt. Weitere Informationen hierzu: Exkurs: Ein Jahresbeginn im Herbst?

    Bibel-Offenbarung bestimmt den Monatsanfang mit dem astronomischen Neumond (Konjunktion). Der erste Tag des Monats (Neumondtag) beginnt mit dem darauffolgenden Morgen. Weitere Informationen hierzu: Konjunktion oder sichtbare Neumondsichel - Wann beginnt der biblische Monat?
  • Das Passah-Datum: Im rabbinischen Judentum wird es spätestens seit dem zehnten Jahrhundert u.Z. auf den 15. Tag des ersten biblischen Monats festgesetzt. In der Bibel steht aber, dass Passah am 14. Tag am Abend stattfinden soll und nicht am 15. Tag (3. Mose 23,5).
  • Die Aufschieberegeln im modernen rabbinischen Judentum: Die komplizierten Ausnahmeregeln sind notwendig, weil ansonsten die biblischen Festtage, so wie sie in 3. Mose 23 beschrieben sind, nicht immer auf die richtigen Daten fallen würden. Aber vor allem auch deshalb, weil sie nicht mit den traditionellen Bräuchen der Juden an bestimmten Festtagen übereinstimmen würden.

    So besagt z.B. eine Regel, dass Neujahr (Rosch Ha-Schana) nie auf einem Sonntag, Mittwoch oder Freitag fallen darf. Wenn es der Fall ist, wird Rosch Ha-Schana (der jüdische Neujahrstag am 1. Tag des Siebten Monats Tischri) um einen Tag verschoben. Denn würde er am Sonntag stattfinden, würde der siebte Tag des Laubhüttenfestes auf einen wöchentlichen Sabbat fallen, was mit den rabbinischen Zeremonien nicht vereinbar wäre. Allerdings ist es biblisch tatsächlich auch der Fall, dass der Siebte Festtag des Laubhüttenfestes grundsätzlich nicht auf einen Siebenten-Tag Sabbat fällt, sondern der Siebente-Tag Sabbat ist immer der darauf folgende Tag. Beachte, in 3. Mose 23,36 heißt es, dass das Laubhüttenfest „sieben Tage lang“ gefeiert wird, nicht „acht Tage lang“. Nach dem Laubhüttenfest folgt aber der wöchentliche Sabbat am „achten Tag“.

    Ein weiteres Beispiel ist der Versöhnungstag, der in 3. Mose 23,27-32 ebenfalls als ein Sabbat der Ruhe beschrieben wird, an dem keine Werktagsarbeit verrichtet werden soll. Würde nun der erste Tag des Siebten Monats auf einen Mittwoch fallen, dann würde der Versöhnungstag, der 10. Tag des Monats, auf einen Freitag fallen. Das wäre aber nicht vereinbar mit dem Rüsttag, der dem Siebenten-Tag Sabbat vorangeht.

    Diese vielen Regeln sind sehr komplex und für den Laien nicht wirklich nachzuvollziehen. Man findet überhaupt kaum ausführlichere Erklärungen dazu. Kirchen und Gemeinden, die den „Samstag“ und die biblischen Feste halten, versuchen sich zwar mit Erklärungen, warum diese Regeln notwendig sind, aber nicht wirklich überzeugend.

    Diese Ausnahme- bzw. Aufschieberegeln wären jedoch überhaupt nicht notwendig, würde man nur einen wichtigen Punkt beachten: Auch der Siebente-Tag Sabbat muss nach dem Mond-Sonnenkalender bestimmt werden. All diese Regeln würden sich in Luft auflösen und die jährlichen, monatlichen und wöchentlichen Festtage würden sich harmonisch in den Kalender fügen und auch in Übereinstimmung mit allen biblischen Angaben sein, sowohl der Schriften des Neuen als auch des Alten Bundes. Warum wird das nicht erkannt?

Was das Jahr 2016 betrifft, so stimmen der Jüdische Kalender und der Kalender auf Bibel-Offenbarung, was den Monat betrifft, überein. Dies aber auch nur deshalb, weil das rabbinische Judentum in diesem Jahr eine der Grundregeln gebrochen hat. Der Erste Monat Abib/Nisan sollte gemäß den jüdischen Regeln stattfinden, sobald Passah auf den Tag am oder nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche fällt. Oder anders ausgedrückt: Der Neumond wird für die Bestimmung des ersten Tages des ersten Monats herangezogen, der AM NÄCHSTEN zur Frühlings-Tagundnachtgleiche ist.

Für 2016 fällt damit Passah frühestens auf den 23. März (wenn man den 15. Tag als Passah wählt). Die Frühlings-Tagundnachtgleiche fand am 20. März statt. Passah fällt also NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche und somit wäre gemäß dieser jüdischen Regel Passah am 23., 24., oder 25 März (je nachdem ob man nach der Konjunktion oder der sichtbaren Neumondsichel den Monatsbeginn bestimmt). Passah 2016 im April ist gemäß rabbinisch-jüdischer Regel falsch.

Das Problem, das sich dem rabbinischen Judentum stellt, ist der Meton-Zyklus. Denn dieser gibt zuverlässig vor, wann es ein Schaltjahr gibt und wann nicht. Die Juden haben den Beginn des Lebens auf Erden mit dem Jahr 3761 vor unserer Zeitrechnung (v.Chr.) festgesetzt. Diese Berechnung hat sich im Judentum jedoch erst im 11. Jahrhundert durchgesetzt, geht aber ebenfalls auf den Rabbiner Hillel II. aus dem Jahr 359 u.Z. zurück.4 Dieses Anfangsjahr wurde anhand der Chronologie der Schriften des Alten Bundes berechnet. Seit September 2015 würden wir uns demnach im 5776. Jahr seit der Schöpfung befinden.

Diese Berechnung ist aber nachweislich falsch. Andere biblische Gelehrte kommen auf andere Daten. So z.B. der protestantische Humanist Joseph Justus Scaliger (1540–1609) mit der Erstellung einer zusammenhängenden Chronologie historischer Ereignisse. Scaliger ermittelte im Jahre 1583 das Schöpfungsdatum auf das Jahr 3950 v. Chr. Der anglikanische Theologe James Usher (1581–1656) aus Irrland datierte im Jahre 1650 die Schöpfung der Welt auf das Jahr 4004 v. Chr.5 Es scheint, dass Hillel II. unter anderem ein falsches Datum für die Zerstörung des ersten Tempels (Salomonischer Tempel) angenommen hat. Man kann in manchen Ausführungen noch das Jahr 423 v.u.Z. als das Jahr der Zerstörung Jerusalems lesen. Heute steht für die Zerstörung des ersten Jerusalemer Tempels unbestritten das Jahr 586/587 fest. Dies zeigen sowohl die biblischen Angaben als auch archäologische Ausgrabungen. Es erscheint rätselhaft, warum das Judentum nach wie vor an dieser Jahreszählung festhält. Es hat eben Tradition, und als Tradition wird es auch im Judentum richtigerweise gesehen.6

Den Meton-Zyklus hat man mit dem angeblichen Schöpfungsjahr 3761 v.u.Z begonnen. Im Jahr 2015 befand man sich deshalb im 19. Jahr des Zyklus. Da das 19. Jahr gemäß dem Meton-Zyklus immer ein Schaltjahr ist, musste man trotz des Widerspruchs zur Regel "Neumond am nächsten zur Frühlings-Tagundnachtgleiche" bzw. "Passah am oder nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche" einen 13. Monat (Adar II) schalten. Hätte man es nicht getan, wäre man aus dem Takt des Meton-Zyklus gekommen.

Da Bibel-Offenbarung grundsätzlich den ersten Tag des Ersten Monats mit dem Neumond AM oder NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche bestimmt, befinden wir uns seit dem 21.03.2015 (siehe Kalender 2015) im 17. Jahr des Meton-Zyklus. Das 17. Jahr ist ebenfalls ein Schaltjahr, weshalb es am Ende dieses 17. Jahres einen zusätzlichen Monat gibt. Das 18. Jahr beginnt damit erst am 08.04.2016 (siehe Kalender 2016). Um das besser zu verstehen, nachfolgend eine kurze Erklärung zum Meton-Zyklus:

SchoepferkalenderDie Sonne bestimmt die Länge des Sonnenjahres. Der Mond gibt vor, mit welchem Monat das biblische Jahr beginnt. Das sog. Mondjahr ist 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Diese Differenz wird jedoch alle 19 Jahre vollständig ausgeglichen, wenn das Mondjahr das Sonnenjahr wieder einholt. Es wird deshalb ausgeglichen, weil der Mond alle zwei bis drei Jahre einen zusätzlichen Mondumlauf absolviert, und so den Beginn des biblischen Jahres um einen Monat verschiebt.

Dieser Zyklus von 19 Jahren wurde nach seinem Entdecker, dem Astronomen Meton von Athen (5. Jahrhundert v.u.Z.) Meton-Zyklus genannt. Nach genau 19 Jahren wird dieser Mondumlauf-Zyklus wiederholt. Dieser 19-Jahres-Zyklus sieht wie folgt aus:

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19

Die schwarzen Zahlen sind Normaljahre und die unterstrichenen orangen Zahlen sind Schaltjahre. Der 19-jährige Meton-Zyklus ist in absoluter Übereinstimmung mit dem Mond-Sonnenkalender der Bibel und den Festbestimmungen, wie sie auf Bibel-Offenbarung vorgenommen werden. Im Jahr 2015/2016 (21.03.2015 bis 07.04.2016) befinden wir uns im 17. Jahr des Meton-Zyklus; d. h., es handelt sich um ein Schaltjahr (ein zusätzlicher Monat am Ende des Biblischen Jahres = Frühling 2016).

Man muss aber diesen Zyklus nicht kennen, um den Jahresbeginn zu bestimmen; er kann jedoch als Bestätigung bzw. „Gegenrechnung“ der festgesetzten Neujahrsdaten des Neumondes NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche herangezogen werden. Durch die Festsetzung des Neumondes NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche als den „Ersten Monat des Jahres“ wird durch die Eigenart des Mondumlaufs ganz automatisch alle zwei bis drei Jahre ein zusätzlicher Monat erscheinen – und zwar exakt und im selben Intervall, wie es Meton berechnet hat.

Der Biblische Kalender ist immer im Takt und wir benötigen dafür keine Aufschieberegeln oder Sonstiges. Einzig und alleine ist es wichtig, den Neumond immer AM oder NACH der Frühlings-Tagundnachtgleiche für den ersten Tag des Ersten Monats Abib/Nisan zu bestimmen. Wir müssen auch überhaupt keinen Schaltmonat einfügen, denn der ergibt sich auf diese Weise ganz von selbst. Aber man muss auch den Sabbat nach diesem Kalender bestimmen, sonst funktioniert es nicht.

Man kann grundsätzlich den 19-Jahreszyklus nicht auf die Weise anwenden, dass man ein beliebiges Jahr nimmt, wie das von Hillel II. berechnete Jahr -5776, und dann mit diesem Jahr gleichzeitig mit dem 1. Jahr des Meton-Zyklus zu zählen beginnt. Das muss schief gehen. Man kann vielmehr jedes beliebige Anfangsjahr nehmen und es in den Metonzyklus „einreihen“. Wenn der Mond-Sonnenkalender richtig berechnet wird, ohne all diese Ausnahmeregeln, und wenn vor allem auch der wöchentliche Sabbat nach dem Mond bestimmt wird, bleibt der Kalender für alle kommenden Jahre ganz automatisch im Takt des Meton-Zyklus.

Der Rabbiner Hillel II. hat die Juden im 4. Jahrhundert ziemlich in die Irre geführt, so sehr, dass heute noch das Judentum den gravierenden Fehler nicht erkennt. Warum ist das so? Warum wurde die biblische Zeitberechnung so verdunkelt? Möglicherweise weil das Licht der Welt, der Messias JAHUSCHUAH abgelehnt wurde?

„…weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können. Darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, sodass sie der Lüge glauben …“ (2. Thessalonicher 2,10-11)

Aber die „Liebe zur Wahrheit“ wird auf anderem Gebiet leider auch von den Christen vielfach nicht angenommen. Das Judentum steht damit also keinesfalls allein. Das Unheil hat im vierten Jahrhundert seinen Lauf genommen, als die römischen Bischöfe mehr und mehr Macht und Einfluss erreichten und die Juden und wahren Nachfolger des Messias unter Androhung oft grausamer Strafen gezwungen wurden, entweder in den Untergrund zu gehen, ihren Glauben aufzugeben oder sich gar umbringen zu lassen.

Bereits zur Zeit Paulus begann „das Geheimnis der Gesetzlosigkeit zu wirken“ (2. Thessalonicher 2,7) und hat sich dann bis zum vierten Jahrhundert in Rom zur vollen Reife unter dem Deckmantel des „Christentums“ ausgebreitet. Es sollen jedoch „die uralten Trümmer“ aufgebaut und wieder aufgerichtet werden, „was vor Zeiten zerstört worden ist …“ (Jesaja 61,4).

 

Weitere Infos zum Biblischen Kalender: www.bibel-offenbarung.org/der-schoepferkalender.html
Biblischer Kalender zum Download: www.bibel-offenbarung.org/download-luni-solar-kalender.html

 




1 Die Grundlage dieses Kalenders ist ein Vermächtnis des jüdischen Sanhedrin und Rabbiner Hillel II. aus dem Jahr 359 u.Z., hat sich aber erst ab dem 11. Jahrhundert durchgesetzt (siehe Wikipedia unter „Jüdischer Kalender“). Up

2 Wikipedia unter 'Jüdischer Kalender', https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Kalender#Kalendarische_Ausnahmeregeln Up

3 http://www.nabkal.de/judkal.html#absatz2; abgerufen am 29.03.2016 Up

4 www.felixbierhaus.de/hovestadt/html/jud-kalender.html; abgerufen am 29.03.2016 Up

5 Wikipedia unter „Christliche Zeitrechnung, https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Zeitrechnung; abgerufen am 29.03.2016 Up

6 siehe z.B.: www.jgd.de/judentum/zeitrechnung; abgerufen am 29.03.2016 Up


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